DEL – Preplayoff 2017/18

War eine knappe Entscheidung, wer in dieser Saison wo in den Playoffs landen würde. Die endgültige Zusammenstellung stand erst mit dem allerletzten Tor der Hauptrunde fest – so spannend war es noch nie. Bis auf die Wild Wings hätten alle Preplayoffteilnehmer vor dem 52. Spieltag noch in der Top-Sechs landen können.

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Werfen wir jetzt einen Blick auf die Paarungen und schauen ein wenig auf die Geschichte. Die Preplayoffs wurden für die Saison 2006/07 eingeführt, werden also zum zwölften Mal überhaupt ausgespielt.

Die Wild Wings sind erstmals seit Rückkehr in die DEL dabei. Als Organisation haben die Schwenninger schon so was wie Playofferfahrung. In den ersten beiden Spielzeiten nach Gründung der DEL, als noch Achtelfinals ausgespielt wurden (die aus heutiger Sicht den Preplayoffs entsprechen würden), waren die Wild Wings schon zweimal mit dabei. Damals gab es allerdings noch eine Art Playoffgarantie, weil 16 von 18 Teams in die K.o.-Runden kamen. 1994/95 gewannen die Wild Wings ihre Serie gegen den Sportbund Rosenheim und scheiterten im Viertelfinale an den Preussen. Ein Jahr später flogen sie im Achtelfinale gegen die Augsburger Panther raus. Es folgten 23 Jahre Abwesenheit.

Bremerhaven spielt im zweiten Jahr DEL, und die Pinguins spielen auch schon ihre zweiten Preplayoffs. Das ist eine ziemliche reife Leistung, auch vor dem Hintergrund, dass sie gleich im ersten Jahr den Sprung ins Viertelfinale geschafft haben. Dabei haben sie in dieser Spielzeit immerhin elf Punkte mehr als in der Vorsaison geholt und beendeten die Hauptrunde trotzdem nur einen Platz besser als im Jahr zuvor.

Die Roosters landeten zum zweiten Mal in den Preplayoffs, die Serie 2011/12 verloren sie gegen die DEG, die Serie 2013/14 gewannen sie gegen München. Erstmals in den Preplayoffs genießen die Roosters Heimrecht.

Und dann wären da noch die Grizzlys, für die es eher ungewohnt ist, den Umweg über die Preplayoffs zu nehmen, sie starten normalerweise dann doch eher direkt im Viertelfinale. Nichtsdestotrotz ist dieser Umweg für die Niedersachsen kein unbekannter, dreimal beschritten sie ihn, (08/09 gegen Augsburg, 12/13 gegen Nürnberg, 14/15 gegen Krefeld), immer erfolgreich.

Wie waren so die Erfolgsaussichten in den Preplayoffs?

Wenn der Siebte gegen den Zehnten spielt, scheint das Heimrecht eine größere Rolle zu spielen. Nur dreimal setzte sich bei diesen Serien das schlechter platzierte Team durch.

Das sieht etwas anders aus, wenn der Achte gegen den Neunten antritt. Die Chancen stehen bei dieser Paarung fast 50:50.

Spielt es eine große Rolle, wer das erste Spiel gewinnt?

Kann man so nicht sagen: Von den Mannschaften, die die erste Partie einer Preplayoffserie gewannen, kamen zwölf Teams ins Viertelfinale, zehn Serien wurden noch gedreht.

Wolfsburg – Schwenningen

Anhand der Formkurven lässt sich der Saisonverlauf bei beiden Teams ganz gut nachvollziehen. (Bei einem glatten Sieg geht es in der Kurve drei Schritte nach oben, bei zwei Punkten zwei Schritte usw., bei einer glatten Niederlage drei Schritte nach unten. Wolfsburg (blau) steigerte sich nach einem gewohnt trägen Saisonbeginn im Laufe der Saison kontinuierlich, etablierte sich in der Top-Vier. Auf dem Höhepunkt gab Pavel Gross seinen Wechsel nach Mannheim bekannt, seitdem hatten die Grizzlys erhebliche Probleme. Man machte es sich allerdings zu einfach, den Einbruch der Grizzlys ausschließlich im Zusammenhang mit dem Abgang von Gross zu sehen. Denn die Mannschaft hatte auch mit kolossalen Verletzungsproblemen zu kämpfen, gerade gegen Ende der Hauptrunde hin. Bei der Niederlage in Schwenningen im letzten Hauptrundenspiel fehlten Torsten Ankert, Tyler Haskins, Marcel Ohmann, Gerrit Fauser, Alex Weiß, Kris Foulcault und Mark Voakes. Foucault fehlt seit zwölf Spielen, Ohmann hat in dieser Saison nur sieben Spiele absolviert, Haskins war die letzten acht Spiele nicht dabei, Ankert hat lediglich 16 Spiele absolviert. Die Ausfälle treffen Spieler, die unter normalen Umständen immer dabei wären. Eine solche Anzahl hochkarätiger Ausfälle steckt keine Mannschaft ohne Folgen weg.

