Zuschauerentwicklung III, Part II

Nach dem Testartikel mit Hamburg, in dem ich die diversen Grafiken ausprobiert habe – sie haben sich bewährt – widmen wir uns nun den nächsten Teams in dieser Betrachtung. Ich veröffentliche das Ganze als Mehrteiler, weil das praktikabler ist. Gibt schließlich in den nächsten Tagen genug zu schreiben über Eishockey.

P.S. Der erste Artikel zur Entwicklung in Hamburg muss nicht länger unter dem Motto „Testartikel“ laufen. Mittlerweile ist es die Endfassung. Abgesehen davon, dass noch der abschließende Tabellenstand eingefügt werden muss. (Falls sich da noch was ändert.)

Kölner Haie

Die Haie gehören zu den Teams, bei denen man es etwas einfacher hat. Eine Spieltag vor Ende kann sich an der Tabellenposition nichts mehr ändern. Die Heimspiele sind alle absolviert. Und so gesehen ist die Saison der Kölner schon vorzeitig beendet.

2004/05 2005/06 2006/07 2007/08* 2008/09 2009/10* 2010/11 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15
318117 323779 330473 344899 268895 282128 252106 272851 317183 304522 290188
12235 12453 12711 12318 10342 10076 9696 10494 12199 11712 11161
4 5 5 3 15 10 9 9 2 5 11

Zu lesen ist diese Tabelle: Saison, Gesamtzuschauerzahl, der Saisonschnitt – in der Hinsicht von Belang, da bei den Spielzeiten 2007/08 und 2009/10 jeweils zwei Heimspiele mehr in der Rechnung sind. In der untersten Zeile steht der Tabellenplatz am Ende der Saison.

Grafisch dargestellt sieht sich das dann so aus:

zuschauerköln2
zuschkoel1

Wieder der Hinweis: Um die Zahlen in den Grafiken besser lesen zu können, empfiehlt es sich, diese Grafiken anzuklicken. Das Bild wird dann schärfer. Leider lässt sich das nicht anders darstellen.

Ähnlich wie bei den Freezers lässt sich der Erfolg der Haie einigermaßen an den Zuschauerzahlen ablesen. Gute Hauptrunden bringen, schlecht kosten Zuschauer. Der Zusammenhang ist einigermaßen leicht nachzuvollziehen, Erfolg macht sexy.

Schauen wir uns jetzt den Besuch in Köln im Verlaufe der Saison an. zuschauerköln4

Die Hochs und Tiefs sind zusätzlich gekennzeichnet durch den jeweiligen Gegner. Keine großen Überraschungen hier. Kein Gegner zieht in der Domstadt so wie die DEG. Nichts reißt so rein wie Spiele unter der Woche. Die Spiele gegen Iserlohn und Augsburg stechen dabei hervor. Spntan hat mich überrascht, dass die Spiele gegen die Adler da nicht herausragen – dazu muss man aber wissen, dass beide Heimspiele gegen Mannheim an Donnerstagen stattfanden. Und gegen die Adler kommen in der Regel deutlich über 10.000 Zuschauer. An normalen Tagen. Am Ende der Saison fehlen einem dann locker 5 – 10.000 in der Gesamtabrechnung.

zuschauerköln5

In der letzten Grafik werden die abgelaufene Hauptrunde und die letzte Saison gegenübergestellt. Die letzte Saison ist in Rot gehalten. Der Unterschied entspricht einem Verlust von 4,7 %. Das dürfte so in etwa das sein, was man nach einer solchen Saison auch erwarten sollte.

 Augsburger Panther

Für den AEV war die Saison relativ früh vorüber, schon seit Wochen, wenn nicht Monaten, ist klar. Mit den Playoffs haben die Panther in dieser Spielzeit wenig zu tun.

2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15
113498 96895 80893 94565 95642 99242 89288 110440 107969 136128 124227
4365 3727 3111 3377 3679 3544 3434 4248 4153 5236 4778
7 12 13 12 10 8 14 8 8 11 12

Zu lesen ist diese Tabelle: Saison, Gesamtzuschauerzahl, der Saisonschnitt – in der Hinsicht von Belang, da bei den Spielzeiten 2007/08 und 2009/10 jeweils zwei Heimspiele mehr in der Rechnung sind. In der untersten Zeile steht der Tabellenplatz am Ende der Saison.

