Zuschauerentwicklung III, Part III

Für den dritten Teil zur Zuschauerentwicklung in der DEL sind praktisch nur noch Gewinner übriggeblieben. Allen voran München und Düsseldorf. Beide Teams haben einen echten Sprung nach vorne getan – nicht nur sportlich. War das bei den Bayern vielleicht so auch zu erwarten, für die DEG konnte das nicht unbedingt gelten, nicht in diesem Ausmaße.

Zum ersten Teil geht’s hier.

Adler Mannheim

2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15
133600 287469 329885 325912 305680 310647 251926 260468 280720 293359 294345
5138 11057 12688 11640 11757 11095 9689 10018 10797 11283 11321
6 10 1 6 4 9 7 4 1 4 1

Die Zuschauerzahlen bei den Adlern sind über die Jahre hinweg ziemlich stabil geblieben, seit sie in die SAP-Arena umgezogen sind, liegt der Besuch in der Regel auf der guten Seite von 10.000 Zuschauern. Mit einem kleinen Endspurt konnte man die Zahlen aus dem Vorjahr leicht verbessern.

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Gute Jahre, besserer Besuch, das überrascht längst keinen mehr. adler3

 

Wie bei allen Teams gilt die Faustregel: Spiele unter der Woche treiben den Schnitt nach unten. Das spielt auch der Gegner nicht unbedingt die entscheidende Rolle. In einer Saisonphase, in der die Halle immer fast ausverkauft war, reißt das Spiel gegen Straubing, gut, viel mehr Zuschauer hatte das auch nicht verdient, unter der Woche, die Zahlen doch wieder runter. Zu Saisonbeginn liegt die Zuschauerzahl deutlich niedriger – das Spiel gegen die Haie ist ein klarer Ausreißer.

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Der Besuch ist mit der letzten Saison fast identisch. Knapp 900 Zuschauer mehr als in der Spielzeit 2013/14 bedeutet aber dennoch eine Steigerung, auch wenn es nur 0,3 % waren.

Eisbären Berlin

2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15
115145 111455 117035 131120 357400 393700 362600 365900 364900 331200 338491
4429 4287 4501 4683 13746 14061 13946 14073 14035 12738 13019
2 1 9 2 1 1 3 1 4 8 9

Die Eisbären konnten sich im Vergleich zum Vorjahr leicht verbessern, sportlich lässt sich das in diesem Falle aber nur bedingt erklären. Im Vergleich zu den guten Jahren ist der Abfall deutlich.

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Gerade gegen Ende der Saison war die O2-World regelmäßig ausverkauft. Das mag auch mit der Heimstärke der Eisbären zusammenhängen. Aber mit 11.160 Zuschauer lag man immer noch im Rahmen des Schnitts der beiden anderen Teams, die die meisten Zuschauer zogen, Mannheim und Köln.

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Am Ende der Saison konnte man die Zahlen leicht verbessern. Die Steigerung lag bei 2,2 %.

Düsseldorfer EG

2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15
155000 172243 200911 178209 158198 159818 134693 135865 131423 147760 204029
5962 6625 7727 6365 6085 5708 5181 5226 5055 5683 7847
10 3 2 9 3 6 2 7 14 14 5

Nach ein paar Hungerjahren wird in Düsseldorf wieder erfolgreich Eishockey gespielt. Und das wird so auch honoriert. Bei den Zahlen für die DEG habe ich ein wenig getrickst, um den Effekt des Wintergames zu neutralisieren. Das Wintergame miteinkalkuliert, hatte die DEG ihren höchsten Zuschauerschnitt innerhalb des Betrachtungszeitraums.

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Auch hier ist wieder der Zusammenhang zwischen guten und schlechten Jahren auf den ersten Blick zu erkennen. Jetzt zum Tricksen …

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Da das Wintergame diese Darstellung völlig verzerrt, biete ich ein zweites Diagramm an, dabei greife ich auf einen Trick zurück: ich setzte dieses Heimspiel gegen Köln wie ein ganz normales Heimspiel an und nehme statt der Wintergame-Zahl den Besuch aus dem ersten Heimspiel gegen die Haie. Das dürfte der Sache wohl etwas näher kommen.

