Start in die DEL-Saison 2019/20

Es geht wieder los. Die Zeit des Privatlebens ist vorbei. Wird sowieso überschätzt. Ab fast sofort wird der 26. DEL-Meister gesucht. Der Sommer war lang genug. Eishockey Tag und Nacht.

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Der Saisonstart zum 26. Durchgang steht unmittelbar bevor. Und es gab wieder ein paar Regeländerungen. Auf den tatsächlichen Spielablauf haben aber im Prinzip nur zwei wirklich unmittelbare Auswirkungen. Zum einen wird beim Bully keiner mehr weggeschickt, jeder erhält eine zweite Chance, bevor eine Strafe ausgesprochen wird. Zum anderen darf man seinem Mannschaftskollegen jetzt einen verlorenen Stock zuschieben, wenn der Spielablauf nicht gestört wird.

Die Liga hat ein paar sehr bekannte Namen verloren, vorneweg seien Thomas Greilinger oder Michael Wolf genannt. Marcus Kink gehört auch irgendwie in diese Auflistung, auch wenn sein Name nicht ganz so viel Glanz ausstrahlt. Aber vielleicht sieht man das ja als Mannheimer anders. Und während bei Greilinger und Wolf das DEL-Karriereende ja wohl eher von den beiden Spielern ausging, sah das bei Kink ja durchaus etwas anders aus, hatte sich in den vergangenen Playoffs aber auch irgendwie schon angekündigt.

Was bietet der erste Spieltag? Die Neuauflage eines Halbfinales und eines Viertelfinales in Augsburg respektive Nürnberg.

Berlin – Wolfsburg

Die Hälfte der Teams hat den Coach gewechselt, sowohl die Eisbären mit Serge Aubin als auch die Grizzlys mit Pat Cortina gehören dazu. Die Grizzlys verpassten im Jahr eins nach Pavel Gross seit langer Zeit wieder die Playoffs, und das sogar ziemlich deutlich. Aber ob Cortina wirklich der richtige Mann für einen Neuanfang ist. Der Kader wurde anders als in den Jahren unter Gross kräftig umgemodelt. 15 Spieler haben sich verabschiedet. Vor allem den Angriff haben die Niedersachsen ziemlich neu aufgestellt. Es gab gleich elf neue Stürmer! Anders als in vergangenen Jahren wird man sich bei den Grizzlys an viele neue Namen gewöhnen müssen.

Neue Namen, das gilt auch für die Eisbären, wenn auch bei Weitem nicht in dem Ausmaße wie bei den Gästen. Was aber als Erstes ins Auge fallen wird, es wird auf jeden Fall ein anderer Mann zwischen den Pfosten stehen, denn Kevin Poulin ist kein Berliner mehr. Trotz des neuen Coaches fällt der Umbau verhältnismäßig bescheiden. Fast am spannendsten ist die Frage, wie sich Leo Pföderl, eigentlich der prominenteste Neuzugang, in der neuen Umgebung zurechtfindet. Wie dem auch sei, vom Abgang des Dons haben sich die Berliner gefühlt immer noch nicht erholt. Bilanz der letzten Saison: 3:1 für Wolfsburg.

Köln – Iserlohn

Noch ein Match mit zwei Neuen hinter der Bande. Dieses findet in Köln statt. Bei den Haien hat Mike Stewart, nachdem er die Panther bis ins Halbfinale führte, wo man an München scheiterte, das Zepter übernommen. Bei den Roosters kann ab sofort Jason O’Leary für die sportliche Leistung seines Teams verantwortlich gemacht werden, er ist übrigens der einzige Trainer, der weder in der DEL jemals spielte noch trainierte. Neun neue Spieler stehen bei den Haien im Kader, aber wenn man ehrlich ist, muss man eigentlich auch Marcel Müller dazuzählen. Prominentester Neuzugang aus der DEL ist sicherlich der spielstarke Jon Matsumoto. In der Serie gegen die Adler hätte er den Haien sicherlich gut zu Gesicht gestanden.

