Die DEL-Saison 2015/16: Augsburg, Berlin, Mannheim

Der Beginn der neuen Saison nähert sich mit Riesenschritten. Eine Art Sommer geht damit auch offiziell zu Ende. Aus Tradition gibt es deswegen kurz vor Start schon mal einen kleinen Ausblick auf das, was uns erwartet. Die 14 Teams befinden sich in den letzten Vorbereitungen, bei sechs davon gestaltet die sich mehr oder weniger im Rahmen der Championshockeyleague.

Und da läuft es ja für deutsche Mannschaften, nicht zuletzt aufgrund des neuen Modus eindeutig erfolgreicher als in der letzten Saison. Es wäre jetzt keine Riesenüberraschung, wenn es diesmal alle in die K.O.-Phase schaffen. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass diese Art Vorbereitung unter Wettkampfbedingungen zumindest zu Saisonbeginn für die Beteiligten leichte Wettbewerbsvorteile bergen könnte. Gut, Vorbereitungsturniere spielen alle. Aber im Rahmen der Championsleague gehe ich doch von einem leicht höheren Niveau aus. Bin gespannt, ob das Auswirkungen hat.

1. Augsburger Panther

Einen ziemlichen Umbruch gibt es bei den Panthern. Aber das ist Augsburger Eishockeyrealität. Wenn finanziell besser gestellte Clubs rufen, werden die Panther auch in Zukunft kaum einen Spieler halten können, es sei denn, der wird von Anfang an mit einem Rentenvertrag ausgestattet. Und dafür ist das finanzielle Risiko zu groß.

Zum Umbruch: Der beginnt damit, dass hinter der Bande Mike Stewart Greg Thomson ablöst. Von denen, die letzte Saison regelmäßig zum Einsatz kamen, sind noch Braden Lamb, Patrick Kurz, Steffen Tölzer, James Bettauer. T.J. Tevelyan, Ivan Ciernik, Arvids Rekis, Daniel Weiß und Adrian Grygiel übriggeblieben. Nach meinen Aufzeichnungen komme ich auf 16 Abgänge, darunter beide Goalies, Chris Mason und Markus Keller. Hinzu kommen unter anderem, um ein paar namentlich zu erwähnen (Bei Wechseln innerhalb der DEL merke ich es an): Brett Breitkreuz, Louie Caporusso (Iserlohn), Dan DaSivla, Spencer Machacek (Berlin), Jeff Woywitka sowie Ryan Bayda, Mike Connolly, Colton Jobke (alle drei Straubing).

Dem stehen im Augenblick 14 Neuzugänge gegenüber. Aus der DEL kennen wir bereits Bretton Stamler (Hamburg), Derek Dinger (Schwennigen), Jonathan Matsumoto (Schwenningen), Aleksander Polacezk (Wolfsburg), Thomas Holzmann (München) und Mike Iggulden (Köln). Traditionell sind die Panther mit dem Scouting in der AHL recht erfolgreich, mit Mark Mancari und Drew LeBlanc haben sie wieder zwei Spieler „ausgegraben“, das soll jetzt nicht despektierlich wirken, die mal zumindest, zurückhaltend ausgedrückt, ziemlich interessant werden könnten. Auf der Goalie-Position dürften sie sich auch verstärkt haben. Mit Jeff Deslauriers kommt ein Mann mit NHL und KHL-Erfahrung.

Wäre noch die Frage, ob Mike Stewart als Coach erstligatauglich ist? Zweifelsohne. Gäbe es Auf- und Abstieg hätte er das auch schon unter Beweis stellen können.

Tatsächlich schätze ich die Panther stärker ein als letzte Saison, und wenn sie diesmal von Verletzungen von Leistungsträgern wie in der vergangenen Saison bei Ryan Bayda und Mike Connollly verschont bleiben, sollte ein Platz im Preplayoffbereich allemal drin sein. Nach zwei Jahren Playoffabstinenz täte ihnen das mal wieder ganz gut. Bis auf Arvids Rekis (Schulter) und T.J. Trevelyan (Hand) dürften dem AEV zum Saisonstart alle Spieler zur Verfügung stehen, deren Verletzungen wiederum scheinen nicht allzu langwierig auszufallen.

Nachtrag vom 7.9.2015: Für den verletzten Trevelyan hat man den jungen Ben Hanowski (24), einen US-Amerikaner, nachverpflichtet.

2. Eisbären Berlin

Zwei Hungerjahre mit Hauptrundenplatzierungen im Preplayoffbereich haben die Eisbären hinter sich. Das ist offen gesagt zu wenig. Wird Zeit, dass sich beim schlafenden Riesen mal wieder etwas tut. Das wird allerdings schwierig, sollte man in der kommenden Saison mit ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben wie in der abgelaufenen. Und da sei vor allem das Verletzungspech des Rekordmeisters zu nennen.

Im Vergleich zum AEV ist die Fluktuation bei den Eisbären natürlich bei weitem nicht so groß, im Gegensatz zu den Schwaben kann man, wenn man will, die Spieler einfach halten.

