Abgesagt: Gedankenspiele nur noch

Im Vorwaschgang zu den Playoffs kommt es zu den Duellen Ingolstadt vs. Augsburg sowie Nürnberg vs. Wolfsburg.

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Nürnberg vs. Wolfsburg

Ein paar Gemeinsamkeiten haben beide Teams. Sie haben eine schwierige, aber keine schlechte Hauptrunde hinter sich. Und das hat vor allem damit zu tun, dass beide Teams von Verletzungspech gebeutelt waren, zum Teil monatelang auf Leistungsträger verzichten mussten. Aufs komplette Lineup konnten  Kurt Kleinendorst bzw. Pat Cortina in der Hauptrunde praktisch nie zurückgreifen.

Durch die frühe Bekanntgabe des Rückzugs von Thomas Sabo war klar, dass die Ice Tigers vor einem Umbruch standen, so ganz klar war die Zukunft zunächst nicht. Trotz gewisser Unsicherheiten konnten sich die Franken aber im Vergleich zur Vorsaison, als sie die Hauptrunde auf Platz zehn beendeten, deutlich steigern (+16 Punkte).

Bei den Grizzlys scheint der Umbruch nach dem Abgang von Pavel Gross endgültig vollzogen. Verpassten sie im Jahr eins nach Gross erstmals nach langer Zeit die Playoffs, steigerten sie sich im Vergleich zur Vorsaison um 14 Zähler, landeten auf einem sicheren Preplayoffplatz, aus dem sogar mehr hätte werden können, wäre das Team gegen Ende der Hauptrunde nicht ein wenig eingebrochen.

Die Ergebnisse der Hauptrunde lassen einen dazu neigen zu bestreiten, dass von einem Heimvorteil gesprochen werden kann. In den bisherigen Partien gewann immer das Gästeteam.

Die Formkurve über die Saison

Gegen Ende der Hauptrunde ging den Grizzlys die Puste aus. Die letzten fünf Saisonspiele verloren sie allesamt, genau umgekehrt war das bei den Franken. Die gewannen nämlich die letzten fünf Hauptrundenpartien und verpassten nur auf Grund des schlechteren Torverhältnisses Platz sieben, landeten so  hinter dem ERC.

Vier ist Trumpf

Viermal standen die Grizzlys bisher in den Preplayoffs (2008/09, 12/13, 14/15 und 17/18), immer setzten sie sich durch, so auch 2012/13, als sie dabei auf Nürnberg trafen, das damals Heimrecht hatte.

Nürnberg stand ebenfalls viermal in der Vor-Playoffrunde: Dabei unterlagen sie Mannheim (10/11) und Wolfsburg (12/13), setzen sich gegen Berlin (14/15) und Bremerhaven 18/19) durch.

Playoffserien zwischen Wolfsburg und Nürnberg gab es bisher vier: PPO 12/13, wie bereits erwähnt, dazu kommen eine Viertelfinalserie (13/14) und zwei Halbfinalserien (15/16 und 16/17). Dabei stellen die Grizzlys für Nürnberg sowas wie die kleinen Adler da. Gewinnen konnten die Franken nämlich nie, trotz dreimaligen Heimvorteils.

Ingolstadt – Augsburg

Im Gegensatz zu den Teams, die sich in der anderen Preplayoffpaarung gegenüberstehen, schnitten sowohl der ERC (-5)  als auch der AEV (-14) schlechter als in der vergangenen Saison ab, als sich beide noch direkt für das Viertelfinale qualifizierten. Bei den Schwaben war aber eigentlich schon im Vorhinein klar, dass es schwierig würde, so eine starke Saison zu wiederholen.

Nehmen wir die Ergebnisse der HR als Ausgangspunkt, verspricht dieses  Preplayoff-Derby extrem spannend zu werden. Denn alle Partien waren eng, sehr eng, endeten mit nur einem Treffer Unterschied, gingen zweimal in die Verlängerung, einmal ins Penaltyschießen. Aber immer gewann der ERC. Hm, vielleicht doch nicht so spannend als Serie denn viel mehr als einzelne Partien.

Die Formkurve über die Saison

Beide Teams mussten in der Schlussphase der Hauptrunde liefern, und beide lieferten. Der ERC sicherte sich erst am letzten Spieltag Platz sieben und so eine Serie der kurzen Wege. Nach Augsburg ist es nur ein Katzensprung. Katzensprung, Panther vs. Panther! Genial.

Der ERC gewann fünf der letzten sieben Hauptrundenpartien und punktete in sechs. In derselben Phase gewann Augsburg nur drei Spiele, allerdings war der Preplayoffplatz schon relativ früh mehr als sicher.

