Alles oder nichts? – Spieltag 49

Wenn das Rennen um die Preplayoffplätze nicht wieder so spannend geworden wäre, stünde das Spiel in Mannheim, das sich wie die vorweggenommene Finalserie anfühlt, natürlich im Fokus. Aber so … Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll!

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Ingolstadt – Berlin

Von Platz drei bis Platz acht ist für den ERC noch alles möglich, nach oben sind Düsseldorf und Köln in Schlagdistanz, hinter dem ERC lauern Augsburg, Straubing und, mit acht Punkten Rückstand, Bremerhaven. Zumindest die Pinguins könnten die Schanzer mit einem Dreier gegen Berlin schon mal abschütteln, und wenn die Tigers gegen Iserlohn patzen, wäre ihnen auch Platz sechs nur noch theoretisch zu nehmen.

Es steht also sportlich einiges auf dem Spiel. Aus Sicht der Eisbären ist das, was die Schanzer umtreibt, ein reines Luxusproblem. Denn der Rekordmeister kämpft immer noch darum, in den Preplayoffs überhaupt dabei zu sein. Am Dienstag gab es eine deutliche Abreibung in Straubing, an diesem Wochenende haben die Berliner zwei weitere schwere Auswärtsspiele vor der Brust in Ingolstadt und am Sonntag in Iserlohn.

Da kann der Vorsprung auf Platz elf, der vor dem Wochenende sechs Punkte beträgt, ganz schnell zusammenschmelzen. Von den letzten 13 Spielen haben die Eisbären zehn verloren. Der ERC hat von den letzten sechs Heimspielen fünf gewonnen, lediglich gegen die Adler gab es eine Nullnummer. Die Schanzer sind das viertbeste Heimteam der DEL.

Bisher gab es bei diesem Duell nur Auswärtssiege: Der ERC gewann 3:1 und 4:2 in der Hauptstadt, die Eisbären 4:2 in der oberbayrischen Metropole.

Augsburg – Köln

Reiner Positionskampf in Augsburg. Beide Teams werden wahrscheinlich mit einer Top-Sechs-Platzierung die Hauptrunde abschließen, wobei die Situation für den AEV noch ein kleines bisschen unsicherer ist, weil von hinten immer noch die Tigers drohen. Andererseits hat aber die DEG auf Platz drei auch nur drei Zähler Vorsprung, die Lage für den AEV ist der des ERC ganz ähnlich, theoretisch ist von Platz drei bis acht noch alles möglich.

Für die Haie startet mit der Partie in Augsburg eine Auswärtstournee, die sich über vier Spiele erstreckt, die wichtigste Partie dabei dürfte am Sonntag in Düsseldorf stattfinden, wenn es im direkten Duell gegen den Erzrivalen um Platz drei geht. Vorausgesetzt, man kann sich den AEV vom Halse halten, der bei einem Sieg mit den Haien gleichziehen könnte und das bessere Torverhältnis hat.

Für den AEV gab es am Mittwoch einen Rückschlag in Wolfsburg, nach drei Siegen gab es erstmals wieder eine Niederlage, die doch einen kleinen Dämpfer im Endspurt bedeutete. Anders als die Haie haben die Panther jetzt erst mal drei Heimspiele vor der Brust, nach den Haien kommen am Sonntag die Wild Wings, der nächste Gast ist dann Mannheim.

Nach zuvor zwei Niederlagen gegen Straubing und München verabschiedeten sich die Haie vorerst vom eigenen Publikum mit einem Kantersieg gegen Nürnberg, jetzt muss in der Fremde nachgelegt werden.

Die bisherigen Ergebnisse: Das erste Spiel in Köln gewann der AEV 5:4 n.V., das zweite gewannen die Haie 6:1. Die erste Begegnung in Augsburg endete 4:1 für die Panther.

Mannheim – München

Wenn nicht noch sehr viel passiert, für das man noch mehr Fantasie braucht, scheint die Partie in Mannheim der letzte Test für Tabellenführer und Verfolger zu sein, bevor es in der Finalserie zum endgültigen Showdown der beiden Übermannschaften diese Saison kommt.

Die Ausnahmestellung beider Teams in dieser Spielzeit wird vielleicht am besten an einer Statistik deutlich: Die Adler stehen vier Spieltage vor Ende der Hauptrunde vor der Chance, die beste Hauptrunde einer 52-er Spielzeit aller Zeiten vorzeitig zu absolvieren. Ein Zähler gegen den EHC würde dafür schon reichen, und die Punktzahl der Eisbären von 2002/03 wäre übertroffen.

Und sollte dies den Kurpfälzern gelingen, eingestellt haben sie den Rekord ja schon, hat der EHC immer noch die Chance, in den verbleibenden Partien den alten Eisbärenrekord ebenfalls zu übertreffen.

Schon jetzt ist der Vorsprung der beiden Teams auf Rang drei rekordverdächtig, nur Berlin gewann eine Hauptrunde mal mit 25 Punkten Vorsprung, und das war eine 56-er-Spielzeit (2009/10).