Schauen wir uns die wichtigesten Abgänge an: Matt Foy, Jimmy Sharrow (uh, schmerzlich, Wolfsburg), Casey Borer (Nürnberg), Antti Miettinen. Mathias Niederberger ist ausgeliehen, ebenso wie Alex Trivellato. Neu hinzugekommen sind Bruno Gervais und Micki DuPont. Zumindest letzterem sollte die Reintegration in Berlin nicht allzu schwerfallen, immerhin war er schon zweimal mit den Eisbären Meister. Neben den zwei Defendern Gervais und DuPont hat man sich für den Angriff umgetan, Spencer Machacek kommt aus Augsburg, das scheint historisch ein gutes Rekrutierungsgebiet für die Berliner zu sein, Olver und Tallackson sind schließlich immer noch da. Und mit Vladislav Filin kommt einer an die Spree, der für die Eisbären, wie DuPont, bereits in der Vergangenheit aktiv war und dem Eisbären-Nachwuchs entstammt. In der Probezeit befindet sich noch der Japaner Shuhei Kuji.

Berlin also ein Team mit viel Erfahrung, und es gibt da ein paar jüngere Spieler wie beispielsweise Jonas Müller, die bei mir in die Kategorie „mögliche Leistungsexplosion“ fallen. Einerseits hätte ich mir bei den Eisbären durchaus einen größeren Umbruch vorstellen können, allerdings muss man auch hinzufügen: Wenn die Mannschaft von größeren Verletzungen verschont bleibt, ist das im Prinzip eigentlich auch so eine Art Umbruch.

Für Oktober wird das Comeback von Constantin Braun erwartet, ansonsten scheinen Uwe Krupp, zumindest derzeit, alle Spieler zur Verfügung zu stehen. Mit einem Ausblick tue ich mir bei den Eisbären schwer. Im Normalfall sollte ein Platz unter den ersten Sechs für die Berliner immer drin sein.

3. Adler Mannheim

Da ich mit dieser Vorschau befasse, habe ich nochmal einen Blick auf meine Vorschau der letzten Spielzeit geworfen. Die begann mit folgenden Worten: „Wären die Adler nicht so langsam mal wieder dran? Der ganz große Wurf?“ und endete so: „Insgeheim warte ich ja drauf, dass die Kurpfälzer irgendwann mal explodieren. Vielleicht ja in diesem Jahr?“ Im Nachhinein erfüllen einen solche Worte mit einer gewissen Genugtuung, auch wenn ich Honk auf die Haie als Titelkandidat gesetzt hatte.

Wie bei Augsburg müssen wir bei Mannheim hinter der Bande anfangen: Meistertrainer Geoff Ward hat sich verabschiedet Richtung über`n großem Teich, an seiner Stelle darf nun Greg Ireland erste DEL-Erfahrungen sammeln. In Europa war er vor ein paar Jahren schon mal bei Lugano aktiv.

Wer ist gegangen? Am schmerzlichsten empfinde ich persönlich den Abgang von Matthias Plachta, aber wenn Amerika ruft, ist halt nicht viel zu machen. Dazu kommen Kurtis Foster (Nürnberg), Bobby Raymond (nach Iserlohn zurück), Frank Mauer (München) und Mirko Höfflin (ausgeliehen nach Straubing).

Und die Adler wären nicht die Adler, wenn sie sich nicht punktuell verstärkt hätten, zum Teil sind das zudem ziemlich fette Punkte. Aus der KHL kommt Mathieu Carle, aus Augsburg Philip Riefers, aus Ingolstadt Ryan MacMurchy und aus Iserlohn Brent Raedeke. Vier Neuzugänge, das hört sich dann doch recht bescheiden an, verwundert ob der abgelaufenen, eher erfolgreichen Saison andererseits nicht wirklich. Vor ein paar Tagen hat man dann noch eine zusätzliche Verpflichtung bekanntgegeben, aus dem Schwenninger Nachwuchs, war ein paar Jahre in den Staaten, hat`s dort anscheinend nicht geschafft, Mario Göce oder so. Nie gehört. Keine Ahnung.

Ausblick: Könnten den Titel verteidigen. Traue ich denen zu. Aber sind auch die einzigen, die den Titel verteidigen könnten, sind ja auch die einzigen, die letztes Jahr Meister waren.

Soweit der erste Teil des Ausblicks auf die kommende DEL-Saison. In den nächsten Tagen werde ich das Teilnehmerfeld weiter komplettieren. Wem derweil langweilig wird, der oder die kann sich ja schon mal mit dem Tippspiel befassen. Zu finden ist es mehr oder weniger unter der alten Adresse, auch wenn ich mir nicht ganz sicher bin, wer es angelegt hat, den Link habe ich von Indy. Zum Tippspiel. Zum offiziellen DEL-Tippspiel geht es übrigens hier.

Und wem immer noch langweilig ist oder wer es kaum noch aushält: Zur Vorbereitung ist das Sonderheft der eishockeynews unabdingbar. Ich schau auch regelmäßig bei del.org rein und für die Ohren würde ich den Podcast von haimspiel.de empfehlen. Da ist auch für jeden was dabei.

 

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7 Gedanken zu “Die DEL-Saison 2015/16: Augsburg, Berlin, Mannheim

  1. Dieses Jahr rechtzeitig dran gedacht, aber es war knapp.

    Auf gehts Adler, Mission Titelverteidigung beginnt. Zum Glück spielen die beiden Mario G.S in Istanbul bzw. München, wir nehmen dann doch lieber den Goc^^

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