Grafisch dargestellt sieht sich das dann so aus:

zuschaugs2
zuschaugs3

Beim AEV haut der Vergleich zwischen Erfolg und Zuschauerandrang nur dann ganz gut hin, wenn man bedenkt, dass das Curt-Frenzel-Stadion ja zwischenzeitlich zunächst über eingeschränkte, dann erweiterte, dann wieder eingeschränkte Kapazität verfügte.

zuschaugs4

Deutlich zu erkennen: Der AEV lebt gut von den Derbys. Sei es München, sei es Straubing, vor allem aber Ingolstadt machen das Stadion in Augburg voll. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass die Gästefans es nicht ganz so weit haben. Probleme hat man vor allem, wenn der Norden zu Besuch ist. Da scheint es dann egal zu sein, welcher Wochentag gerade ist. Den besten Besuch gab es übrigens gegen die Haie.

zuschaugs5

Der Vergleich mit der letzten Saison macht recht deutlich: Ab dem Zeitpunkt, als relativ klar war, für den AEV wird es nicht mehr viel zu holen geben, geht die Schere zwischen letzter und dieser Saison stetig auseinander. Am Ende stehen Zuschauereinbußen von satten 8,7 %. Das ist ziemlich viel.

Thomas Sabo Ice Tigers

Rechtzeitig zu den Playoffs laufen die Franken zu großer Form auf. Das tut natürlich auch den Zuschauerzahlen gut.

2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15
134415 129888 127445 140915 112375 113791 123223 106916 158127 133312 127542
5170 4996 4902 5033 4322 4064 4739 4112 6082 5127 4906
2 3 4 3 1 5 5 10 7 3 8

Im Vergleich zu den letzten beiden Jahren sind die Zahlen etwas zurückgegangen. Vor allem ist das mit dem schwächeren Saisonbeginn zu erklären. In den letzten Wochen hat sich die Zuschauerzahl – dazu später mehr – nämlich deutlich erhöht.

zuschnuern1
zuschnuern2

Es überrascht längst nicht mehr, dass auch in Nürnberg ein Zusammenhang zwischen Erfolg und Zuschauerandrang herrscht, ich will mich also nicht ständig wiederholen.

zuschnuern3

Auch hier sehen wir wieder: Spiele unter der Woche kosten Zuschauer, wenn sie nicht zwischen den Feiertagen stattfinden. Den schlechtesten Besuch gab es gegen Straubing an einem Dienstag und Berlin an einem Mittwoch. Gerne geht man gegen die großen Teams in die Halle, siehe die frühen Mannheim, Berlin und Köln-Spiele. Die Derbys scheinen für Nürnberg nicht so eine große Rolle zu spielen. Die beiden besten Besuche am Ende der Hauptrunde gegen Ingolstadt und Hamburg würde ich doch eher auf die aktuelle Form zurückführen, denn auf den jeweiligen Gegner.

zuschnuern4

Zwischenzeitlich war der Abstand zur letzten Saison beim Vergleich zur laufenden in Prozentzahlen ausgedrückt sogar schon einmal zweistellig. Doch mit dem Erfolg kamen auch die Zuschauer auch in Nürnberg zurück, auch wenn nicht ganz das Niveau der Vorsaisn erreicht werden konnte. Unter dem Strich steht ein Rückgang von am Ende nur noch 4,3 %.

Iserlohn Roosters

Egal, was noch kommt, die Roosters haben die beste Saison seit sieben Jahren gespielt, vor allem verdankt die Mannschaft das ihrer überragenden Offensivqualität. Das zahlt sich auch prompt bei den Zuschauern aus. Die letzten Spiele waren alle ausverkauft, der Zuschauerschnitt ist zumindest im Betrachtungszeitraum der beste aller Zeiten. (Ich war jetzt zu faul, weiter zurückzuschauen, sonst träume ich nachts noch von den Zahlen)

2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15
95953 90354 87182 110091 100473 100313 90859 107232 97109 101739 111536
3691 3475 3353 3932 3864 3583 3495 4124 3735 3913 4290
11 11 11 5 11 11 12 10 13 10  6

 

zuschiser1
zuschiserlohn2

Wie bei fast allen Clubs gilt: Erfolg wird belohnt, Zuschauer gab es sogar mehr als in der Saison 2007/08. Und da hatten die Roosters immerhin zwei Heimspiele mehr. Die letzten Spiele waren, wie bereits gesagt, alle ausverkauft. Einzig die Halle setzte eine Grenze dafür, dass man sich nicht noch deutlicher steiern konnte.

zuschiser3

Den schlechtesten Besuch gab es auch am Seilersee bei einer Dienstags-Partie, das überrascht längst keinen mehr. Und aus Sicht der Clubs kann man spätestens jetzt feststellen, dass das Jahr zu wenig Wochenenden hat. Die Derbys ziehen zu jeder Zeit – am Ende war aber wohl der Erfolg hauptausschlaggebend. Da können dann sogar München, Wolfsburg und Ingolstadt kommen, trotzdem ist Derby-Andrang.

zuschiser4

Dass es einen neuen Zuschauerrekord geben würde, stand anscheinend von Anfang an fest, praktisch mit jeder Partie konnte Iserlohn sich steigern. Mit 9,6 % war die Steigerungsrate fast zweistellig. Viel mehr wird aber in Iserlohn auf längere Sicht kaum gehen. Dafür ist die Halle zu klein.