Die Statistik lässt vermuten, dass bei dieser Serie im Unterschied zur anderen die Specialteams eine große Rolle spielen könnten. Es stehen sich nämlich die beiden besten Überzahlmannschaften gegenüber. Und auch in Unterzahl trennen beide Teams lediglich 1,5 Prozent.

Premiere

Viermal war der AEV bisher in den Preplayoffs am Start (08/09, 09/10, 11/12 und 12/13). Dabei konnten sie sich nur einmal fürs Viertelfinale qualifizieren, 09/10 gegen Mannheim.

Der ERC musste sogar bereits fünfmal in die Extrarunde (07/08, 09/10, 13/14 15/16 und 16/17) – kein DEL-Team erlebte das häufiger. Siegreich war man 09/10 gegen Köln und 13/14 gegen Berlin. Nicht unterschlagen sollte man dabei, dass die Schanzer ihren größten Erfolg, den Titelrun in der Spielzeit 13/14, von einem Preplayoffrang aus starteten. Und da begann der ERC sogar von zwei Plätzen weiter hinten!

Der ERC ist zum 16. Mal, der AEV zum 13. Mal in den Playoffs dabei. Gegenüber standen sich beide Teams in der Postseason allerdings noch nie: WELTPREMIERE!

Eigentlich sagt einem das ja schon der gesunde Menschenverstand, schließlich muss so eine Abschlusstabelle ja auch irgendeinen Wert haben: Je besser ein Team nach der Hauptrunde abschnitt, desto größer sind die Erfolgsaussichten. 26 Preplayoffpaarungen gab es bisher. Beim Duell des Siebten gegen den Zehnten gewann von 13 Duellen neun die Mannschaft mit Heimvorteil. Fast umgekehrt sieht es bei Achter gegen Neunter aus: Bilanz 5:8. Danach wäre es also völlig „normal“, wenn der ERC und Wolfsburg weiterkämen.

Corona (10.03. 16:33 Uhr)

Welche Auswirkung der Virus auf die Playoffs hat, lässt sich im Moment noch nicht absehen. In Bayern sind ja inzwischen alle Veranstaltungen mit über 1.000 Zuschauern abgesagt. Die Zahl ist wissenschaftlich abgesichert, in Österreich liegt die Grenze bei 500, weil Österreich ja viel weniger Einwohner hat. Der Virus kommt ja aus dem Süden langsam hoch, kommt per Zug Richtung NRW. Und das dauert, wenn er es überhaupt bis dahin schafft. Die DEG hat heute gepostet: „Die DEG geht zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass sie ihre kommenden Playoff-Heimspiele gegen die Eisbären Berlin.“ Aber bis das erste Spiel in Düsseldorf stattfindet, fließt noch viel Wasser den Rhein runter. In der Fußballbundesliga findet die Partie Union vs. Bayern von Zuschauern statt, weil die Berliner nicht auf die Einnahmen verzichten wollen und der Bezirk sie nicht erstatten will. Dabei treffen Einnahmeausfälle bei den Bundesligisten die Vereine bei weitem nicht so hart wie im Eishockey, Thema Fernsehgelder. Die Playoffserien zu verkürzen, ist auch nicht die Patentlösung, da das Infektionsrisiko nur indirekt geringer würde. Irgendwie seltsam wäre es, wenn du eine Serie zwischen Mannheim und Nürnberg bekommst, in Mannheim vor Zuschauern, in Nürnberg ohne. Und dann die Gästefans aussperren? Aber warum spekulieren, wie wirds konkret bei Nürnberg vs. Wolfsburg. Einmal mit, einmal ohne Publikum?

Ich wäre da eher für Absage ohne Meister.

17:00 Uhr: Öffentliche Veranstaltungen mit über 1.000 Zuschauer in NRW sollen abgesagt werden oder ohne Zuschauer stattfinden.

18:00 Uhr: Die Playoffs werden abgesagt. In  der EBEL wird kein Titel vergeben. In der DEL schon.

P.S. Vielleicht denke ich mir die Spiele einfach aus?

 

Drei Kilo Kartoffeln auf Vorrat gekauft. Sicher ist sicher.

Heiner

Spiel 1

Nürnberg – Wolfsburg 0:3

Ingolstadt – Augsburg 5:3

4 Kommentare zu „Abgesagt: Gedankenspiele nur noch

  1. Joa, das wars dann für diese Saison. Schade um die Playoffs, dieses Jahr schien doch mehr möglich als noch in den letzten Jahren, wo 1-2 Teams doch ziemlich klar vorneweg marschiert sind.

    Hoffen wir mal, dass die fehlenden Einnahmen die Klubs nicht allzu hart treffen und wir alle nächstes Jahr wieder sehen.

    Ansonsten: Danke Olaf für den wieder mal unterhaltsamen Ticker und hoffentlich „nur“ bis zur WM

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