29. Spieltag – DEL 2017/18 – Vorschau

Das Wochenende beginnt wieder mit einem dieser so populären Donnerstagsspiele, man hat sie schon vermisst, die Wild Wings spielen in Köln vor. Außerdem kehrt bei Mannheim ein Besen, der nicht direkt neu ist. Und ein Spitzenspiel gibt es auch: Wolfsburg vs. Nürnberg.

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Tippspiel

Köln – Schwenningen

Einen Tag nach Peter Draisaitls Dienstantritt bestritten die Haie ihr erstes Spiel unter seiner Leitung. Sie unterlagen bekanntlich Iserlohn nach Penaltyschießen 4:5, es war der bisher letzte  richtige Ausreißer. In den fünf Spielen davor hatten sie 23 Gegentreffer kassiert, in den fünf Spielen danach sechs. Die Defense knüpft also jetzt wieder an die Leistungen der letzten Saison an. Mit den verbesserten Abwehrleistungen kam auch der Erfolg wieder zurück, Köln hat zuletzt vier Spiele am Stück gewonnen und dabei nur einen Zähler liegen lassen. Zu Hause haben die Haie vier der letzten fünf Spiele gewonnen.

Mit den Wild Wings trifft man nun auf einen Gegner, der nach Nürnberg und Berlin die wenigsten Gegentreffer zulässt. Überhaupt haben die Partien mit Schwenninger Beteiligung die Tendenz Low-Scoring-Games zu werden. Schwenningen hat seine letzten beiden Spiele gegen Nürnberg und Krefeld, jeweils nach Verlängerung, gewonnen. Die Wild Wings haben drei ihrer letzten vier Auswärtsspiele gewonnen, als Warnung für die Haie mag dienen, dass darunter Erfolge in Nürnberg und München waren. Die ersten beiden Spiele dieser Serie fanden in Schwenningen statt. Köln gewann die erste Begegnung 2:1, unterlag im zweiten Spiel 0:1. Es wird kein Schützenfest!

Ingolstadt – Mannheim

Vor Montag wäre das Spiel in Ingolstadt eine Begegnung aus dem Horrorkabinett gewesen. Zwei Mannschaften hätten sich gegenübergestanden, die sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen auf der Standspur lieferten, ästhetisch wie sportlich. Doch das Großreinemachen bei den Adlern zu Beginn der Woche verändert die Ausgangslage, zumindest für die Adler, ganz grundsätzlich.

Die erste Pressekonferenz der Adler mit der Vorstellung von Bill Stewart, soweit man den in Mannheim überhaupt vorstellen muss, sagen wir also besser Präsentation, warf ein paar interessante Aspekte auf: „I watched a lot oft (Adler-)games in the last three weeks“, erklärte Stewart. Nun ist ja wohl klar, dass das kein Mensch freiwillig macht, der die Adler in dieser Phase beobachtet hat. Eines hätte gereicht, und du wusstest Bescheid. Es sei denn, du bist Fan, dann musst du; oder du weißt, du beobachtest deine neue Mannschaft. So gesehen war die Ablösung von Sean Simpson wohl schon länger eine ausgemachte Sache.

Außerdem war bei dieser PK mehrfach von einem langfristigen Konzept die Rede. Der Hinweis darauf, dass man sich mit den weiteren Personalentscheidungen Zeit lassen will, ist vernünftig, vieles deutet darauf hin, dass man sich in Mannheim tatsächlich völlig neu aufstellen will und dass es kein Schnellschuss werden soll. Besser spät, als nie. Aber gleichzeitig klingt mit an, dass Stewart nur eine Übergangslösung ist.

Wenn man um die Situation in Wolfsburg weiß, wo Pavel Gross seinen Vertrag noch nicht verlängert hat, der könnte mit Charly Fliegauf auf gleich einen sehr erfolgreichen Manager mitbringen, könnte man zu spekulieren beginnen. Die beiden arbeiten seit ZEHN Jahren überaus erfolgreich zusammen, das ist so ziemlich das Langfristigste, was es im Eishockey gibt. Reine Spekulation, wie gesagt, für Wolfsburg eine Katastrophe, für Mannheim ein echter Neuanfang …

Aber wie gesagt, wenn Stewart nur eine Übergangslösung ist, könnte es natürlich sein, dass hier jetzt eine Lame Duck ans Ruder kommt, und das weiß dann auch die Mannschaft …

Die Adler haben ihre letzten vier Auswärtsspiele verloren. Nur fünf  Teams haben mehr Gegentreffer kassiert, drei davon balancieren weit unter dem Strich. Der ERC hat sechs der letzten sieben Heimspiele verloren und stellt das schlechteste Heimteam der DEL. Die ersten beiden Spiele gewannen die Adler, 3:1 zu Hause und 1:0 in Ingolstadt.

Oje, schon wieder so viel Text zu Mannheim. Wird Zeit, dass dort wieder Ruhe einkehrt, damit man sich wieder mehr um andere Teams kümmern kann.

