Preplayoffs 2016/17 – Vorschau

Endlich, endlich, endlich. Die K.o.-Runden starten. Die Hauptrunde zog sich am Ende doch elendig hin. Nun beginnt der Ernst des Lebens.

Hier geht’s zum Liveticker.

Chat.

ERC Ingolstadt – Fischtown Pinguins Bremerhaven

Einen Rückblick auf die gemeinsame Playoffhistorie des ERC und der Pinguins kann man sich getrost sparen, die kann es ja gar nicht geben. Weil die Pinguins ja ihre erste DEL-Saison gespielt haben.

Und wenn man in der ersten Saison gleich in die Preplayoffs kommt, ist das als Erfolg zu bezeichnen. Erklärtes Ziel der Pinguins war es vor der Saison, die Hauptrunde nicht als Tabellenletzter zu beenden. Mission accomplished.

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An der Stelle bietet es sich an, drängt sich geradezu auf, sich näher anzuschauen, wie sich denn DEL-Neulinge in ihrer ersten Saison geschlagen haben: Mit München und Bremerhaven haben es erst zwei Mannschaften geschafft, die Hauptrunde zu überstehen. Und guck, wo München heute ist. In fünf Jahren werden die Pinguins Meister! So sieht’s aus.

Jetzt hatte die abgelaufene Hauptrunde allerdings ein paar Besonderheiten. Noch nie waren die Abstände zwischen oben und unten so groß wie in dieser Saison. Als die Preplayoffs vor 11 Spielzeiten, zur Saison 2006/07, eingeführt wurden, schaffte der KEV den Sprung in die ersten Playoffrunde mit 71 Zählern. Bis zu dieser Saison war das der bisher schwächste Wert. Letztes Jahr kamen die Freezers auf 72 Punkte und schafften den Sprung nicht. Die Eisbären als Siebter der Hauptrunde kamen diesmal nur auf 68 Zähler. In jeder anderen Spielzeit wäre die Saison damit schon beendet gewesen. Das einzige Team, das den Sprung in die Preplayoffs mit einer vernünftigen Punktzahl geschafft hat, ist der ERC (76). Damit hätten die Schanzer die Preplayoffquali bisher bei 14 Teams erst einmal verpasst.

Seit ihrem Aufstieg in der Saison 2002/03 sind die Panther zum dreizehnten Mal in den Playoffs dabei. Preplayoffs habe die Schanzer viermal gespielt, zweimal schieden sie aus (2007/08 gegen Hamburg, gegen Straubing in der letzten Saison), zweimal zogen sie ins Viertelfinale ein (2008/09 gegen Köln, 2013/14 im Meisterjahr gegen die Eisbären). Die Chancen stehen also, sollte der ERC diese Runde überstehen, bei 50 Prozent, dass  man auch Meister wird!

Zwei Formkurven zur Serie: Die erste vergleicht die Heimkurve der Schanzer mit der Auswärtskurve der Pinguins.

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Sofort zu erkennen: Bei den Pinguins lief es gegen Ende der Hauptrunde auswärts icht mehr besonders, die letzten vier Gastspiele haben sie verloren, während die Panther eine gewisse Heimstärke entwickelten.

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Und die Gesamtsaison als Kurve betrachtet, registriert man einen, in Ermangelung eines besseren Begriffes nenne wir es mal Leistungsabfall bei Bremerhaven, der mit einer Formstabilisierung des ERC zusammenfällt.

Für den ERC spricht ferner, dass die Pinguins ihr Saisonziel bereits jetzt übertroffen haben, alles, was jetzt noch kommt, ist Zugabe. Andererseits können sie dadurch ohne Druck spielen. Das dürfte sich für Ingolstadt etwas anders darstellen, gerade auch, weil in der letzten Saison so früh Schluss war.  Zieht der ERC ins Viertelfinale ein, kann man von einer okayen Saison sprechen (schickes Adjektiv, was).

Hätte es für die Schanzer besser laufen können? Hätte es. In einer wichtigen Saisonphase fehlte über längere Zeit mit Petr Pohl und John Laliberte zwei ganz wichtige Scorer, die inzwischen jedoch wieder dabei sind. Andererseits, welche Club hat sich nicht mit Verletzungen herumzuplagen? So fehlte bei den Pinguins zuletzt mit Rob Bordson der zweitbeste Scorer es Teams.

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Der Blick auf die Ergebnisse der Hauptrunde (gelb: Auswärtsmannschaft vorne) verspricht eine ziemlich spannende Serie. Der ERC verlor gegen Bremerhaven beide Heimspiele und das erste Auswärtsspiel, zweimal wurden die Spiele erst im Penaltyschießen entschieden. Nur Krefeld, Iserlohn und Straubing haben gegen die Pinguins eine schlechtere Bilanz als Ingolstadt.

 

Eisbären Berlin – Straubing Tigers

Die Tigers haben es wieder geschafft. Zum zweiten Mal in Folge ziehen sie in die Preplayoffs ein. In der vergangenen Saison  warfen sie Ingolstadt raus, hatten dann aber das Pech, gleich im Viertelfinale auf München zu treffen. Es wurde eine kurze, aber keine schlechte Viertelfinalserie. Straubing ist zum vierten Mal in den Playoffs dabei. 2011/12 scheiterten sie im Halbfinale an den Eisbären (1:3), bisher die einzige Playoffserie gegen den Rekordmeister, ein Jahr später, über den Umweg der Preplayoffs gegen Augsburg, war im Viertelfinale gegen Köln Schluss.

