Hauptrundenrückblick mit Gästen

Vor zwei Wochen hatte ich einen kleinen Hauptrundenrückblick angekündigt und zur Beteiligung eingeladen. Ein paar konnten tatsächlich den inneren Schweinehund überwinden und Beiträge geschickt. Die habe ich mit eingearbeitet.

Die Antworten waren mehr oder weniger ausführlich, sodass ich mich einigermaßen zurückhalten kann, aber nicht ohne ein paar eigenen Gedanken mit reinzuwerfen. Vielleicht kann man das Ganze als work in progress bezeichnen. Denn falls weitere Beiträge bei mir ankommen, werde ich die ebenfalls noch in den Text mit einbringen.

Ich beginne mit einer Tabelle, was wäre ein Artikel hier ohne eine Tabelle? Genau. Am 20.01. hatte ich einen Blick auf das Restprogramm geworfen und eine Abschlusstabelle entworfen. Die sah damals so aus:

Platz Tipp Madrid
1 Mannheim 110 min. 107
2 München 104 min. 98
3 Ingolstadt 92 max. 94
4 Hamburg 89 max. 90
5 Berlin 89 min. 78
6 Iserlohn 83 min. 86
7 Düsseldorf 75 min. 87
8 Wolfsburg 75 min. 84
9 Krefeld 74 max. 76
10 Nürnberg 74 min. 80
11 Köln 73 min. 71
12 Augsburg 59 min. 53
13 Straubing 52 max. 45
14 Schwenningen 40 min. 43

Ich greife die an dieser einfach deshalb noch einmal auf, um meine eigenen Einschätzungen noch einmal zu untermauern. Auf den ersten Blick sieht diese Tabelle gar nicht so schlech aus, eh? Die ersten und die letzten vier waren auf den Punkt – gut, die Zählerabweichung sollte man vielleicht vernachlässigen. Probleme hatte ich offensichtlich mit den Plötzen 5-10, nicht bei den beteiligten Mannschaften, aber mit der Endplatzierung. Iserlohn war die löbliche Ausnahme.

Beginnen wir in umgekehrter Reihenfolge der Abschlusstabelle, sprich mit den Wild Wings.

Schwenninger Wild Wings
„Die rote Laterne werden die Wild Wings in ihren Trophäenschrank stellen dürfen. Auch wenn es in letzter Zeit bergauf ging, merkte man den Kader doch zu oft an, dass er gegen den Großteil der Liga nur Außenseiterchancen aufweist. So landet man am Ende der Saison dort, wo man vor der Saison mit ihnen gerechnet hat. Der Einsatz ist da, aber spielerisch konnte man zu selten mithalten. Auch wenn sie auch noch 9 Punkte holen könnten, vom Tabellenende werden sie sich nicht mehr wegbewegen.“ (Perca)

Unschwer zu erkennen, wurde dieses Statement vor dem drittletzten Spieltag abgegeben.

MünsterPinguin schreibt zu den Wild Wings: „Die rote Laterne leuchtet diese Saison im Schwarzwald. [Es reicht halt nicht …]. Es kann für die Mannschaft von Dave Chambers nur besser werden in der nächsten Spielzeit.“

Die Schwarzwälder waren mit großen Ambitionen gestartet, groß wie das bei einem relativen Neuling halt eben sein kann. Die Preplayoffs hatte man sich auf die Fahnen geschrieben. Dafür reiche es noch nich einmal annähernd. Phasenweise hatte man das Gefühl, die Wild Wings wären nicht konkurrenzfähig. Es kann nur besser werden, in der Tat. Viel schlechter geht nämlich gar nicht.

Straubing Tigers

„Kaum ein Gegner fährt gerne nach Straubing! Die Heimstärke ist eine der Eigenschaften, die dieses Team auszeichnet. Larry Mitchell hat Erfahrung mit Low-Budget-Teams und würde sicherlich allzu gern seinen Ex-Club aus Augsburg noch abfangen. Mit den Playoffs haben die Tigers zwar schon lange nichts mehr zu tun, aber ihr Aufwärtstrend ist unübersehbar und spricht für die Moral dieser Truppe.“ (MünsterPinguin).