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Da wird die Geschichte schon etwas deutlicher. Besonders das Derby gegen die Haie bleibt für die DEG wichtig, aber nicht so wichtig wie in der letzten Jahren. Dank guter Leistungen will man die DEG auch gegen andere Teams wieder öfters sehen. Schwarze Kapitel sind auch bei Düsseldorf eindeutig die Spiele unter der Woche.

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Abschließend die Zahlen zur Entwicklung über die letzten beiden Spielzeiten hinweg gesehen. Auch hier ist der Einschlag des Wintergames bombastisch, wir sprechen hier von einem Zuschauerzuwachs von 38,1 %. Ohne das Wintergame bleiben davon 9,5 Prozent übrig.

ERC Ingolstadt

2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15
108164 107718 106057 100076 87010 104745 96498 100216 95177 94658 100218
4160 4143 4079 3574 3347 3741 3711 3854 3661 3641 3855
5 2 4 10 12 7 6 2 6 9 3

Beim ERC hat sich die Zuschauerzahl im Vergleich zum Vorjahr wieder etwas verbessert, sicher auch eine Reaktion auf die Meisterschaft, andererseits spielen die Schanzer aber auch sonst wesentlich erfolgreicher – über weite Strecken spielten sie in der Spitzengruppe mit.

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Besonders auffällig ist die Rolle der Derbys beim ERC. Vor allem wenn die Namensvetter auf Augsburg kommen, Höhepunkte der Saison sind ganz offensichtlich die Besuche aus der Nachbarschaft.

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Einen Effekt hatte auf den Besuch auch die Tatsache, dass Ingolstadt relativ selten an einem Dienstag aktiv werden musste. Und zwar am 23.12. und am 6.1. Beides waren quasi Feiertage (dazu aber auch zweimal Mittwochs). Dann sind die Ausschläge ins Negative auch nicht so groß. Im Vergleich dazu: Krefeld musste Dienstags sechs Mal spielen, einmal davon zwischen den Jahren – Hamburg fünfmal (einmal zwischen den Jahren) und die DEG sogar sieben Mal – mehr als jede andere Mannschaft. Nur ein Spiel davon fiel in die Zeit zwischen den Jahren. Gut, jetzt komme ich natürlich wieder zurück auf Düsseldorf, obwohl das hier der Abschnitt für den ERC ist. Aber was sein muss, muss sein. Düsseldorf hat einen um das Wintergame bereinigten Schnitt von 6638 Zuschauer, ohne die Dienstagsspiele. An Dienstagen geht der Schnitt auf 4463 zurück. Das ist gewaltig. Und da war sogar noch ein Derby gegen Iserlohn dabei. Die 9,5 % Plus bei der DEG sind also in dieser Hinsicht noch ausbaufähig, wenn der Spielplan nächste Saison mitspielt.

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Von Saisonstart an lag der ERC über dem Schnitt der vergangenen Saison. Nie lag man unter dem Schnitt des Vorjahres. Am Ende steht eine Steigerung von 6,3 %.

Krefeld Pinguine

2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15
106528 116393 102039 102869 116779 96314 117008 116656 132823 143349 130516
4097 4477 3925 3674 4492 3440 4500 4487 5109 5513 5020
9 8 10 11 6 12 4 12 3 2 10

Der KEV musste im Vergleich zum Vorjahr deutliche Einbußen hinnehmen. Ein Grund spielt dabei auch, dass die Pinguine vergleichsweiße häufig Dienstags `ranmussten, wenn auch nicht so oft wie Düsseldorf. Sportlich lief es schließlich auch nicht ganz optimal, auch wenn man den Sprung in die Preplayoffs noch schaffte.

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Wir erkennen auch hier Parallelen zwischen Erfolg und Zuschauerbesuch. Sind wir längst dran gewöhnt.

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Deutliche Ausschläge nach unten bei den Dienstagsspielen, dass die Gäste dabei aus Bayern kommen, ist dann auch keine große Überraschung. Auf Gästefans muss man an solchen Tagen eben verzichten. Entscheidend sind die Derbys gegen die DEG und Köln. Die Derbys gegen die Haie tauchen nicht beide in dieser Grafik auf, weil beide Dienstags stattfanden – das zweite war kurz vor Saisonende aber extrem wichtig.