Und die Roosters. Der neue Trainer ist ja erst der Anfang. Ansonsten ist kaum ein Stein auf dem anderen geblieben bei den Sauerländern. 17(!) Abgängen stehen fast ebenso viele Neuzugänge gegenüber. Im Vergleich zur letzten Saison ist die Mannschaft kaum wiederzuerkennen und dementsprechend extrem schwer einzuschätzen. Und für eine schwierige Einschätzung wäre ja allein schon der Traineraustausch genug. Letzte Saison verloren die Roosters alle vier Spiele gegen die Haie.

Schwenningen – Ingolstadt

Eines war nach der letzten Saison klar, die Wild Wings würden sicherlich gerne folgende Spielzeiten MIT Defense spielen. Da überrascht es dann aber doch ein wenig, wenn es für die Defense nur drei Neuverpflichtungen gab, während praktisch der gesamte Sturm ausgetauscht wurde. Zehn Spieler sind neu für den Angriff gekommen, nimmt man die lange verletzten Markus Poukkula dazu, sind es praktisch elf. Der Etat wurde bei den Schwarzwäldern kräftig erhöht. Ob es sich auszahlen wird, ist wieder eine ganz andere Frage. Beide Trainer, Paul Thompson bei den Wild Wings, wie auch Doug Shedden beim ERC, waren bereits vorige Saison im Amt, das haben wir ansonsten am ersten Spieltag so nur noch in Straubing.

Ziemlich zurückhaltend fiel der Umbau in Ingolstadt auf. Die Defense ist weitgehend zusammengeblieben, etwas größer mit sechs Neuverpflichtungen fallen die Veränderungen im Angriff aus. Kris Foucault würde man ja wirklich mal eine verletzungsfreie Saison wünschen … Vergangene Saison gewann der ERC drei der Spiele gegen die Wild Wings.

Düsseldorf – Bremerhaven

Eine neue Mannschaft wollte man bei der DEG vergangene Saison aufbauen. Aber wenn dann alleine vier Akteure ziemlich überraschend die Karriere an den Nagel hängen, ist das dann doch gar nicht so einfach. Und was bleibt am Ende übrig: Drei Verteidiger aus der letzten Saison, vier Stürmer. Auch die DEG trägt also ein fast komplett neues Gesicht.

Natürlich gibt es bei Fishtown ein paar Abgänge und zwangsläufig ein paar Neuzugänge, aber im Vergleich zu dem, was sich in Düsseldorf getan hat, greift Thomas Popiesch, nach Don Jackson der dienstälteste Coach in der DEL, weitgehend auf die Besetzung der letzten Saison zurück. Aber ob die Abgänge von Rylan Schwartz, Chris Rumble, Nicholas Jensen oder Chad Nehring zu kompensieren sind, scheint auf den ersten Blick zweifelhaft. Bilanz der letzten Saison: 14:14 Tore, 2:2 Siege, jedes Teams gewann einmal ein Penaltyschießen. Ausgeglichener geht es nicht.

Augsburg – München

Aus den Gejagten ist der Jäger geworden. Die Münchner befinden sich in ungewohnter Position durch den Aufstieg der neuen Eishockeygroßmacht im Südwesten. Es würde nicht wundern, wenn es auch in dieser Saison wieder zum großen Showdown mit den Adlern käme. Das war letzte Saison schon so erwartet worden und kam schließlich auch genau so. Die Konkurrenz schläft nicht, aber ob sie schon mit den großen Ms mithalten kann, ist eine ganz andere Frage. Der Substanzverlust beim EHC ist erheblich, Michi Wolf wurde bereits angesprochen, aber auch Matt Stajan und John Mitchell haben die Karriere an den Nagel gehängt. Mit sechs Neuzugängen, seit Anfang der Woche sieben, durch die Verpflichtung von Bobby Sanguinetti („ich wollte in einer großen Stadt spielen“, tja, und in Hamburg gibt es halt kein DEL-Team mehr. Also griff er zur Notlösung), fällt der Umbau verhältnismäßig bescheiden aus, aber die ein oder andere AL-Lizenz ist ja noch frei.