„Von Augsburg gefeuert heuerte (Larry Mitchell] bei den abgeschlagenen Tigers aus Straubing an und führte sie weg vom Tabellenkeller weg nach oben. Ob es für Augsburg reicht, ist fraglich, aber mit Kampf, Disziplin und Leidenschaft wurde Straubing zu Hause fast zu einer Festung, und unter Michtell definitiv zu einem Playoffkandidaten. Schade nur, dass er so spät hinzukam. Aber Kompliment für ein sehr starkes Jahr 2015!“ (Perca).

Anmerkung: Perca und MünsterPinguine gaben ihre Statements zum 50. Spieltag ab, deswegen habe ich die Texte ganz leicht redigiert.

Dem gibt es wenig hinzuzufügen. Schwer zu sagen, warum Mitchell in Straubing das gelang, was in Augsburg nicht mehr funktionierte. Ein Low-Budget-Team konkurrenzreif zu formen. Am Ende kam der Einstieg von Mitchell in Straubing wohl einfach ein paar Wochen zu spät, aber sie hätten ihn auch nur schwerlich holen können, so lange er in Augsburg noch in Amt und Würden stand.

Augsburger Panther

„Sehr stark in die Saison gestartet, fast noch stärker nachgelassen, so oder so ähnlich sieht das Fazit der Augsburger aus. Die Entlassung von Larry Mitchell kam für mich definitiv zu früh, so bleibt den Augsburgern nichs als ein abgeschlagener 12. Platz, den sie wohl verteidigen werden …“ (Perca)

„Der heftige Einbruch nach überzeugendem Saisonstart kostete Larry Mitchell den Job. Wirklich gebessert hat es sich für die Panther dennoch nicht, und so kommt das frühe Saisonende keineswegs überraschend. Bei einer Powerplay-Quote von katastrophalen 13,6 Prozent, dem drittschlechtesten Unterzahlspiel sowie einer Auswärtsschwäche braucht man nach den Gründen nicht lange suchen, und von Chris Mason hatte man wohl auch mehr erwartet.“ (MünsterPinguin)

Dem gibt’s nicht hinzuzufügen.

Kölner Haie

Eine ausführliche Darstellung der Haie-Saison haben die Kollegen von haimspiel.de ins Netz gestellt. Wer sich besonders für die Kölner interessiert, dem kann ich diesen Artikel ans Herz legen.

Münsterpinguin schreibt zum KEC: „Letztes Jahr standen die Kölner zum zweiten Mal hintereinander im Finale. Diese Saison reicht es vermutlich nicht einmal für Platz 10! [Da hatte er absolut Recht, die Red.] Die ausländischen Spieler erfüllen nicht die in sie gesetzten Erwartungen. Am meisten enttäuscht haben mich Minard und die Schweden-Fraktion. Wenn so wichtige Spieler ihre Leistung nicht abrufen, kann es halt nichts werden. Eine minimale Chance auf den 10. Platz haben sie noch, aber seit der Niederlage gegen (13 !) Hamburger ist für mich klar: Das war es.“

Perca meinte: „Köln… Vizemeister, bei mir vor der Saison als Tipp beim deutschen Meister {beim mir auch!, ächz], ein starker Kader, aber eine schwache Mannschaft. Nach dem wichtigen Sieg gegen die Pinguine schon auf Pre-Playoffkurs, haben sie in den nächsten beiden Spielen gezeigt, warum sie dort nicht hingehören. Eine klare 1:4 Niederlage zu Hause gegen 13 Hamburger, dann ein 3:4 S.O. nach einer 3:0 Führung gegen Iserlohn, es ist für mich die Enttäuschung des Jahres. Ironischerweise kommt noch hinzu, dass ausgerechnet der Spieler, den man während der Saison vor die Tür setzte, Krefeld nun in Richtung Platz 10 schießt. Es benötigt schon ein kleines Eishockeywunder, um diese Kölner noch auf Kurs zu bringen [gab’s bekanntlich nicht].“

Zugegeben, gerade zu Beginn hatten die Haie große Verletzungssorgen. Aber gerade in er entscheidenden Saisonphase waren im Unterschied etwa zum direkten Preplayoffkonkurrenten Krefeld alle Mann an Bord. Ich kann Percas Worte nur Wiederholen: Die Haie waren auch für mich die ganz große Enttäuschung dieser Saison. Marcel Müller war ein Symptom, nicht die Ursache. Ich bin mir auch sicher, in Köln hätte Müller genauso weitergemacht wie vorher. In Krefeld spielt er auf einem ganz anderen Level. In der MANNSCHAFT stimmte es hinten und vorne nicht, keine Kohärenz. Der Kader war konkurrenzfähig.

