Die Preplayoffs 2014/15

Die Hauptrunde ist vorüber. Alles wird wieder auf Null gestellt. Die Ergebnisse aus der Hauptrunde spielen überhaupt keine Rolle mehr, Schnee von gestern, wie man so schön sagt. Und wie sind die Aussichten?

Hier gehts zum Liveticker.

Endlich stehen die Playoffpaarungen fest. Hamburg gegen Düsseldorf, Ingolstadt gegen Iserlohn, das stand ja schon länger fest. Aber nun haben sich auch die letzten beiden Playoffteilnehmer hinzugesellt. Wolfsburg trifft auf München und Mannheim startet zuhause gegen die Ice Tigers.

Halt, halt, da haben wir was übersprungen?! Meine erste Reaktion angesichts der Playoffpaarungen war; die Ice Tigers fliegen diesmal also gegen die Adler `raus. Weniger weil es die Adler sind, vielmehr, weil die Ice Tigers die Ice Tigers sind. Aber auch das greift noch zu früh.

Thomas Sabo Ice Tigers – Eisbären Berlin

Also ganz konkret: Was ist von der Paarung Nürnberg – Berlin zu erwarten. Das sieht doch nach einer spannenden Serie aus – nur zwei Punkte trennen beide Mannschaften nach der Hauptrunde, sprich, ein Tabellenplatz. Aber sieht man sich die Resultate der letzten Wochen an, und lassen dieses auch nur ansatzweise auf die aktuelle Form zurückschließen, kann es eigentlich nur einen Sieger geben. Die Harakiri-Aktion von Uwe Krupp beim letzten Eisbärenspiel gegen Iserlohn mag zwar auf Kritik gestoßen sein. Aber der Ex-Haie-Coach kennt halt auch seine Eisbären und wusste genau, es mussste schon ein Dreier her, um sich gegen Nürnberg das Heimrecht zu sichern. Und das hätte es wahrscheinlich gebraucht, um wenigstens einen Vorteil auf Seiten der Eisbären zu finden.

Nach Mannheim war Nürnberg das beste Heimteam der Hauptrunde. Zuletzt waren sie in eigener Halle überhaupt nicht mehr zu schlagen. Neun Heimsiege in Folge waren es im Schlussspurt der Saison. Nur die DEG war in den letzten Wochen erfolgreicher als die Franken, die sich sogesehen rechtzeitig in Playoffform gespielt haben. Im Vergleich dazu sieht es bei den Eisbären eher mau aus. Auswärts lief bis auf den Sieg in Hamburg nicht viel. Elf Anläufe gab es auf fremdem Eis, dabei sprang nur ein Sieg heraus.

Nach Ingolstadt sind die Ice Tigers das torgefährlichste Team der DEL – hätten die Panther nicht am letzten Spieltag gegen Hamburg gespielt, könnte es in dieser Hinsicht auch umgekehrt aussehen. Mit Steven Reinprecht und Patrick Reimer stehen zwei der drei besten Scorer in den Reinen von Nürnberg.

Beide Mannschaften haben mit Ausfällen zu kämpfen, Fredrik Eriksson laboriert an einer Oberschenkelverletzung, Evan Kaufmann hat Hüftprobleme und David Printz ist gesperrt – und das für alle drei Preplayoffspiele. Bei den Berlinern zieht sich das Verletzungspech wie ein roter Faden durch die Spielzeit. Zuletzt fehlten Mark Bell, Florian Busch und Constantin Braun. Unwahrscheinlich, dass auch nur einer der drei in dieser Saison noch zurückkommen wird.

Was spricht für die Eisbären? Vor allem zwei Dinge. Zum einen konnten sie sich mit Platz 9 den Abschlussplatz sichern, der im letzten Jahr den Titel einbrachte. Zum anderen scheinen ihnen die Ice Tigers irgendwie zu liegen. In vier Spielen konnten die Berliner dreimal gewinnen: In Nürnberg gab es im ersten Spiel eine 1:3 Niederlage. Beim folgenden 3:1 in Nürnberg entführte man einen Dreier aus dem Frankenland. Und Zuhause setzte man sich zweimal mit 3:0 und 3:2 nach Penaltyschießen durch. Dennoch: Sollten sich die Eisbären durchsetzen, wäre das eine echte Überraschung für mich. Spielleiter der ersten (und der zweiten) Partie sind Marian Rohatsch und Lars Brüggemann.

Grizzly Adams Wolfsburg – Krefeld Pinguine

Spontan erschien mir die zweite Preplayoffserie zwischen Wolfsburg und Krefeld einen Tick spannender. Obschon wenn ich aus westdeutscher Ecke auch schon gehört habe: „Die haben uns noch nie gelegen“. Die Zahlen unterstützen diesen Eindruck noch, klar, eine solche Aussage muss ja einen faktischen Hintergrund haben. Drei Siege konnten die Grizzlies in dieser Saison gegen den KEV einheimsen, 6:0 und 2:1 in Krefeld, zuhause gab es ein 5:2 im zweiten Heimspiel, aber auch eine 4:5-Niederlage nach Penaltyschießen.