Was die Playoffbilanz betrifft, sieht das beim Rekordmeister zwangsweise ganz anders aus. Sonst hieße es ja auch nicht Rekordmeister. Aber bald sind die Berliner sowieso die beste Eishockeyorganisation Europas, dann spricht über eine solche Saison wie die vergangene kein Mensch mehr.

Playoffteilnahmen der Eisbären: 1996/97, 97/98, 98/99, 2001/02, 02/03, 03/04, 04/05, 05/06, 07/08, 08/09, 09/10, 10/11, 11/12, 12/13/ 13/14, 14/15, 15/16. Das sind eins, zwei, drei … verdammt viele. Preplayoffteilnahmen dagegen gibt es deutlich weniger: 2006/07 gegen Frankfurt, die Lions kamen weiter. 2013/14 gegen Ingolstadt, der ERC kam weiter. 2014/15: Da flog man gegen Nürnberg raus. Kurzum, mit den Preplayoffs haben die Eisbären bisher denkbar ungünstige Erfahrungen gemacht. Eine Preplayoffteilnahme der Eisbären ist gleichzusetzen mit einer schlechten Saison und dem schnellen Abschied.

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Wovon lebten die Eisbären in ihrer Saison? Von  ihrer gerade zum Staisonende wiedergefundenen Heimstärke. Die Grafik stellt die Heimbilanz der Eisbären der Auswärtsbilanz der Tigers gegenüber. Eindeutig: Vorteil Berlin.

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Schauen wir uns die Saisonkurven an, gibt es ein eindeutiges Zwischenhoch der Eisbären zur Mitte der Hauptrunde. In derselben Zeit befanden sich die Tigers in einem tiefen, tiefen Loch, aus dem sie sich mit einer Serie fünf Siegen wieder herausarbeiten konnten. Die Entwicklung zum Ende der Hauptrunde verlief praktisch parallel.

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Der Blick auf die Ergebnisse der Hauptrunde (gelb: Auswärtsmannschaft vorne). Und siehe: Vorteil für die Tigers. Eine klare Niederlage im ersten Spiel in Berlin, die Eisbären legten allerdings auch einen sehr starken Saisonstart an den Tag. Die Tigers lagen ab Mitte Oktober praktisch beständig unter dem Strich, erst im Januar kam die Trendwende.

Schwer, bei dieser Paarung eine Prognose abzugeben. Zum einen finde ich, dass die Berliner eine fürchterliche Saison gespielt haben. Sie waren Teilnehmer an ein paar der schwächsten Spiele überhaupt, die ich in dieser Saison gesehen habe, was Playoffteilnehmer betrifft. Und für die Adler wie für München, so wie ich die Lage einschätze, wären sie sowas wie ein Freispiel, so hart das klingen mag. Den Tigers gönne ich es in dieser Saison einfach mehr. Das Argument, die Eisbären hätten in dieser Saison unter extremem Verletzungspech zu leiden gehabt, ist jedoch nicht von der Hand zu weisen. Erst gegen Saisonende wurde der Kader wieder einigermaßen komplett. Trotzdem, ich bin halt auch ein bisschen nachtragend. Die Specialteams sind eine einzige Katastrophe, die Arbeit von Uwe Krupp überzeugt mich wenig. Go, Tigers go, damit die Eisbären früher die Reset-Taste drücken können. Echt.

 

Heiner

Ingolstadt – Bremerhaven 0:1
Berlin – Straubing 4:5

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5 Gedanken zu “Preplayoffs 2016/17 – Vorschau

  1. Ich tippe:

    ERC – Bremerhaven 2:0

    Denke den Pinguins ist zum Ende der Hinrunde schon ein bisschen der Sprit ausgegangen. Die Überraschungen wurden weniger, und allgemein war man nicht mehr ganz so effizient vor dem Tor (Eye-Test), und da man ja sowieso relativ wenige Chancen rausspielt geht das eben nicht mehr oft gut aus.

    Der ERC hingegen konnte zwar die ganze Saison über selten überzeugen, aber in den POs kommts oft einfach auch auf die individuelle Klasse und Erfahrung an und da sehe ich Ingolstadt dann doch klar vorne.

    Bärlin – Straubing 0:2

    Hier glaube ich tatsächlich an die Überraschung. Straubing scheint gerade rechtzeitig wieder ein wenig im Aufwind zu sein und sie haben mit dem PP eine echte Waffe. Dazu sind sie (gefühlt) in den letzten Jahren DER Angstgegner der Berliner. Egal wie gut oder schlecht die Eisbären waren, gegen Straubing haben sie oft überraschend verloren.

    Die B.E. Kings werden hingegen vielleicht sogar froh sein, wenn die Seuchensaison vorbei ist. Irgendwie scheint das mit Krupp nicht so zu klicken. Auch wenn ich mit 0:2 ne klare Sache tippe kann ich mir hier aber auch einen Berliner Sieg vorstellen, allerdings traue ich den Straubingern eher nen Auswärtssieg zu als Berlin.

    1. Mist, zu schnell abgeschickt.

      Also um den letzten Punkt noch zu vollenden: WENN die Berliner weiterkommen wollen, dann wird das denke ich nur über 2 Heimsiege laufen können.

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