Das gleich zwei Teams den Rest der DEL so distanzierten, gab es tatsächlich noch nie. Man muss da schon von einem Klassenunterschied sprechen.

Jetzt aber konkret zur Partie: Die Adler haben von den letzten 15 Partien 13 gewonnen, dabei 14-mal gepunktet. München hat von den letzten 17 Spielen 15 gewonnen, immer gepunktet. Das letzte Mal, dass der EHC ohne Punkte vom Eis ging, war kurz vor Weihnachten gegen die Adler.

Mannheim ist das beste Heimteam und das torgefährlichste Team der DEL. Die Gäste sind das zweitbeste Auswärtsteam, schießen auswärts die meisten Tore und verfügen über die beste Defense der DEL. Die Ergebnisse diese Saison: Es gab nur Auswärtssiege: Mannheim gewann in München 1:0 n.P. und 3:1, München in Mannheim 5:4 n.P.

Anlässlich der Partie greife ich noch mal die aktualisierten Grafiken zu Offense und Defense auf, mit Fokus auf Mannheim und München, die anderen Teams muss man sich halt selber raussuchen.

„Gegenschüsse“ zeigt auf, wie viele Abschlüsse eine Mannschaft bisher auf sich gezogen hat, auf das Tor und daneben. Spricht grundsätzlich dafür, dass Mannheim das beste Defensivkonzept hat, der Vorsprung ist doch recht deutlich.

„Gegenschüsse aufs Tor“ verfeinert die erste Grafik ein wenig, hier wird aufgelistet, wie viele der in der ersten Grafik gezeigten Abschlüsse gegen eine Mannschaft tatsächlich zu Treffern führen oder gesavet werden. Ganz nebenbei wird hier auch klar, was es für die Pinguins bedeutet, wenn drei Verteidiger ganz rausfallen.

Nun praktisch dieselben Grafiken aus Sicht der Offensiven. Mannheim liegt bei den Abschlüssen (aufs Tor wie daneben) weit, weit vorne, München knapp hinter Berlin auf Platz drei.

Die Reihenfolge dreht sich um, wenn wir die Schüsse, die daneben gehen, herausnehmen. Grundsätzlich spricht das für eine höhere Zielgenauigkeit bei München. In dieser Grafik werden nur gesavte Schüsse oder Tore einberechnet.

Wie viele Schüsse (echte Torschüsse) braucht nun ein Gegner, um gegen München bzw. Mannheim ein Tor zu erzielen. Gegen München 12,08, gegen Mannheim 10,61. Das erklärt auch, warum Danny aus den Birken in der Savestatistik an der Spitze liegt.


Und wer ist vor dem gegnerischen Tor (nur echte Torschüsse wiederum) am effektivsten? Hier haben sich die Adler inzwischen vor Bremerhaven an die Spitze gesetzt. Mit anderen Worten, die Adler brauchen für Treffer am wenigsten Abschlüsse.

So, und jetzt erzähl DU mir, die beiden spielen nicht das Finale aus. Es geht eigentlich nur noch um das Heimrecht.

Nürnberg – Düsseldorf

Die Ice Tigers haben gerade eine katastrophale Auswärtstour hinter sich gebracht. Drei Spiele (München, Iserlohn, Köln), drei Niederlagen, aber was für welche!

Aber der Reihe nach: Nach sechs Siegen aus sieben Partien schien die Preplayoffteilnahme der Ice Tigers bereits ausgemacht. Sie hatten sich auf Platz neun vorgearbeitet und hatten durchaus Anlass, vielleicht sogar vom Heimrecht in den Preplayoff zu träumen. Dann gabs sieben in München, acht in Iserlohn und sechs in Köln. Als würden sie (sich) gar nicht mehr verteidigen …

Inzwischen sind die Eisbären wieder vorbeigezogen, auch nicht gerade eine Mannschaft im Formhoch, und schlimmer noch, dahinter punktete die Konkurrenz, der KEV liegt nur noch vier Zähler zurück.

Jetzt geht es gegen die DEG, die Ice Tigers vor der Brust, die Haie im Kopf. Düsseldorf musste am Mittwoch ebenfalls einen Rückschlag hinnehmen, ein enttäuschender Auftritt in Iserlohn lässt Platz drei wieder auf wackligen Beinen stehen.  Dennoch ist die DEG immer noch das drittbeste Auswärtsteam der DEL, nur Mannheim kassiert auswärts weniger Gegentreffer.

Die bisherigen Resultate: Düsseldorf gewann das erste Heimspiel 4:3 n.V. und das erste Spiel in Nürnberg 3:2. Das zweite Spiel in Düsseldorf gewannen die Ice Tigers 3:1.

Bremerhaven – Krefeld

Wenn die Pinguins nicht schon sicher in den Preplayoffs wären, dabei haben sie sogar fast schon sicher auch noch das Heimrecht, müssten sie sich langsam ernsthafte Sorgen machen. Denn die Niederlage am Dienstag in Mannheim war nicht nur die achte in Folge, nein, sie wurde auch über die Maßen teuer.