Krefeld Pinguine

Fangen wir mit Münsterpinguin an, der hat halt bei KEV mehr Aktien drin: „Es fällt mir schwer, als langjähriger Fan der Pinguine hier objektiv zu sein. Die Neuzugänge konnten dieses Jahr nicht überzeugen, insbesondere von Long und Weihager bin ich enttäuscht. Von David Fischer hätte ich ebenfalls mehr erwartet. Im Gegenzug ist Marcel Müller für mich eine der positivsten Überraschungen dieser Spielzeit. Insbesondere nach seinen schlechten Leistungen beim KEC. Nach zuletzt zwei tollen Jahren, sind die Krefelder in einer Tabellenregion, wo man sie vom Etat her auch erwarten musste. Ob die unsichere Situation um den Mietvertrag in den Köpfen der Spieler eine Rolle spielte, kann ich nicht beurteilen. Leistungsfördernd dürfte es aber nicht gewesen sein. Die Mannschaft verlor zwar das „Endspiel“ um Platz 10 gegen Köln, meldete sich dann aber umso nachdrücklicher zurück. Das macht etwas Hoffnung. Mehr als die Pre-Playoffs dürften aber diesmal nicht drin sein. Spätestens im Viertelfinale ist (leider) Schluss.“

Perca schrieb: „Eine kleine Ausnahmesituation gibt es bei den Pinguinen. Sie können noch 9 Punkte holen, Dienstag gibt es gegen Schwenningen ein Nachholspiel. So ist am Ende der Saison ein Platz zwischen 9 und 11 möglich [Das hat sich inzwischen ja überholt]. Dies bedeutet höchstwahrscheinlich: Mannheim oder Vorrundenaus, oder anders ausgedrückt: Früher Urlaub oder sofortiger Urlaub [Das noch nicht]. Trotzdem muss ich vor Krefeld meinen Hut ziehen, nach der Niederlage gegen Köln hatte ich sie schon abgeschrieben, nun kommen sie in beeindruckender Manier zurück, können Dienstag die Preplayoffs quasi schon buchen. Und dies mit der unklaren Situation um die Halle und somit um die eigene Zukunft. Aber Krefeld gehört zur DEL wie der Hafen zu Hamburg, am Ende springt wohl Platz 10 heraus.“

Zwei Punkte möchte ich an dieser Stelle aufgreifen: Wie eine andere Teams hatte der KEV in dieser Saison große Verletzungsprobleme. Mit dem verhältnismäßig kleine Kader ist das nicht so einfach wegzustecken. Und dann muss man ganz klar festhalten, dass Krefeld – dabei beziehe ich mich wie MünsterPinguine auf den Etat – in den letzten beiden Jahren überperformt hat. Egal, wie das in dieser Saison weitergeht, in Wolfsburg war man ja nah dran an einer Überraschung. So ganz unzufrieden sollte man bei den Seidenstädtern dennoch mit der Saison nicht sein.

Eisbären Berlin

„Berlin, wenigstens eine Mannschaft, die weiß, wie sie sich zu verhalten hat, wenn die Verletzungsseuche Einzug hält. Dieses Jahr will es beim Rekordmeister einfach nicht laufen, die Preplayoffs haben sie […]gesichert, aber auch nur, weil Köln ein 3:0 aus der Hand gegeben hat, nicht aus eigener Stärke. Die Spieler sind eigentlich da, die Leistung fehlt, auch unter Krupp läuft es nicht wesentlich besser. Das Viertelfinale würde ich schon als Erfolg ansehen, nur weil es der Rekordmeister ist, wage ich zu behaupten, dass das Halbfinale möglich ist.“ (Perca)

MünsterPinguin: „Als Uwe Krupp die Eisbären übernahm, sollte bekanntlich alles besser werden. Doch ihren eigenen Ansprüchen laufen die Eisbären weiterhin hinterher. Nürnberg musste man in der Tabelle bereits passieren lassen, und selbst Platz 9 könnte theoretisch noch verloren gehen [das passierte jedoch nicht]. Es ist eine Saison, in der es für die Berliner einfach nicht läuft, obwohl der Kader durchaus gut besetzt ist. Falls man sich in den Pre-Playoffs durchsetzen kann, dürfte im Viertelfinale Endstation sein.“