 

Die Wild Wings spielten eine aus ihrer Sicht gute Saison, in der sie sich lange Zeit im Mittelfeld etabliert hatten, gegen Ende der Hauptrunde kam jedoch ein kleiner Einbruch, nach zwei Siegen an den letzten beiden Spieltagen konnten sie aber aus eigener Kraft die Preplayoffteilnahme sicherstellen und die Hauptrunde mit einem positiven Gefühl beenden.

Für die Grizzlys kommen die Preplayoffs fast ein bisschen zu früh, sie hätten die Pause bis zum Viertelfinale gut gebrauchen können, damit sich die Lazarett-Lage noch ein bisschen entspannt. Mit dem Rumpfkader, mit dem sie zuletzt aufliefen, werden die Wild Wings zu einer ganz unangenehmen Aufgabe. Manko bei den Wild Wings: Sie haben von allen DEL-Teams die mit Abstand wenigsten Tore geschossen, andererseits haben aber nur München und Nürnberg weniger Gegentore kassiert. Tipp: Mit Personal gewinnen die Grizzlys.

Die Hauptrundenserie war ausgeglichen: Wolfsburg gewann zu Hause 4:1 und verlor 2:3 n.V. In Schwennngen gewannen die Grizzlys das erste Spiel 2:0, das zweite, am letzten Hauptrundenspieltag, verloren sie 0:3.

Iserlohn – Bremerhaven

Auch bei Iserlohn und Bremerhaven schauen wir zunächst wieder auf die Formkurve. Die Roosters (blau) erwischten einen ganz schwachen Start, allerdings wurde schon früh die Notbremse gezogen. Ein Spiel nach dem Tiefpunkt in der Kurve, ab dem zwölften Spieltag, übernahm Rob Daum, und mit seinem Dienstantritt ging es mit der Mannschaft steil bergauf. Nähmen wir nur die Spielzeit ab Daums erstem Spiel mit den Roosters, wären die Sauerländer auf einem soliden vierten Platz gelandet. Im Nachhinein betrachtet, konnten die Roosters den schwachen Start unter Jari Pasanen nicht mehr kompensieren, nur deshalb sind sie nur in den Preplayoffs gelandet.

Bremerhaven ist für mich ein typischer Zulieferer-Verein. Die besten Spieler, das hat schon das erste Jahr gezeigt, werden die Nordlichter nie halten können, wenn die Konkurrenz an ihnen interessiert ist. Dennoch hat es Thomas Popiesch auch im zweiten Jahr geschafft, eine wettbewerbsfähige Truppe zu formen. Das ist in meinen Augen keine geringe Leistung. Und wird auch nach dieser Spielzeit wieder ein paar Akteure kosten.

Wie die Roosters hatten auch die Pinguins noch am letzten Spieltag die Chance, direkt ins Viertelfinale einzuziehen, da machte ihnen aber der Spielplan einen Strich durch die Rechnung. Spiele gegen den Hauptrundensieger und den Zweiten der Hauptrunde ganz zum Schluss: Das ist ganz schön happig. Besser ist es da, sein Augenmerk auf den Schlussspurt der Pinguins zu werfen. In der Endphase der Saison gehörten sie zu den stärksten Teams der DEL, dabei stellten sie unter anderem einen neuen Clubrekord mit sieben Siegen am Stück auf.

 

In der Hauptrunde gewann Iserlohn beide Heimspiele gegen Bremerhaven: 2:1 n.P. und 3:1, das erste Spiel in Bremerhaven gewannen die Roosters 2.1, im zweiten unterlagen sie 3:4.

Heiner

Iserlohn – Bremerhaven 0:5
Wolfsburg – Schwenningen 2:1 n.V.

 

Spiel 2

Bremerhaven – Iserlohn 1:2
Schwenningen – Wolfsburg 5:4 n.V.

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