Ein Kellerduell und ein Spiel für Frühaufsteher

Kellerduell in Iserlohn, zum Ausgleich gibt es aber am Freitag zwei Spitzenspiele, die es in sich haben: Mannheim vs. Straubing und Bremerhaven vs. DEG. Zu einem ganz ungewöhnlichen Zeitpunkt startet das Spiel der Ice Tigers in Wolfsburg.

Zum Tippspiel

Iserlohn vs. Krefeld Ticker

Zum Konferenzticker

Chat

Iserlohn – Krefeld

Im Kellerduell am Donnerstag kommt es zum Aufeinandertreffen der Roosters und der Pinguine. Das Schlusslicht ist beim Drittletzten zu Gast. Nach einem sportlichen Highlight hört sich das nicht unbedingt an, und dabei ist die sportliche Lage beim KEV zurzeit noch das geringste Problem, der Club kämpft mal wieder ums Überleben, wie so häufig in den letzten Jahren. Dass dies auch Auswirkungen auf die Leistungen hat, lassen vier Jahre in Folge ohne Playoffteilnahme erahnen.

Bei den Roosters ist es lediglich die sportliche Situation, die unerquicklich ist, allerdings ist die Lage noch nicht so, dass sie sich nicht mit einem einzigen sehr erfolgreichen Wochenende nicht schnell reparieren ließe.

Der KEV hat die letzten neun Spiele verloren, folgt eine weitere Pleite im Sauerland, wäre das ein neuer Vereinsrekord, den aus der Saison 2016/17 hat man bereits durch die Niederlage vom Sonntag in München eingestellt. Die letzten drei Partien hat der KEV jeweils mit nur einem Tor Unterschied verloren.

Die Roosters haben die letzten drei Partien verloren, brachten am letzten Sonntag aber aus Wolfsburg immerhin einen Punkt mit. Zwei der letzten drei Heimspiele hat der IEC gewonnen. Die beiden nach Köln abschlussschwächsten Sturmreihen der DEL stehen sich bei dieser Begegnung gegenüber. Das erste Spiel in Krefeld gewann der KEV 3:1.

Wolfsburg – Nürnberg

18 Uhr Spielbeginn, das ist für einen Freitag eine sehr ungewöhnliche Startzeit. Und warum? Dahinter steckt eine ganz hübsche Aktion der Grizzlys. Die besuchen nämlich an diesem Freitag Schulen, und damit die Schüler und Schülerinnen die Chance haben, diesen Besuch zu erwidern, wurde der Spielstart mit freundlichem Einverständnis der Ice Tigers um anderthalb Stunden vorverlegt. Wäre ja auch irgendwie widersinnig, im Zusammenhang mit einer Aktion, die unter dem Motto fit4future steht, und bei der es um eine Präventionsinitiative der DAK handelt, Kinder erst gegen 22:30 Uhr auf den Nachhauseweg zu schicken.

Und was werden sie sehen? Grizzlys, die gerade einen Lauf haben. Okay, einen Minilauf. Sie haben nämlich nach einer Pleitenserie von sieben Niederlagen gerade ein Fünf-Punkte-Wochenende hinter sich gebracht. Okay, gegen Iserlohn und Krefeld gab es diese zwei Siege, das sollte man jetzt auch nicht überwerten, aber fünf Punkte sind fünf Punkte, die einem am Ende nicht fehlen. Den letzten Heimdreier der Grizzlys gab es am vierten Spieltag gegen Ingolstadt.

Zu Gast sind die Ice Tigers, die aus den letzten sieben Spielen fünf Siege holten, ihre letzten beiden Auswärtspartien in Augsburg und Berlin jedoch deutlich verloren. Beide Teams sind dieser Saisonphase stark von Verletzungsausfällen gehandikapt. Allerdings kommen die Franken mit dieser Situation wesentlich besser klar. Auswärts haben jedoch nur Krefeld und Schwenningen weniger Punkte geholt. Die letzten beiden Spiele in Wolfsburg haben die Ice Tigers gewonnen. Das erste Spiel in Nürnberg gewannen die Grizzlys 4:2.

Augsburg – Schwenningen

Die notorisch heimschwachen Panther treffen auf Wild Wings, die nach dem Kantersieg gegen Mannheim mit einer gewissen Euphorie und neugewonnenem Selbstvertrauen anreisen dürften. Ob es sich bei diesem 6:1 im Derby um einen Befreiungsschlag handelte, wird sich erst noch herausstellen müssen.

Die Panther haben sechs ihrer sieben Heimspiele verloren, mit einem Punkteschnitt von 0,57 sind sie das schwächste Heimteam der DEL. Mit den Wild Wings kommt nun die schwächste Auswärtsmannschaft der Liga. Vier ihrer fünf Auswärtsspiele haben die Schwarzwälder verloren. Das erste Spiel in Schwenningen gewannen die Panther 4:3 n.P. Die letzten drei Heimspiele gegen Schwenningen haben die Panther gewonnen.