Die Berliner konnten auch in diesem Jahr namhafter Abgänge aus den Meisterjahren noch nicht kompensieren. Das Verletzungspech tat sein übriges. Warum man den Trainer nach drei Siegen in Folge entließ, ist mir doch etwas unklar geblieben. Ob es mit Jeff Tomlinson besser gelaufen wäre? Keine Ahnung. Irgendwo habe ich gelesen, die Jahre der Eisbären seien vorbei. Das scheint mir etwas kurzfristig gedacht, auch wenn im Süden eine mächtige Kraft heranwächst. Die absolute Dominanz vergangener Jahre dürfte aber dahin sein.

Thomas Sabo Ice Tigers

MünsterPinguine: „Lange Zeit mussten die Nürnberger um die Playoff-Teilnahme kämpfen. Momentan haben sie allerdings einen fantastischen Lauf und das weckt in mir Erinnerungen an den Durchmarsch der Ingolstädter in der vergangenen Saison. Ist Nürnberg genau zum richtigen Zeitpunkt in Topform? In der aktuellen Verfassung glaube ich fest daran, das Nürnberg den Wolfsburgern Platz 7 noch wegschnappt. Der Gegner in den Pre-Playoffs wird es sehr sehr schwer haben und sollten sie auch in der heißen Saisonphase ihre Form halten können, sind sie für mich ein Geheimfavorit auf den
Titel.“

Perca: „In einer Formhoch steckt derzeit Nürnberg. Mit einer sehr starken Offensive haben sie in den letzten Spielen sich von einer Mannschaft, die um die Preplayoffs kämpfte, zu einer Mannschaft entwickelt, die an der direkten Quali schnuppert. Mehr als schnuppern werden sie aber nicht, selbst wenn sie ihre Hausaufgaben machen, kommt der Endspurt hierfür wohl etwas spät. Trotzdem gebe ich den Nürnbergern gute Chancen für die Playoffs. Nürnberg im Halbfinale? Eigentlich ein running gag, aber für mich sind sie die Geheimfavoriten auf die Meisterschaft dieses Jahr.“

Verdammt viel Lob für die Franken, aus dem Norden wie aus dem Westen. Aber der ist angemessen. „Geheimtipp“, das trifft es. Doch der Weg führt über Mannheim oder München. Abkürzungen sehen anders aus. Zum Saisonende hin hat Nürnberg das gespielt, was ich von den Ice Tigers eigentlich von Anfang an erwartet hätte. Neben Hamburg war das einer der wenigen Fälle, in denen sich Trainerwechsel wirklich ausgesprochen positiv ausgewirkt haben. Im ersten Preplayoffspiel hat man die Form aus dem Ende der Hauptrunde bestätigen können. München scheint mir für Nürnberg am ehesten machbar. Also sollte man den Pinguinen alle Daumen drücken. Ich muss also gar nicht aussprechen, wer sich in den Preplayoffs durchsetzen wird.

Grizzly Adams Wolfsburg

„Wolfsburg ist eine von drei Mannschaften, von denen ich mir mehr erwartet habe. Noch ist alles möglich, von einer direkten Quali bishin zu Platz 9 und somit dem Verlust des Heimrechts in den Preplayoffs. Wolfburg ist eine läuferisch sehr starke Mannschaft mit einem starken Powerplay, sind derzeit aber schon seit langem in einer Formkrise, Anspruch und Leistung klaffen weit auseinander. Wenn sie sich wieder finden kann es weit gehen, so sehe ich derzeit nur das Viertelfinale im Bereich des möglichen.“ (Perca)

„Eigentlich waren die Wolfsburger bei mir einer klarer Tipp für die Top 4, doch zwei Spieltage vor Ende der Hauptrunde sind die Grizzly Adams auf Platz 7 zu finden und spüren den heißen Atem der Nürnberger überdeutlich im Nacken. Vermutlich wird der aktuelle Tabellenplatz auch ihren eigenen Ansprüchen nicht genügen. Doch woran liegt es? Hierüber kann man nur spekulieren, aber sie zählen für mich zu den Enttäuschungen und so wage ich folgende Vorhersage: Die Pre-Playoffs wird man überstehen, mehr ist aber dieses Mal nicht drin.“ (MünsterPinguin)

Das sehe ich ähnlich wie meine Vorredner. Die Grizzlies haben mich enttäuscht, waren vor der Saison ein sicherer Kandidat für das direkte Erreichen des Viertelfinales. Krefeld scheint machbar, aber alles darüber hinaus halte ich persönlich für extrem unwahrscheinlich.