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Von Saisonstart an lief man den Zuschauerzahlen des letzten Jahres hinterher. Sportlich gesehen war die letzte Saison aber auch einfach ein großer Erfolg mit Platz 2. Klar, dass da dann Einbußen hinzunehmen waren. Am Ende steht ein Rückgang des Besuches um 9 %.

EHC Red Bull München

2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15
101803 99921 89252 95016 111166
3916 3843 3433 3654 4276
8 11 12 7 2

An the winner is: Der EHC Red Bull München. Ich persönlich schätze das Umfeld bei den Bayern als das mit schwierigste ein. In der Landeshauptstadt gibt es einfach verdammt viel namhafte Konkurrenz in anderen Sportarten. Der Zuschauerschnitt von 4276 mag auf den ersten Blick vielleicht enttäuschend sein bei einer Großstadt. Aber man muss dabei auch einfach bedenken, wo die Münchner herkommen. Viel Geld hat man in die Mannschaft gesteckt und einen Trainer verpflichtet, der mit dieser Mannschaft auch sofort erfolgreiches Eishockey spielt. Das ist nicht unbedingt ein Selbstgänger.

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Jedenfalls: Die Zuschauer honorierten die beste Spielzeit der Münchner, seit die in der DEL spielen mit dem bislang höchsten Zuschauerschnitt. München musste nur dreimal Dienstags spielen, zwei Partien davon waren Derbys – gegen Nürnberg und Augsburg – das dritte – gegen Schwenningen – fand an einem Feiertag statt. Das hat dabei sicherlich ein wenig geholfen. Von den Zuschauern gehört München eindeutig zu den Teams mit dem meisten Potential – wenn die sportliche Entwicklung sich so fortsetzt, kann daran kaum ein Zweifel bestehen.

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Wir sehen: Die Derbys sind wichtig, außerdem zogen die Spitzenspiele gegen die Adler. Dienstags, tja, Dienstags nutzt auch ein Derby nicht viel, siehe die drittletzte Partie gegen Nürnberg.

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Prozentual konnte München am meisten zulegen. Die Schere zwischen dem Vorjahr und dieser Saison klafft so weit auseinander wie bei keiner anderen Mannschaft. Lässt man das Wintergame der DEG außen vor, konnte München bei den Zuschauern am meisten zulegen: Satte 24,6 %.

Straubing Tigers

2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15
115996 122109 109894 121038 115239 125337 130134 122964 109992
4461 4361 4227 4323 4432 4821 5005 4729 4230
12 14 13 13 13 6 9 12 13

Sportlich war es ein Hungerjahr für die Tigers, auch wenn die Mannschaft in der zweiten Jahreshälfte, unter Larry Mitchell, phasenweise wie verwandelt spielte. Es überrascht nicht, dass die Zuschauerzahlen deutlich zurückgegangen sind.

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Dass die Tigers nur zwei Dienstagsspiele hatten, zeigt einerseits den Vorteil, den ein Team hat, wenn es nicht unter dem Diktat einer der großen Multifunktionshallen steht, andererseits beschönigt es die Zuschauerbilanz ein klein wenig. War das erste Dienstagsspiel zwischen den Festtagen, fand das zweite an einem Feiertag statt.

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Beim Blick auf die Hochs und Tiefs beim Besuch kann man sich des Eindrucks nicht erwehren: Nordlichter will bei der Niederbayern wohl keiner sehen? Derbys spielen eine wichtige Rolle – gerade Letzteres ist aber keine Megaüberraschung. Der Besuch gegen die Haie so früh zu Saisonbeginn überrascht vielleicht ein wenig. Da glaubte man wohl, den Vizemeister zu sehen. Reingelegt.

strau4

Das schwache Jahr spiegelt sich erwartungsgemäß auch beim Besuch wieder. Die Tigers mussten einen Rückgang der Zuschauer um 10,5 % hinnehmen. Nur Schwenningen traf es härter.

Zusammenfassung

So, jetzt habe ich fast fertig. Beim Zahlenmaterial mag ja an der ein oder anderen Stelle ein Fehler drin sein, aber ich gehe davon aus, dass diese nicht von entscheidender Bedeutung sind. Zum Abschluss gibt es noch einmal ein paar Tabellen, die die Grafiken nochmal zusammenfassen, bzw. um ein paar Werte ergänzen.