Neu hinter der Bande bei den Panthern steht Tray Tuomie, wobei, so ganz neu ist er doch wieder nicht, als Co-Trainer unter Mike Stewart kennt er die Mannschaft zu Genüge. Und die ist weitgehend zusammengeblieben, obwohl der Abgang von Matt White extrem schmerzhaft ist. Zu ersetzen wird der kaum sein. Wohl kaum durch Alex Lambacher oder Jacob Mayenschein. Den Viertelfinaleinzug zu wiederholen, wird schwierig. In der Hauptrunde verloren die Panther letzte Saison alle vier Partien gegen den EHC. Als es jedoch ernst wurde, im Halbfinale gegen die Münchner, wurde es denkbar knapp: 3:4.

Straubing – Krefeld

Im Vergleich zu den letzten Jahren fiel der Umbau bei den Tigers extrem bescheiden aus. In den letzten beiden Spielzeiten wurde in der Regel mehr als die Hälfte des Teams ausgetauscht. Das sieht diesmal anders aus. Fünf Spieler sind gegangen, fünf sind neu dazugekommen, vor allem die Defense läuft praktisch identisch mit der letzten Saison auf, sieht man davon ab, dass Benedikt Brückner zum Kader dazugestoßen ist.

Das sieht beim KEV etwas anders aus, wo zehn Neuzugänge zu verzeichnen sind. Für Brandon Reid ist nur zu hoffen, dass sich nicht gleich wieder nach wenigen Wochen ein Leistungsträger in Richtung KHL verabschiedet und so die Saisonplanungen über den Haufen wirft. Die Bilanz der letzten Saison dieses Duells, das das einzige ist am ersten Spieltag, an dem kein Viertelfinalist der letzten Saison teilnimmt, lautete 2:2. Es gab nur Auswärtssiege. Bei der Heimbilanz des KEV in der letzten Saison jetzt aber auch keine Megaüberraschung.

Nürnberg – Mannheim

Die Ice Tigers werden bald einen anderen Namen tragen. Wenn überhaupt. Diese Aussage überschattet eigentlich schon alles, was die Franken in dieser Saison erreichen könnten oder werden oder auch nicht. Denn die Meldung, dass Thomas Sabo sich zurückzieht, kratzt eigentlich schon an der Existenz als DEL-Verein. Wird einfach besser für sein Herz sein. So steht die Spielzeit 2019/20 für Nürnberg unter einem ganz besonderen Stern. Und zum Saisonstart kommt gleich das Überteam der letzten Spielzeit.

Viel getan hat sich bei den Adlern nicht in der Sommerpause. Das erinnert fast ein wenig an Wolfsburger Zeiten von Pavel Gross. Es wird nicht gebastelt, sondern es geht nur um den Feinschliff. Neben den Münchnern, wenn „neben“ in diesem Falle nicht eigentlich durch „vor“ ersetzt werden müsste, gehen die Adler auch in die neue Spielzeit wieder als Titelfavorit, einziger Unterschied zur letzten Saison: Sie sind wie München in diesem Jahr auch in der CHL aktiv. Das wird zwangsläufig dazu führen, dass die Verletzungsrate steigt. Ein Durchmarsch wie in der letzten Saison scheint so unwahrscheinlicher. Bilanz der letzten Saison: 1:8.

Eine für alle. Flatlining.

Heiner

Schwenningen – Ingolstadt 5:4
Berlin – Wolfsburg 3:2
Köln – Iserlohn 5:1
Düsseldorf – Bremerhaven 1:5
Nürnberg – Mannheim 4:2
Augsburg – München 4:0
Straubing – Krefeld 4:2

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Ein Kommentar zu „Start in die DEL-Saison 2019/20

  1. Das alte Tippspiel zu resetten wäre zu einfach gewesen?^^

    Naja, endlich gehts wieder los. Bin mal gespannt, ob wir Seider im Laufe des Jahres nochmal zurückbekommen.

    Ansonsten ist die wichtigste Frage: Zählt der CL-Titel eig. schon als Double oder erst, wenn wir wieder Meister geworden sind?^^

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