Iserlohn Roosters

MünsterPinguin: „Für mich gehören die Roosters zu den positiven Überraschungen dieser Saison. Der Kader (durch viele Einbürgerungen geprägt) ist sehr vielversprechend, und die mehr als erfolgreiche Hauptrunde lässt so manchen Anhänger auch von höheren Zielen träumen. Matthias Lange ist ein sicherer Rückhalt und gibt dem Team jederzeit die Chance auf einen Sieg. Das erreichen des Halbfinales würde mich nicht überraschen, und ich gebe ihnen auch eine kleine Chance aufs Finale.“

Perca: „Eine Mannschaft, auf die ich mich gefreut habe, sie in den Playoffs zu sehen, bis, ja bis ich ihr Playofftrikot gesehen habe? Are you serious? Sorry Roosters, aber wenn ihr ernsthaft damit auflaufen wollt, hoffe ich, dass ihr noch in den Preplayoffs landet und dort einen Sweep kassiert, die gehen ja mal gar nicht! Aber zum sportlichen, für die Iserlohner geht es um die direkte Playoffquali, heute konnte man noch wichtige 2 Punkte gegen Köln holen, nachdem sie schon fast verloren hatten. 4 Punkte Vorsprung auf Wolfsburg, 5 auf Nürnberg sollten reichen. Leistungstechnisch war es eine sehr positive Hauptrunde der Roosters, die am oberen Ende gespielt haben. Halbfinale ist für sie im Bereich des Möglichen.“

Auch für mich waren die Roosters eine sehr positive Überraschung, in der Verteidigung zwar anfällig, aber mit einer überragenden Offensive ausgestattet. Gegen Ingolstadt erwarte ich ein ganz heißes Duell.

Düsseldorfer EG

Perca: „Ich will ehrlich sein, vor der Saison hätte ich den Düsseldorfern eine solche Leistung nicht zugetraut. Sie spielen eine starke Hauptrunde, obwohl auch sie mit Verletztungen zu kämpfen haben. Ein Punkt fehlt ihnen noch für die direkte Quali, am Ende wird es wohl auf Platz 5-6 hinauslaufen. Spätestens im Viertelfinale wird dann für die DEG wohl Schluss sein. Warum traue ich ihnen wieder wenig zu? Dies liegt an der heutigen Verletzung von Beskorowany, einen der Leistungsträger der DEG. Lang ist sicherlich kein schlechter, aber für mich ein zu großer Qualitätsverlust.“

MünsterPinguin: „Die Trainerlegende Hans Zach fordert bekanntlich seit geraumer Zeit mehr deutsche Trainer in der DEL und dürfte daher höchst erfreut sei, dass die DEG mit Christoph Kreutzer einen der wenigen deutschen Cheftrainer beschäftigt. Während Uwe Krupp in Berlin nur mäßige Erfolge feiert, hat Christoph Kreutzer in Düsseldorf ein prima harmonierendes Team zusammengestellt. Mal ehrlich, hätten Sie damit gerechnet, dass die DEG zwei Spieltage vor Schluss bereits die erste Playoff-Runde
sicher hat? Ich nicht. Dass Tyler Beskorowany für die schönste Eishockeyzeit des Jahres wieder fit sein soll, ist eine ganz wichtige Nachricht für die Landeshauptstädter. Auch wenn Lukas Lang durchaus ein guter Backup ist, hat es seine Gründe, warum er sich bislang in der DEL nicht als Stammgoalie durchsetzen konnte. In den Playoffs gebe ich ihnen allerdings keine großen Chancen auf den Halbfinaleinzug.“