Mannheim – Straubing

Spitzenspiel in Mannheim, und das hängt tatsächlich eher mit dem Gast als dem Gastgeber zusammen. Letztgenannter beeindruckt in dieser Saison doch eher durch sehr erratische Vorstellungen. Das letzte Wochenende ist dafür das beste Beispiel, erst eine 8:3-Gala gegen die Panther, die an die vergangene Saison erinnerte, dann ein 1:6-Debakel beim Schlusslicht aus Schwenningen, bei dem nichts, aber auch gar nichts funktionierte. Der Auftritt war geradezu naiv. Und jetzt gehts also gegen ziemlich abgezockte, sehr abgeklärt auftretende Tigers? Einfacher wird das nicht.

Die Niederbayern gehören neben Bremerhaven zu den ganz großen positiven Überraschungen dieser Saison. Die Leistungen der letzten drei Partien: Erst beendeten sie eine Miniserie der Adler, dann fügten sie dem EHC die erste Saisonniederlage zu, und am Sonntag ließen dann auch noch den formstarken ERC hinter sich.

Und ganz nebenbei wurden sie so zum torgefährlichsten Team der DEL, mittlerweile haben sie sogar mehr Treffer als die Münchner erzielt. Das letzte Aufeinandertreffen liegt gerade einmal zwölf Tage zurück, zu Hause setzen sich die Tigers mit einem 3:1 durch. In Mannheim haben die Tigers die letzten vier Spiele verloren.

München – Köln

Der souveräne Tabellenführer aus München muss sich mit zuletzt erfolgreicheren Haien auseinandersetzen. Beim EHC war zuletzt Sand im Getriebe, nach der ersten Saisonniederlage in Straubing, bei der der Vizemeister praktisch chancenlos bliebt, folgte am Sonntag ein mageres 2:1 gegen den KEV, so ganz unschlagbar wirkt die Mannschaft von Don Jackson zurzeit also nicht.

Dafür haben die Haie einen Lauf. Nach den Siegen gegen Krefeld und Schwenningen gab es zuletzt einen sportlich ungleich höher einzuschätzenden Sieg gegen die DEG, bei dem die Haie ihr bisher bestes Saisonspiel zeigten, und das auch noch im Derby!

Könnten sie in München nachlegen, wäre Mike Stewart wohl endgültig bei den Domstädtern angekommen. Die Haie sind das abschlussschwächste Team der DEL, der EHC hat bisher die wenigsten Gegentreffer kassiert: Das hört sich nach einer hohen Hürde an. Das erste Spiel in Köln gewann der EHC 3:0. Aus den letzten fünf Besuchen in München holten die Haie null Zähler.

Bremerhaven – Düsseldorf

Fast die Hälfte der DEL-Teams, nämlich genau sechs, haben auswärts mehr Punkte geholt als zu Hause, ein eher ungewöhnlicher Wert. Und zu diesen sechs Teams gehören auch Bremerhaven und Düsseldorf. Nach München und Fischtown ist die DEG das drittbeste Auswärtsteam. Zehn Spiele in Folge hatten die Rheinländer zuletzt gepunktet, ehe sie erstmals, im Rheinischen Derby, am Sonntag wieder leer ausgehen. Hard to beat, also. Und genau das gilt auch für Bremerhaven. Wie Düsseldorf hat auch Bremerhaven in dieser Saison nur dreimal nicht gepunktet. Besser ist nur die Bilanz des Tabellenführers aus München.

Beide Teams standen sich bereits am ersten Spieltag gegenüber, als die Pinguins aus Düsseldorf nach einem 1:0-Erfolg drei Zähler vom Rhein entführten. Letzte Saison war die Bilanz zwischen beiden Clubs ausgeglichen.

Ingolstadt – Berlin

Wer die Schanzer – nie war diese Bezeichnung so passend wie vor der Partie gegen die Eisbären – nicht sofort auf dem Eis entdecken kann, das ist kein Wunder: Sie werden in nämlich in Tarnanzügen auflaufen, so ist es jedenfalls angekündigt. Gerade im Spiel gegen eine Stadt wie Berlin mit seiner Historie ist das besonders geschmackvoll und zeigt neben viel Einfühlungsvermögen in den Zeitgeist zugleich Geschichtsbewusstsein. Gleich im Anschluss an die Begegnung beabsichtigt der ERC auf Stadtratsbeschluss übrigens, in Neustadt einzumarschieren, um die Nachbarstadt zu annektieren und so zum Spielpuck der Politik zu werden. Dann Regensburg, Straubing, Landshut … Super Aktion! Wenn die Marketing-Abteilung die Weltherrschaft erringen will, ohne was über die Welt zu wissen.

Die Eisbären oder die Haie, die machen beispielsweise was mit Pink. Da weiß ich, für was das steht. Ein gesellschaftliches Anliegen. Aber ditt?

Einen untergeordneten sportlichen Aspekt hat die Begegnung übrigens auch: Ingolstadt hat von den letzten sieben Spielen nur zwei verloren, das waren ausgerechnet die letzten beiden Heimspiele. Die Eisbären holten fünf Siege aus den letzten sechs Spielen. Darunter war auch ein 4:2 gegen Ingolstadt beim ersten Besuch, der erst drei Spieltage zurückliegt.

Percentage aus den letzten zehn Spielen

Heiner

Iserlohn – Krefeld 1:4 (!!!)
Wolfsburg – Nürnberg 3:1
Mannheim – Straubing 2:0
Augsburg – Schwenningen 4:2
München – Köln 3:4 (!)
Ingolstadt – Berlin 0:2
Bremerhaven – Düsseldorf 4:3 n.V.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s