P.S. Habe ich das richtig verstanden, dass Stewart in der Pressekonferenz davon ausgeht, dass die Adler auf Platz 6 stehen. Ein dringender Reality-Check böte sich an. Und dann: Beim Kicker habe ich die Überschrift gelesen, Adler verteidigen den Komplett-Rauswurf. Das geht an der Realität völlig vorbei, zu verteidigen gibt es da überhaupt nichts. Erklären wäre der richtige Ausdruck gewesen. Mann, Kicker.

Düsseldorf – Krefeld

Von den letzten zehn Spielen hat die DEG sechs gewonnen. Die Niederlagen gab es gegen starkformige Wild Wings, wiedererstarkte Hae und zweimal gegen den Meister. Unter diesen Umständen ist das eine bemerkenswerte Bilanz. Die letzten beiden Heimspiele, gegen Köln und München, gingen verloren. Mit dem KEV ist eines der schwächsten Auswärtsteams der DEL zu Gast, nur die Tigers haben auswärts weniger Punkte als Krefeld geholt. Sechs der letzten sieben Spiele haben die Pinguine verloren. Die beiden Teams trafen bereits zweimal in Krefeld aufeinander. Das erste Spiel gewann der KEV 4:2, das zweite endete nach Verlängerung 3:2 für die DEG.

Wolfsburg – Nürnberg

Zum Spitzenspiel des 29. Spieltages kommt es in Wolfsburg, wo der Tabellenvierte die Ice Tigers zu Gast hat. Wolfsburg kassierte zuletzt drei Niederlagen am Stück, so starteten sie übrigens auch in die laufende Saison, damit ist der Versuch, sich zum Spitzentrio vorzuarbeiten, zumindest vorerst ausgebremst. Aus drei Punkten Rückstand auf München sind inzwischen wieder neun Zähler geworden. Die Niederlagen waren zwar denkbar knapp mit jeweils einem Tor Unterschied, Punkte gibt es dafür aber trotzdem nicht. Die Franken, die gerade eine kleine Auswärtstournee abliefern, die in Augsburg begann, nach Wolfsburg müssen sie noch nach Köln und Straubing, konnten am Sonntag nach zuvor zwei Niederlagen einen Dreier in Augsburg einfahren. Von den letzten vier Auswärtsspielen hat Nürnberg drei gewonnen. Bisher in der Saison gewann immer die Gastmannschaft. Nürnberg 4:1 in Wolfsburg, Wolfsburg 1:0 in Nürnberg.

Augsburg – Iserlohn

Das derzeit mit Abstand schlechteste Team der DEL stellt der AEV, eine Quote von 16,6 Prozent aus den letzten zehn Spielen, selbst die Tigers als Schlusslicht liegen bei 30 Prozent! Noch spricht das Torverhältnis für den AEV bei zusätzlich drei Zählern Vorsprung auf Straubing, aber von der Roten Laternen trennt die Panther nur noch ein schlechtes Wochenende. Mit den Roosters kommt ausgerechnet in dieser Situation einer der Überflieger der letzten Wochen bei den Schwaben vorbei. Die Sauerländer haben gerade ein 0-Punkte-Wochenende hinter sich, aber das kann mit Gegnern wie Tabellenführer Berlin und den wiedererstarkten Haien durchaus einmal passieren. Die Panther haben die letzten sieben Spiele verloren. Die ersten beiden Aufeinandertreffen endeten mit der vollen Punktzahl für den IEC. In Augsburg gewannen die Roosters 4:2, zu Hause 3:1.

Straubing – Berlin

Tabellenführer gegen Schlusslicht, das ist die Ausgangslage der Partie in Straubing. Die Tigers sind die Mannschaft mit dem nach Ingolstadt schwächsten Sturm und der schwächsten Verteidigung der DEL. Die Eisbären sind mit dem zweitbesten Angriff und der zweibesten Verteidigung gesegnet. Beide Teams haben ein 2-Siege-Wochenende hinter sich, bei den Berlinern ist das eher der Normalfall, für die Tigers war es das erste 6-Punkte-Wochenende der gesamten Spielzeit. Die Berliner holten acht Siege aus den letzten neun Spielen, punkteten dabei aber immer. In den letzten drei Spielen kassierte der Rekordmeister nur zwei Gegentore. Die ersten beiden Aufeinandertreffen fanden in Berlin statt. Die Eisbären gewannen 3:1 und 2:1.

München – Bremerhaven

Der Meister hat seine kleine Schwächephase von drei Niederlagen am Stück hinter sich gelassen und ein neue Serie mit Siegen gegen den AEV und die DEG begonnen. Zu Hause sind nur Nürnberg und Berlin erfolgreicher als der EHC. Bremerhaven hat aus den letzten drei Spielen zwei Siege geholt. Am Sonntag überraschten die Nordlichter in Wolfsburg, den Sieg davor holten sie beim 3:2 Heimerfolg gegen … München. Dabei gab der Meister eine 0:2-Führung aus der Hand. Das erste Spiel in München gewann der EHC 5:3.

Percentage aus den letzten zehn Spielen

Heiner

Köln – Schwenningen 0:4
Düsseldorf – Krefeld 4:5 n.V.
Wolfsburg – Nürnberg 6:5 n.V.
Ingolstadt – Mannheim 4:5
Straubing – Berlin 0:3
Augsburg – Iserlohn 6:5 n.V.
München – Bremerhaven 6:5 n.V.

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