Waren die Roosters für mich die größte Überraschung der Hauptrunde, dann nur dann, weil die DEG für mich die größte Sensation war. Kürzlich habe ich mit einem Kölner – deswegen nenne ich den Namen hier lieber nicht – über die DEG gesprochen, der Tyler Beskorowany als die Verpflichtung der Saison bezeichnete. Dem kann ich nur lebhaft beipflichten. Man darf nicht vergessen, die DEG hatte und hat mit großen Verletzungsproblemen zu kämpfen. Michael Davies war ein absoluter Top-Zugang, und dann fällt der wegen der Dopinggeschichte über Monate aus. Spätestens da dacht ich persönlich, jetzt ist es vorbei. Derber kann man sich nicht irren. Das mit den Halbfinalchancen sehe ich etwas anders als meine Vorredner, weil der Gegner aus Hamburg kommt. Für die Anreise bei Gastspielen reicht dem möglicherweise ein Sammeltaxi.

ERC Ingolstadt

Ich  habe es schon ein paar Mal im Ticker erwähnt. Der ERC spielt in dieser Saison wie man es im Rückblick in der Vorausschau auf eine Saison im vergangenen Jahr vielleicht von einem Meiser erwartet hätte. Das war eine starke Hauptrunde hinter den beiden Überteams aus München und Mannheim. Und man darf nicht vergessen, dass der ERC über Wochen auf Schlagdistanz zu den Roten Bullen war. Top-Abgänge wurden durch Top-Zugänge ersetzt. Besonders auf diese Viertelfinalserie gegen Iserlohn bin ich gespannt wie eine Flitzebogen!

MünsterPinguin: „Sorgen um erneute Teilnahme an den Playoffs müssen sich die Schanzer nicht mehr machen, auch das Heimrecht ist quasi sicher. Da die Hamburger stark ersatzgeschwächt sind, traue ich Ingolstadt den Sprung auf Rang 3 absolut zu. Können die Panther den Titel verteidigen? Letzte Saison haben sich die Ingolstädter in einen wahren Rausch gespielt und sich teilweise sehr deutlich gegen die Konkurrenten durchgesetzt. Das wird dieses Jahr wohl nicht wiederholbar sein, die Teilnahme am
Halbfinale oder Finale ist aber absolut möglich.“

Perca: „[…] Die direkte Qualifikation ist schon seit langem gesichert, nun geht es um das Heimrecht, hier sind sie derzeit ein wenig am schwächeln. 5 Punkte Vorsprung auf die DEG sollten aber ausreichend sein, sodass es am 52. Spieltag eher um den Sprung nach oben geht. Die Titelverteidigung traue ich den Schanzern nicht zu, sehe sie aber im Halbfinale/Finale.“

Hamburg Freezers

Perca: „Okay, zugegebendermaßen, es ist hier nicht ganz objektiv, bin ich doch ein Fan der Freezers, aber was die derzeit zeigen, dass ist schlichtweg unglaublich. Mit einem ähnlichen Verletzungspech wie die Münchner, aber einem viel schmaleren Kader trotzen sie einen Ausfall nach den anderen. Und mit gerade einmal 13-14 Feldspielern, keine 3 Reihen vollkriegend, als Backup einen 18-jährigen aus der DNL, gewinnen sie derzeit ein Spiel nach dem anderen. Das Heimrecht sollte nun sicher sein, es ist unwahrscheinlich, dass die DEG noch 6 Punkte und 16 Tore aufholt, nun geht es höchstwahrscheinlich am 52. Spieltag zum Spiel um Platz 3 in Ingolstadt. Was die Playoffs aber anbelangt, da sehe ich für Hamburg schwarz. Man pfeift jetzt schon fast aus dem letzten Loch, spätestens im Halbfinale wird Schluss sein.“

MünsterPinguin: „Vor diesem Team muss man einfach Respekt haben. Vom unglaublichen Verletzungspech gebeutelt, finden sie trotzdem immer wieder einen Weg, die Spiele zu gewinnen. Dass die Freezers ihre Kölner Gegner mit nicht einmal drei Reihen niederrangen, zeigt welcher Wille und Kampfgeist in der Mannschaft steckt. Mit Kevin Clark hat man einen absoluten Topstürmer, und Sebastien Caron
gehört ohnehin zu den besten Keepern der Liga. Auch wenn ich die Leistung der Freezers in der Vorrunde bewundere, glaube ich in den Playoffs an ein schnelles Aus im Viertelfinale. Der Kräfteverschleiß ist einfach zu groß.“