Gesamt +/- Kapazität Schnitt Auslastung
Berlin 338491 2,2 14200 13019 91,68
Mannheim 294345 0,3 13600 11321 83,24
Köln 290188 -4,7 18650 11161 59,84
Hamburg 231576 4,7 12947 8907 68,80
Düsseldorf 204029 38,1 13400 7847 58,56
Krefeld 130516 -9,0 8029 5020 62,52
Nürnberg 127542 -4,3 8130 4905 60,33
Augsburg 124227 -8,7 6218 4778 76,84
Iserlohn 111536 9,6 4997 4290 85,85
München 111166 24,6 6142 4276 69,62
Straubing 109992 -10,5 5825 4230 72,62
Ingolstadt 100218 6,3 4816 3856 80,07
Schwenningen 99890 -15,2 6193 3842 62,04
Wolfsburg 62954 -4,3 4500 2421 53,80

Nun gut, es ist eigentlich dreimal dieselbe Tabelle (sag ich diesmal ausdrücklich für Kamui, falls der wieder etwas länger braucht), nur unterschiedlich angeordnet. In der ersten Tabelle sind die Teams nach der Gesamtzuschauerzahl gelistet, höchste Gesamtzuschauerzahl ist gleichbedeutend mit höchstem Schnitt, insofern wird es nicht überraschen, wenn die Reihenfolge in Spalte 2 der in Spalte 5 entspricht.

Gesamt +/- Kapazität Schnitt Auslastung
Düsseldorf 204029 38,1 13400 7847 58,56
München 111166 24,6 6142 4276 69,62
Iserlohn 111536 9,6 4997 4290 85,85
Ingolstadt 100218 6,3 4816 3856 80,07
Hamburg 231576 4,7 12947 8907 68,80
Berlin 338491 2,2 14200 13019 91,68
Mannheim 294345 0,3 13600 11321 83,24
Nürnberg 127542 -4,3 8130 4905 60,33
Wolfsburg 62954 -4,3 4500 2421 53,80
Köln 290188 -4,7 18650 11161 59,84
Augsburg 124227 -8,7 6218 4778 76,84
Krefeld 130516 -9,0 8029 5020 62,52
Straubing 109992 -10,5 5825 4230 72,62
Schwenningen 99890 -15,2 6193 3842 62,04

In der zweiten Tabelle habe ich die Clubs nach Gewinn und Verlust gelistet.

 

Gesamt +/- Kapazität Schnitt Auslastung
Berlin 338491 2,2 14200 13019 91,68
Iserlohn 111536 9,6 4997 4290 85,85
Mannheim 294345 0,3 13600 11321 83,24
Ingolstadt 100218 6,3 4816 3856 80,07
Augsburg 124227 -8,7 6218 4778 76,84
Straubing 109992 -10,5 5825 4230 72,62
München 111166 24,6 6142 4276 69,62
Hamburg 231576 4,7 12947 8907 68,80
Krefeld 130516 -9,0 8029 5020 62,52
Schwenningen 99890 -15,2 6193 3842 62,04
Nürnberg 127542 -4,3 8130 4905 60,33
Köln 290188 -4,7 18650 11161 59,84
Düsseldorf 204029 38,1 13400 7847 58,56
Wolfsburg 62954 -4,3 4500 2421 53,80

Und am Ende gibt es das Ganze noch einmal in Bezug auf die Auslastung. Dem bleibt nichts hinzuzufügen. Vorläufig jedenfalls.

Bisher zu diesem Thema:

Zuschauerentwicklung III, Part II (Köln, Augsburg, Nürnberg, Iserlohn, Wolfsburg, Schwenningen)
Zuschauerentwicklung III, Hamburg
Zuschauerentwicklung II
Zuschauerzahlen – Der liebst Gast
Zuschauerentwicklung I

 

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5 Gedanken zu “Zuschauerentwicklung III, Part III

  1. Ooooh, wie nett du doch bist ^.^

    Vielen Dank für die ganze Arbeit,

    „Dem bleibt nichts hinzuzufügen. Vorläufig jedenfalls“ kann man so nur zitieren.

    Und jetzt heißt es PLAYOFFS

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