Gipfeltreffen in Mannheim – zwölfter Spieltag

Der zwölfte Runde hat einige Kostbarkeiten zu bieten. In Düsseldorf kommt es zum 220. rheinischen Derby seit der Keilerei von Issos, außerdem steht in Mannheim das direkte Aufeinandertreffen der beiden Teams an der Tabellenspitze an. Der Spieltag beginnt am Donnerstag mit der öffentlichen Hinrichtung der Wild Wings beim Meister. Es sei denn, es geschieht ein Wunder. Und selbst das wird sich gehörig anstrengen müssen. Und ein Wunder brauchen.

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München – Schwenningen

Gibt’s eigentlich Anlass zur Besorgnis beim Serienmeister? Seit Don Jackson den Trainerposten beim EHC in der Saison 2014/15 übernahm, stand München nach elf Spieltagen noch nie so schlecht da wie in der aktuellen Spielzeit. Im Augenblick ist es nur Platz sieben. Ein Grund für den mäßigen Saisonstart sind die übersichtlichen Heimresultate. Seit vier Spielen wartet München auf einen Heimdreier! Da scheinen die Wild Wings genau richtig zu kommen als Aufbaugegner. Zehn Spiele in Folge haben die Schwarzwälder verloren, auswärts haben sie noch eine schwarze Weste nach sechs Anläufen.

Zwar hat sich die Defense mittlerweile stabilisiert, doch die Torausbeute liegt immer noch unter einem Treffer pro Spiel, zum Leben zu wenig, zum Sterben knapp zu viel. Bereits nach elf Spieltagen braucht es schon eine gehörige Portion Phantasie, um die Wild Wings in den Preplayoffs zu sehen. Erstaunlich: Die Bilanz der letzten Saison war ausgeglichen. Wenn man wie die Bayern unter der Woche noch CHL gespielt hat, gibt es wahrscheinlich keinen Gegner, den man lieber hat, um wieder in den regulären DEL-Betrieb einzusteigen. Ein lockeres Trainingsspielchen. Und die drei Punkte, die dabei herauspringen, sind dann einfach nur ein angenehmer Bonus.

Berlin – Wolfsburg

Neben den Wild Wings sind die Grizzlys DAS große Sorgenkind der DEL. Seit ihrer Rückkehr in die DEL für die Saison 2007/08 haben die Niedersachsen nur einmal den Einzug in die Playoffs verpasst, in ebendieser Aufstiegssaison. Von den aktuellen DEL-Teams waren ansonsten nur Ingolstadt, Berlin und Mannheim in diesem Zeitraum immer dabei. Wollen die Grizzlys zumindest in die Preplayoffs, wäre es nicht unpraktisch, langsam eine Aufholjagd zu starten.

Der Rückstand auf Platz 10 beträgt bereits acht Zähler. Während die Wild Wings jedoch nicht wettbewerbsfähig wirken, hat man bei den Grizzlys mit ihrem Verletzungspech wenigstens eine Erklärung, auch wenn das nicht wirklich weiterhilft. Wolfsburg hat acht der letzten neun Spiele verloren. Die Eisbären gingen am Sonntag erstmals nach drei Siegen wieder ohne Punkte vom Eis. Es spricht einiges dafür, dass die Berliner an diese Serie wieder anknüpfen können. Wolfsburg hat auswärts erst einen Zähler geholt. Bilanz der letzten Saison: 3:1 für die Eisbären, die beide Heimspiele gewannen.

Mannheim – Ingolstadt

Zum Gipfeltreffen kommt es in Mannheim, wo der Verfolger aus Ingolstadt den Adlern die Tabellenführung streitig machen will. Die Adler stellen das beste Heimteam der DEL, sie haben in jedem Heimspiel gepunktet und vier der letzten fünf gewonnen.

Einen besseren Punkteschnitt als der ERC auswärts haben nur die Haie und die Tigers. Mannheim hat ein Sechs-Punkte-Wochenende hinter sich, der ERC trumpfte in den letzten drei Spielen mit Siegen in München und Berlin sowie einem Heimsieg gegen die DEG auf.

Ohne Frage sind diese beiden Mannschaften zur Zeit die formstärksten, es kommt also zu einer echten Nagelprobe. Die Adler verfügen über die erfolgreichste Offense der DEL, den ERC zeichnet seine Defensivstärke aus, nur die Haie haben weniger Gegentreffer kassiert. Bilanz der letzten Saison: 3:1 für die Adler. Sie haben gegen den ERC nur eines der letzten sechs Heimspiele verloren.

Düsseldorf – Köln

Das Aufeinandertreffen, zu dem alle anderen Derbys „Mama“ sagen, findet in dieser Saison erstmals statt. Gastgeber ist die DEG. Es ist das inzwischen 220. Aufeinandertreffen seiner Art. Für Philip Gogulla ist es ein besonderes Spiel. Seit 2004 stand er mit einer kurzen Unterbrechung bei diesem Duell immer im Kader der Haie, erstmals vertritt er diesmal die Farben seiner Geburtsstadt. Die DEG hat nach einem fast perfekten Start mit sieben Siegen zuletzt ein paar Federn gelassen und vier Niederlagen kassiert, konnte aber in den letzten drei Spielen immer auch einen Punkt mitnehmen.