Zu den Freezers gibt es noch eine dritte Stimme, von Stefan, der ebenfalls Anhänger der Hamburger ist: „Die Saison fing an wie fast alle in den letzten Jahren, mit 0 Leidenschaft und Engagement. Es sah so aus wie es wohl auch war, sie haben gegen den Trainer gespielt. Ich persönlich mochte Laport und finde, die Freezers haben ihm einiges zu verdanken, aber da stehe ich zumindest in unserer Dauerkartenrunde ziemlich alleine da. Egal, die Mannschaft hat unter Aubin gezeigt, was sie drauf hat und hat phasenweise richtig gutes Eishockey gespielt. Nicht umsonst hat man gegen fast alle Spitzenteams so gut ausgesehen. Aber alle wissen, wie schmal der Freezers-Kader ist und bei dem Verletzungspech, das die Freezers diese Saison hatten und haben ist es schon sehr sehr beachtenswert, dass sie es unter die ersten 4 geschafft haben, nicht ein einziges Spiel in dieser Saison hatten sie alle Mann an Bord. Das zeigt, dass sie wirklich ein Team mit einer großen Moral sind und echter Teamspirit vorhanden ist. Von daher bin ich nicht unbedingt Percas Meinung, dass spätestens im Halbfinale Schluss ist. Der wahrscheinliche Erstrundengegner ist die DEG, mit denen haben wir nach dem letzten Spiel noch eine große Rechnung offen und deren Kader ist auch nicht viel größer. Und wir alle wissen auch, in den Playoffs ist alles möglich …! Nicht vergessen möchte ich aber, dass die Schiris uns mit haarsträubenden Fehlentscheidungen diese Saison mindestens 10 Punkte gekostet haben und ich mich an nicht ein Spiel diese Saison erinnern kann, wo das umgekehrt so gewesen ist. Man muss wirklich das Gefühl haben, dass die Freezers eine Art Malus bei den Schiris haben und ich weiß nicht warum. Wenn man (theoretisch …) die 10 Punkte oben drauf rechnet, kann man gar nicht stolz genug auf die Freezers sein, was sie diese Saison mit diesem Kader geleistet haben. WIR SIND STOLZ AUF UNSER TEAM – HAMBURG FREEEEEEEEZRES ….!“

Die Freezers, finde ich, haben sich inzwischen als Spitzenteam etabliert. Und es nötigt mir großen Respekt ab, wie sie sich auf der letzten Rille Richtung Ziellinie gefightet haben. So eine Einbruch wie gegen Ingolstadt im letzten Spiel hätte ich eigentlich schon früher erwartet. Ich will nicht behaupten, die Freezers seien im Viertelfinale chancenlos. Aber maximal sieben Spiele, praktisch alle zwei Tage eines … Wie will man das denn gegen die DEG durchstehen?

EHC Red Bull München

Münsterpinguin: „Zweifellos haben die Münchener eine gute Mannschaft. Dennoch gehören sie zu den Teams, die mich dieses Jahr überrascht haben. Diese Konstanz, welche man braucht, um ganz oben mitzuspielen, hätte ich den roten Bullen trotz des guten Kaders nicht zugetraut. Der 2. Tabellenplatz dürfte sicher sein. Hamburg geht auf dem Zahnfleisch und auch Ingolstadt wird die Red Bulls nicht mehr abfangen. Das erreichen des Halbfinals würde mich nicht überraschen, für mehr reicht es meiner Meinung nach aber nicht.“

Perca: „Es ist beeindruckend, wie Red Bull es schafft, mit den ganzen Verletzungen umzugehen. Gut, der Kader ist groß genug, um hier einiges abzufangen, aber dennoch muss man vor der Leistung den Hut ziehen. Dieses Jahr sind sie auch überwiegend konstant, etwas, dass ich davor nicht gesehen habe. Spielerisch sehr stark dabei werden sie die Saison höchstwahrscheinlich auf Platz 2 beenden. Ob es diese Saison für den Titel reichen wird? Ich wage es noch zu beweifeln, aber dies ist nur ein Bauchgefühl.“