Beide Mannschaften haben keine gute Saison gespielt. Der KEV stand in den letzten beiden Jahren jeweils direkt im Viertelfinale, beide Mal mit Heimvorteil. Die Grizzlies verpasten zum zweiten Mal in den letzten sechs Jahren die direkte Qualifikation für das Viertelfinale. Setzen sie sich durch, wäre es die sechste Viertelfinalteilnahme in Folge, für die Pinguine wäre es die dritte.

Die Pinguine gehörten zu den mehr verletzungsgebeutelten Mannschaften in dieser Saison. Einige Spieler waren zuletzt zwar wieder dabei. Herberts Vasiljevs wird aber definitiv für die Playoffs nicht zur Verfügung stehen, der Einsatz von Mark Voakes nach einer Gehirnerschütterung steht in den Sternen. Bei Wolfsburg kamen zuletzt Robbie Bina und Norm Milley nicht zum Einsatz.

Wolfsburg hatte nach schwierigen Wochen den vergleichsweise besseren Endspurt mit vier Siegen aus den letzten fünf Partien. Da haben die Pinguine zwar dieselbe Bilanz vorzuweisen – allerdings sollte man das Spiel des letzten Spieltages in Krefeld mit einkalkulieren, als Wolfsburg sich bei den Seidenstädtern mit 2:1 durchsetzte.

Letztendlich sehe ich die Grizzlies als leicht favorisiert an, sagen wir mal 60:40. Aber nach den Erfahrung der letzten Saison, als praktisch alle Prognosen falsch waren, bin ich doch auch verunsichert. Da wären dann nach solch einem Artikel Berlin und Krefeld weitergekommen. Aufsichtsbeamte sind Gordon Schukies und Daniel Piechaczek.

Nachtrag:

Historische Serien: Zwischen Wolfsburg und Krefeld

Saison 2010/11 Wolfsburg – Krefeld – Halbfinale 3:0

Historische Serien: Zwischen Nürnberg und Berlin

Fehlanzeige

Heiner, sag doch was:

Nürnberg – Berlin 6:5 n.V.
Berlin – Nürnberg 2:3

Wolfsburg – Krefeld 2:0
Krefeld – Wolfsburg 5:6 n.2.V.

Okay, wenn sogar Heiner das sagt …

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25 Gedanken zu “Die Preplayoffs 2014/15

  1. Man, da war die Chance so groß den nötigen auswärtssieg zu holen. Wenn wir einfach mal die Chancen nutzen würden. Man man man. Jetzt gilts. Freitag ausgleichen und dann Sonntag den Sieg holen. Wir wollen ja schließlich nicht Mannschaften mit 1.800 Fans in den Playoffs oder? Ist zwar Mittwoch aber sorry für Playoffs geht das ja wohl gar nicht. Echt traurig. ……

    1. So ausgeglichen, wie die Liga in der Hauptrunde war – und abgesehen von Nürnberg vs. Berlin heute – kann das dieses Jahr noch öfters passieren.

  2. Hmm, fast etwas zu deutlich. Nun werden im letzten Drittel sicher nur noch ein paar Claims für das Heimspiel der Bären abgesteckt. Hoffentlich verletzungsfrei!

  3. Wünsche mir einen Sieg der Eisbären – Nein, nicht weil ich sie auch nur annähernd mögen würde, sondern damit die Adler im Viertelfinale endlich das Endspiel-Trauma von 2012 verarbeiten können.

    Wobei sich die Frage stellen wird, wie viele Spieler der Adler nach einer Serie gegen die Eisbären nicht (!) gesperrt sind …. Wenn es so kommen sollte, dann ist die DEL gefordert, ihre (sehr wenigen) kompetentesten Schiris zu schicken.

  4. NIT – BER 2:0 weil ich Optimist bin
    WOB-KEV 1:2 nähe mir noch zwei Daumen mehr an und drücke dann alle vier für den KEV, weil es einfach NICHT SEIN DARF, dass wir schon wieder gegen die Adler im Viertelfinale rausfliegen…

    1. Hmm, wünschenswert wäre ein Viertelfinale gegen die Adler, wobei es eigentlich Wurscht ist, ob euch die Bullen kastrieren oder die Adler zerlegen.

      Doch irgendwie glaube ich an eine schöne Viertelfinalserie gegen Mannheim. Die wird in eure Geschichtsbücher eingehen, weil knapp, spannend und sicherlich mit einem hohen Maß an Engagement sowie Eishockeyqualität.

      Natürlich nicht ohne Hintergedanken 😜

      Also haut rein und zeigt den Berlinern, dass ihre Zeit nun endgültig vorbei ist.

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