In der rööchtöön Eckööö: Der Außenseiter? Der Titelverteidiger!

Außenseiter? Das klingt vielleicht etwas hart. Wir sprechen hier schließlich von einem Finalisten. Aber dazu mehr morgen. Wenn die Panther in der vergangenen Saison eine ähnliche Hauptrunde hingelegt hätte, kein Mensch hätte sich über das Erreichen der Finalserie gewundert. Einfaches Fazit: Die Hauptrunde der Spielzeit 2014/15 war der eines Meisters würdig, auch wenn der vielleicht abtreten sollte.

Dabei war die Ausgangslage in Ingolstadt nicht die einfachste. Meistertrainer Niklas Sundblad verließ den Verein. Und für einen Titelträger gab es in der Mannschaftszusammenstellung schon einen relativ deutlichen Umbruch (Sowas macht mich immer skeptisch, wie ich schon in meiner Saisonvorschau anmerkte – falls da jemand hinklickt, bitte den Part über die Haie einfach überlesen).

Führen wir uns nochmal vor Augen, wer das alles der Club verlassen hatte. Robert Sabolic, Ziga Jeglic, Tim Hambly, Travis Turnbull, Tyler Bouck, ohne hier jetzt den Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu wollen.

Bei einem so großen Umbruch spielt das Trainerteam natürlich eine erhebliche Rolle. Und in dieser Hinsicht kann man Larry Huras als verantwortlichem Coach nur wenig Vorwürfe machen. Also spontan fallen mir jedenfalls keine ein. Meister, das kann Huras. Vier mal in Frankreich mit Rouen Hoeckey Elite 76, in der Schweiz mit den großen Teams (ZSC Lions, HC Lugano und dem SC Bern) war er dreimal erfolgreich, auch wenn die letzte Meisterschaft für ihn schon ein paar Jahre zurückliegt (2010 mit Bern).

Elf Spieler hatten die Panther verlassen – da fragt man sich fast schon, müssen die Neuzugänge in den Restkader integriert werden oder muss man eher schon vom ungekehrten Fall sprechen. Wie dem auch sei, die Integration ist vorzüglich gelungen.

Besonders die „Schweizer“ Riege hat eingeschlagen: Brandon Buck: Topscorer des ERC in der Hauptrunde. Petr Taticek: Drittbester Vorbereiter beim ERC, gefühlt der beste Vorbereiter mit seinen 28 Assists, fehlen im doch im Vergleich zu Buck immerhin acht Spiele. Ryan MacMurchy wollen wir dabei auch nicht vergessen, den zweitbesten Scorer beim ERC.

Ich will jetzt nicht jeden einzelnen Spieler anführen, aber Patrick Hager sollte man in dieser Auflistung doch nicht vergessen. Auch wenn der nicht direkt in die Kategorie Neuzugang fällt. Ich habe ihn nie für einen schlechten Spieler gehalten, aber boy, hat der mich diese Saison beeindruckt. Das war nahe an einer Leistungsexplosion. Schon in der Hauptrunde fand ich ihn sehr stark, aber in den Playoffs scheint er sogar noch einmal zugelegt zu haben.

Was spricht also für die Panther, abgesehen von der Tatsache, dass die Quote für den Seriensieg bei Mannschaften, deren Städtnamen im Alphabet vor dem des Finalgegners steht, bei 70 Prozent liegt? Und was erklärt, warum Nürnberg in einer Finalserie nie die Adler schlagen kann (Ist halt Schicksal). Was spricht also für den ERC?

Jede Menge Playoff-Spielpraxis: Die Mannschaft hatte in den Playoffs 12 Partien, um die richtige Taktik gegen die Adler zu finden. Eine der großen Schwächen in der Hauptrunde war die Defense. Drei Gegentore gab es pro Partie, daran änderte sich in der Serie gegen Iserlohn zunächst wenig, im Gegenteil. Doch in der Halbfinalserie gegen Düsseldorf ließ man nie mehr als zwei Gegentreffer zu. Im Verlaufe der Playoffs hat sich der ERC erheblich steigern können – das spricht dafür, dass das Team von Larry Huras auf den Punkt genau für die Finalserie bereit sein wird.

Einen herben Aufall für die Panther gab es in der Serie gegen Düsseldorf, bei der MacMurchy nur die erste Partie bestreiten konnte. Mittlerweile befindet er sich zwar wieder im Training, aber ob es für einen Einsatz in der ersten Partie gegen Mannheim reicht, bleibt fraglich.

Seit der Saison 2002/03 spielt der ERC in der DEL. Die Playoffteilnahme hat man dabei genau zweimal verpasst, im allerersten Jahr. Das ist eigentlich der Normalfall. Und in der Spielzeit 2008/09. Umso erstaunlicher, dass sich Mannheim und Ingolstadt in den Playoffs in der Regel aus dem Weg gehen konnten. Einzige Ausnahme war die Saison 2011/12, als beide Teams im Halbfinale aufeinandertrafen – Heimrecht hatte der ERC – Mannheim gewann 3:1. Ergibt wieder eine Bombenstatistik: WENN Mannheim und Ingolstadt in den Playoffs aufeinandertrafen, wurden die Adler NIE Meister. Anderseits: Ingolstadt aber auch nicht.

Meister wird in diesem Jahr auf jeden Fall ein Team mit einem „o“ im Stadtnamen. Ingolstadt oder Monnem. Quote: 100 Prozent. Noch ’ne Quote: Wenn die Finalserie im Best-of-Seven-Modus ausgetragen wurde, gewannen immer die Panther. Unheimlich. Da können die Adler schon „ich packe meinen Koffer“ spielen … Genaueres dazu gibt’s morgen.

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3 Gedanken zu “In der rööchtöön Eckööö: Der Außenseiter? Der Titelverteidiger!

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