Das wichtigste zu den Münchner ist eigentlich schon gesagt. Ich kann mir keine andere Mannschaft vorstellen, die mit einem solchen Verletzungspech so viel erreicht hätte. Man muss sich das vor Augen führen. Fast über eine gesamte Saison hinweg waren im Schnitt ein Drittel der Stammkräfte verletzt. Damit meine ich Spieler, die, wenn fit gewesen, auf jeden Fall gespielt hätten! Höchst erstaunlich, und das spricht einerseits für die Tiefe des Kaders, andererseits für einen ausgesprochen guten Coach, bzw. Coachingstaff. Gut, mit einem solchen Etat ausgestattet, kann man natürlich auch mit breiter Brust auftreten. Aber das muss auch erst einmal aufs Eis gebracht werden. Und so gesehen, ist im Rückblick auch München für mich eine der positiven Überraschungen der abgelaufenen Hauptrunde.

Adler Mannheim

Perca: „Die Mannheimer sind der Sieger der DEL-Hauptrunde, bei 6 noch zu holenden Punkten und 7 Punkten Vorsprung ist die Sache durch. Dies merkt man den Adlern auch an, sie sparen ihre Kräfte, wollen sich nicht verletzen, so setzt es derzeit Niederlagen. Die Form scheint nach unten zu gehen, aber dies nur scheinbar, für mich der Meisterschaftskandidat überhaupt.“

MünsterPinguin: „Die Adler spielen eine richtig gute Saison und haben mit Metropolit einen absoluten Superstar in ihren Reihen. Die letzten Spiele waren sie jetzt nicht mehr so dominant, aber ein gutes Pferd springt bekanntlich nur so hoch wie es muss. Platz 1 wurde trotz einer kurzzeitigen „Schwäche-Phase“ zum Ende der Hauptrunde erreicht und dann sollten sich die Playoff-Gegner warm anziehen. Für mich absoluter Topfavorit auf den Titel.“

Zu den Adern liegt ebenfalls eine dritte Stimme vor: Kamui als bekennender Adler-Anhänger meldet sich zu Wort: „Was soll man sagen zu den Adlern? Man war eigentlich von Beginn an oben dabei, hat den EHC mal kurz Spitzenluft einatmen lassen, aber dann irgendwann den Turbo gezündet und dann war’n sie nicht mehr gesehen. 3.-beste Offensive, beste Defensive, beste Unterzahl, Top3-Goalie (gefühlt und statistisch). Dazu kommt dann ein scheinbar sehr gute Kondition, die es einem sehr oft ermöglicht hat, Spiele im Schlussdrittel zu entscheiden/zu drehen Einzig das Powerplay ist noch erheblich ausbaufähig. Zwar schien es in den letzten Wochen ein wenig aufwärts zu gehen, trotzdem war das noch nicht playofftauglich. Die größte Schwäche neben dem PP schien mir die ganze Saison bereits die Anfälligkeit bei Breaks. Man hatte immer das Gefühl, die Adler überdrehen und stehen zu offensiv, und fangen sich dann Gegenstöße. Alles in allem hätte die Hauptrunde aber kaum besser verlaufen können, und wenn sich das Lazarett wieder ein wenig lichtet gehen die Adler als Topfavorit in die Playoffs.“

Wie in jedem Jahr wieder wurde die Adler auch in dieser Saison hochgehandelt, allerdings haben sie diese Saison auch die Erwartungen erfüllt, insofern zählen auch die Kurpfälzer für mich zu den Überraschungsmannschaften in positivem Sinne. Sie bieten ausgesprochen attraktives Eishockey, Geoff Ward hat den Adler-Fans vielleicht das zurückgegeben, was sie einige Jahre lang vermisst haben: Spaß. Mein Eindruck: Die Adler können in dieser Saison nur an sich selber scheitern.

 

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5 Gedanken zu “Hauptrundenrückblick mit Gästen

  1. Schöner, kompakter Hauptrunden-Zusammenschnitt.

    Und danke an die emsigen Bienen, die Olaf die Arbeit abgenommen haben ;D

    Nur eine Frage Olaf: In der Tabelle oben…Madrid?? Die spielen doch gar nicht in der DEL. Spielen die überhaupt Eishockey? 😀

      1. Oder „Real“ das wär aber echt über 50 Ecken gedacht. Und ohne Fußball kommt man da doch nicht drauf 😀

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