Die Rheinländer sind die Verlängerungskönige – bereits sechs Overtimes spielten sie. Erst einmal in dieser Saison blieb die DEG ohne jegliche Ausbeute. Die Haie wurden am Sonntag nach drei Siegen am Stück von den Adlern gestoppt. Auswärts haben die Kölner bisher immer gepunktet, zwei ihrer drei Auswärtsspiele haben sie gewonnen. Die DEG stellt nach Mannheim und Iserlohn das torgefährlichste Team der DEL und nach Köln und Ingolstadt die beste Defense. Die Partien der letzten Saison endeten alle mit einem Tor Unterschied, drei Spiele gingen in die Verlängerung. Die Bilanz am Ende der Hauptrunde lautete 2:2.

Bremerhaven – Straubing

Neun Jahre ist es her, dass die Tigers so gut in eine Saison gestartet sind wie in die laufende. Vielleicht genau der richtige Zeitpunkt, um sich seinem Angstgegner zu stellen? Gegen Fischtown gewannen die Niederbayern lediglich das allererste Aufeinandertreffen in der DEL. Seitdem gab es sieben Niederlagen am Stück.

Auswärts sind die Tigers in dieser Saison eine echte Macht, zwar unterlagen sie im ersten Spiel in der Fremde in München, danach holten sie jedoch vier Sieg im Stück auf gegnerischem Eis. Die Pinguins haben ihre letzten drei Spiele gewonnen, zu Hause konnten sie sogar viermal in Folge gewinnen. Für eine Mannschaft, soviel ist vor dem Spiel gewiss, endet mit dieser Partie eine Positivserie.

Augsburg – Krefeld

Noch ist die Tabelle so eng zusammen, dass ein einziges gutes oder schlechtes Wochenende in der Rangliste zu riesigen Sprüngen führen kann. Im Augenblick stehen sowohl der AEV als auch der KEV auf einem Platz unter den ersten Sechs, was als guter Saisonstart betrachtet werden kann.

Der Sieger der Partie könnte sich in der Spitzengruppe festbeißen. Der AEV befindet sich im Höhenflug. Vier Dreier am Stück haben die Panther zuletzt eingefahren, das ist die beste Bilanz aller DEL-Clubs in dieser Phase. Am vergangenen Sonntag konnten sie nach langer Auswärtstournee auch ihren ersten Heimsieg der Saison einfahren. Eine Sondererwähnung ist mir Simon Sezemsky wert, der als einziger Verteidiger in der DEL einen roten Helm tragen darf. Der KEV kommt mit der Empfehlung von drei Auswärtssiegen am Stück zu den Schwaben: Und das waren immerhin Siege in München, Düsseldorf und Nürnberg! Bilanz der letzten Saison: 3:1 für den AEV.

Iserlohn – Nürnberg

Es ist keine einfache Zeit für die Franken, die einerseits wie keine andere Mannschaft von Verletzungsproblemen gebeutelt sind. Und in dieser schwierigen Phase durch die Doppelbelastung mit der CHL auch noch alle zwei bis drei Tage spielen müssen. Ein realistisches Ziel könnte da ganz einfach sein, einfach Anschluss an das Mittelfeld zu halten?

Nun geht es ins Sauerland zu den Roosters, bei denen irgendwie die Balance noch nicht ganz stimmt. Einerseits sind die Roosters zwar extrem abschlussstark, andererseits lassen sie jedoch viel zu viele Gegentreffer zu. In beiden Kategorien belegen sie den Spitzenplatz. Iserlohn hat die letzten drei Spiele verloren, Nürnberg vier der letzten sechs Partien. Die beiden Siege in dieser Phase holten sie beide auswärts. Letzte Saison gewann bei diesem Duell immer das Heimteam.

Percentage aus den letzten zehn Spielen

Die Percentage der Wild Wings ist die niedrigste seit Beginn der Wettaufzeichnungen. Wer noch Zweifel am Klimawandel hatte – das ist der Beweis.

Ich packe diesmal wieder zwei Grafiken rein, die ich in ähnlicher Form schon letzte Woche drin hatte,  dabei habe ich sie allerdings ein klein wenig verändert, der Übersichtlichkeit wegen. Diesmal sind die Darstellungen nämlich in einer Rangfolge geordnet. In Grün wird dargestellt, wie viele Abschlüsse ein Team braucht, um zu einem Tor zu kommen.

In Rot wird gezeigt, wie viele Schüsse eine Mannschaft gegen sich zulässt, bis ein Gegentreffer fällt. Zum Teil sind das dramatische Unterschiede. Diese Grafik gibt einen Hinweis darauf, woran die Teams eventuell noch arbeiten könnten.

Heiner

München – Schwenningen 3:4 n.V. (Heiner is losing his touch)
Berlin – Wolfsburg 5:2
Iserlohn – Nürnberg 4:1
Mannheim – Ingolstadt 5:4
Augsburg – Krefeld 1:5
Düsseldorf – Köln 0:3
Bremerhaven – Straubing 5:1 (really?)

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3 Gedanken zu “Gipfeltreffen in Mannheim – zwölfter Spieltag

  1. Frage zu der Grafik:
    Ist das die offizielle Schussstatistik, die als Grundlage gilt? Wie werden denn die geblockten Schüsse in dieser Statistik berücksichtigt bzw. ab wann ist ein Schuss ein Schuss?

    1. Schüsse, die zu Saves oder zu Toren führen, also quasi die alte Zählweise. Schüsse, die geblockt werden oder daneben gehen, sind nicht berücksichtigt. Ich werde mir das bei Gelegenheit näher ansehen, aber auf den ersten Blick sehe ich keine relevanten Unterschiede. Es kämen wohl ähnliche Ergebnisse heraus.

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