Grizzly Adams Wolfsburg

Es war eine realtiv durchwachsene Saison für die Grizzlies. Aber hier geht es hauptsächlich um die Zuschauer. Und da spielen die Grizzlies eigentlich eine Sonderrolle in der DEL. In einer herausragenden Saison kommen halt im Schnitt maximal 100 mehr. Absolut sind die Schwankungen immer äußerst gering.

2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15
55583 65415 60552 69106 65787 63954 60967 65781 62954
2138 2336 2329 2468 2530 2460 2345 2530 2421
13 13 7 3 1 3 10 6

Zu beachten sind hier die beiden Jahre, in denen die Grizzlies nicht in der DEL gespielt haben. Aber ich denke, wer bei diesem Artikel landet, weiß sowas ohnehin, I hope.

zuschwolfs1
zuschwolf2

zuschwolfs3

Ob die Grizzlies an einem Dienstag spielen oder an einem Sonntag, den entscheidenden Unterschied macht das nicht. Herauszuheben, aber das ist schon seit Jahren in Wolfsburg so, ist, wenn die Eisbären zu Besuch sind. Für die Berliner ist das Spiel gegen Wolfsburg das, was einem Derby am nächsten kommt. Also reisen sie.

zuschwolfs4

Absolut, wie gesagt, schwanken die Zuschauerzahlen in Wolfsburg äußerst gering. Aber bei solch niedrigen Zuschauerzahlen ist das auch kein Wunder. Schwankungen werden da schon eher deutlich, wenn man das Ganze in Prozent ausdrückt. Rückgang in Wolfsburg: 4:3 %.

Schwenninger Wild Wings

Am wenigsten Material gibt es zu den Wild Wings. Das ist natürlich selbsterklärend: Die Schwarzwälder spielen schließlich erst ihre zweite Saison in obersten Spielklasse seit der Rückkehr. Die Erwartungen waren hoch, die Ausbeute gering. Einfaches Fazit.

2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15
117788 99890
4530 3842
13 14

Dementsprechend fällt diese Tabelle recht kurz aus, aus ästhetischen Gründen habe ich aber das Format der Tabellen zu den anderen Clubs übernommen. Der Verlust ist auf den ersten Blick erkennbar, ein weiterer Faktor neben dem schlechten Abschneiden ist neben dem Niedergang wahrscheinlich ganz einfach auch, dass die erste Neugier nachgelassen hat.

zuschschwenn1  Okay, ich gebe zu, die Grafike ist bei so wenig Material auch fast schon albern. Aber wer sich diese Grafiken auf Butterbrotpapier ausdruckt, kann sie ja vielleicht übereinanderlegen und vergleichen (Ich verrate nur gleich, dass das eine sinnlose Aktion ist, nach der man um Null schlauer ist.)

zuschschwenn3

Dafür gibt das dritte Bild schon etwas aussagekräftiger aus. Das übliche Dienstagsproblem. Und das Derby ist lebenswichtig. Kommen die Adler, ist die Hütte fast oder ganz ausverkauft. Dass am Schluss der Besuch deutlich nachlässt, ist allein schon damit zu erklären, dass auch der Leidensfähigkeit von Fans Grenzen gesetzt sind. Dabei hätten die gerade in den letzten Heimspielen ganz schön was zu sehen bekommen. Aber halt viel zu spät.

zuschschwenn4

Im Vergleich zur Vorsaison sind das doch schon empfindliche Einbußen. Nach ordemtlichem Beginn mit vergleichbaren Zahlen zum Vorjahr war irgendwann klar: Das wird in diesem Jahr nichts. Und damit ließ das Interesse auch immer mehr nach. Einbußen: 15,2 %. Happig. Deutet aber auch, was mit einer konkurrenzfähigen Mannschaft möglich sein könnte. Aber man dürfte sich auch in der Heimat ein paar Sympathien verspielt haben.

Hier gehts weiter mit den restlichen Teams. (München, Berlin, Mannheim, Düsseldorf, Krefeld und Ingolstadt sowie Straubing)

Hier gehts zum ersten Artikel mit den Hamburg Freezes.

P.S. Wer Fehler entdeckt, bitte posten, damit ich das korrigieren kann.

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5 Gedanken zu “Zuschauerentwicklung III, Part II

  1. Soweit konnte man das fast alles so erwarten. Die einzigen 2 Überraschungen waren für mich, dass die DEG in Wolfsburg den Maßstab gesetzt hat (gabs da irgendeine Aktion?) und das die Haie in Augsburg mehr angezogen haben als jegliches Derby (vllt. sollte man auch DIE Haie schreiben 🙂 ) Allerdings kann man Augsburg aufgrund des Stadion-Umbaus natürlich auch nur beschränkt bewerten

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