Ohnehin musste in Mannheim Mike Hoeffel als Verteidiger auflaufen, weil Curtis Gedig schon lange ausfällt, Nicholas Jensen verletzt war, aber mit Mike Moore (Gehirnerschütterung) und Chris Rumble (Kieferbruch) fallen nun zwei weitere Verteidiger längerfristig weg, für Thomas Popiesch bleibt nicht mehr viel Spielraum.

Unter diesen Umständen kann man sich eine Top-Sechs-Platzierung abschminken, eigentlich kann es jetzt für Fischtown nur noch darum gehen, die Resthauptrunde irgendwie ohne weitere Verletzungen zu überstehen.

Gar keine ungünstige Ausgangsposition für den KEV ist das. Der wittert nach dem überraschenden Sieg gegen München wieder Morgenluft. Vier Punkte Rückstand auf Nürnberg, unüberwindbar ist diese Kluft nicht. Von den letzten elf Spielen hat der KEV nur zwei gewonnen, nämlich zwei der letzten drei, beide Siege gab es jedoch zu Hause. Auswärts gab es für die Pinguine sechs Nullnummern am Stück.

Mit einem Auge wird der KEV während dieser Partie nach Nürnberg schielen, wo man auf die Mithilfe der DEG hoffen muss. Die ersten drei Spiele gewann Fischtown, in Krefeld 4:3 n.V. und 3:2, das erste Heimspiel 5:3.

Schwenningen – Wolfsburg

Es geht wieder um was für die Grizzlys. Und zwar um mehr als nur darum, die Hauptrunde nicht als Tabellenletzter abzuschließen. Und alles, was es dazu brauchte, waren zwei Heimsiege gegen Mannheim und Augsburg, zwei sichere Playoffkandidaten. Und das sind die Wild Wings mit Sicherheit nicht. Vom Papier her ist das Duell mit den Schwarzwäldern also eindeutig die leichtere Aufgabe.

Vier Spiele, zwölf Punkte und neun Zähler Rückstand auf Platz zehn, das ist schwierig, aber nicht völlig unmöglich. Vielleicht gelingt es den Niedersachsen, das endgültige Aus noch ein wenig hinauszuzögern? Dafür müssen sie aber bei der schwächsten Heimmannschaft der DEL gewinnen. Fünf der letzten sechs Auswärtsspiele haben die Grizzlys verloren. Die Wild Wings verloren ihre letzten beiden Heimpartien.

Die bisherigen Ergebnisse: Wolfsburg gewann 3:0 zu Hause und verlor ebendort 1:2 n.P. Das erste Spiel in Schwenningen gewannen die Wild Wings 3:2 n.P.

Straubing – Iserlohn

Die Ausgangssituation in Straubing ist der in Bremerhaven heute ziemlich ähnlich. Die einen wollen in die Top-Sechs, die anderen in die Preplayoffs. Und für beide Mannschaften wird es sehr schwer …

Da wären zunächst die Roosters, die sich mit Heimsiegen gegen Nürnberg und Düsseldorf wieder minimale Chancen erarbeitet haben, die Saison doch noch etwas zu verlängern. Für die Sauerländer ist die Lage ziemlich klar definiert: Alles andere als ein Dreier wäre zu wenig. Ganz schön happig für das schwächste Auswärtsteam der DEL.

Auch und gerade angesichts der wiedergewonnenen Heimstärke der Tigers. Die gewannen zuletzt zu Hause 4:3 n.P. gegen die Adler, 5:0 gegen Fischtown, 7:4 gegen die Haie und 7:3 gegen die Eisbären. Das sind Resultate, die die Sauerländer alles andere als optimistisch stimmen müssen. Straubing hat noch gute Chancen auf einen Platz in der Top-Sechs, was gleichbedeutend mit der besten Hauptrunde seit 2011/12 wäre, als es für die Niederbayern bis ins Halbfinale ging.

Gegen Iserlohn haben die Tigers in dieser Saison noch keinen Punkt abgegeben. Sie gewannen in Iserlohn 4:2 und 4:3, das erste Heimspiel 2:1.

Percentage aus den letzten zehn Spielen

Heiner

Augsburg – Köln 5:4
Nürnberg – Düsseldorf 5:4 n.V.
Ingolstadt – Berlin 5:2
Schwenningen – Wolfsburg 1:0 n.V.
Bremerhaven – Krefeld 3:4 n.V.
Mannheim – München 0:4
Straubing – Iserlohn 1:2

2 Kommentare zu „Alles oder nichts? – Spieltag 49

  1. Kleiner Fehlerteufel… 😉
    Für die Haie startet mit der Partie in Augsburg eine Auswärtstournee, die sich über vier Spiele erstreckt, die wichtigste Partie dabei dürfte am Sonntag in Düsseldorf stattfinden, wenn es im direkten Duell gegen den Erzrivalen um Platz drei geht.

    Das Spiel findet am Dienstag statt…

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