Trainerwechsel, ein Erfolgsweg? Stewart löst Simpson ab

Wir stehen vor dem 29. Spieltag, es gab bisher vier Trainerentlassungen und drei Neuanstellungen. Da ist es doch mal ganz interessant, darauf zu schauen, welchen Effekt eine solche Trainerentlassung hat. Nur mal so zum Spaß.

Zunächst die Statistiken.

Ein Blick auf den ERC. Der ist irgendwie ein Sonderfall, weil es da ja mehr oder weniger eine interne Lösung gab. Nach Tommy Samuelssons Entlastung hatte schließlich mit Larry Mitchell der Sportdirektor übernommen. Interimslösung, wie es zunächst hieß. Von einem Effekt zu sprechen, wäre hier geprahlt. Wir sehen zwar, dass unter Mitchell die Punktausbeute pro Spiel leicht verbessert wurde, aber eine einzige Niederlage am Freitag würde den Schnitt von Mitchell wieder unter den von Samuelsson sinken lassen. Die Steigerung kann also zufallsbedingt sein.

Anders sieht es bei den Roosters aus. Die haben ihre Punktausbeute unter Rob Daum um mehr als 100 Prozent im Vergleich zu Jari Pasanen gesteigert. Und tatsächlich ist Daum mittlerweile schon so lange im Amt, dass die Roosters 20 Spiele in Folge, ab sofort, ohne Punkte bleiben müssten, damit der Schnitt von Daum unter den von Pasanen sinken würde. Das halte ich nach den Spielen, die die Sauerländer zuletzt gezeigt haben, für sehr, sehr unwahrscheinlich. Oder andersherum, wenn die Roosters ab sofort in allen restlichen Spielen ohne einen einzigen Punkt blieben, läge der Schnitt unter Daum am Ende der Saison bei 0,80, selbst das wäre nur leicht schlechter als unter Pasanen.

Der Sample bei den Haien ist im Vergleich zu Iserlohn deutlich kleiner. Schließlich trainiert Peter Draisaitl die Kölner erst seit sechs Spielen. Nun hatten die Haie unter Draisaitl aber auch eine deutlich bessere Ausgangsposition als die Roosters unter Daum, unter solchen Umständen wiegt der Impact nach den ersten Wochen ähnlich schwer wie bei den Sauerländern, auch wenn die Steigerung etwas geringer ausfällt. Außerdem waren es wie gesagt erst sechs Spiele, eine einzelne Niederlage, ein einzelner Sieg würde also zu viel größeren Schwankungen führen. Dennoch scheint sich auch hier der Wechsel zu bewähren, mal ganz abgesehen davon, dass sich natürlich auch die Spielweise verändert hat. Ich rede hier nur von den statistisch erfassbaren Auswirkungen.

Letzter Fall Straubing. Da muss man schon sehr genau hinschauen, um eine Verbesserung zu erkennen. Die lässt sich vor allem auf das gerade zurückliegende 6-Punkte-Wochenende der Tigers zurückführen. Ohne dieses sähe die Bilanz unter Tom Pokel katastrophal aus (0,41). Vielleicht war es aber auch der Anfang vom Umschwung.

Fazit: In allen Fällen hat sich der Trainerwechsel mehr oder weniger ausgezahlt, teilweise, bisher jedenfalls, nur marginal. Bei den Roosters kann man jetzt schon sicher sein, dass er auch nicht verpuffen wird. Das ist einfach statistisch fast unmöglich. Bei den Haien kann man nach dem Jahreswechsel eindeutige Aussagen treffen.

Man fragt sich nur, warum die Eisbären Uwe Krupp noch nicht gefeuert haben. Die wären ja dann GAR NICHT mehr zu stoppen. Und Mannheim? Ach, Mannheim.

P.S. Während ich diese Zeilen schrieb, hätten ja noch ein paar Stunden waren können, haben die Adler Sean Simpson gefeuert und Bill Stewart geholt. Simpson war ein richtig guter Trainer für die Schweizer Nati. Sein Problem: Zu Nationalmannschaft kommen fertige Spieler. Spieler zu entwickeln, darauf liegt dann nicht das Hauptaugenmerk. Gerade wie er mit den jungen Spielern umgegangen ist, fand ich bei Simpson problematisch, die in entscheidenden Phasen der Spiele kaum noch Einsatzzeiten bekamen. Zu Stewart: Bin ich kein  Freund von, ich habe aber auch Lebertran nie gemocht. Vielleicht brauchen die Adler Lebertran? Aber den Trainer holen, dessen Ex-Mannschaft Simpson praktisch um den Arbeitsplatz gebracht hat, ist auch schon irgendwo wieder lustig.

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2 Gedanken zu “Trainerwechsel, ein Erfolgsweg? Stewart löst Simpson ab

  1. Du meinst wohl eher überfällig, oder?^^

    Stimme dir aber zu, vor allem der Part mit den (Ex-)Nationalspielern. Ist mir auch aufgefallen, dass die kaum punkten dieses Jahr. Vor allem von Ullmann hab ich da deutlich mehr erwartet. Vllt. schlägt aber auch das Alter zu :/ M. Goc kann man da noch am wenigsten vorwerfen, der kommt durch Verletzungen auch einfach in keinen gescheiten Rhythmus.

    Ob jetzt aber Stewart die Lösung ist….Puh, bin da nicht so von überzeugt. Aber mal abwarten.

  2. Der Rauswurf war so was von überflüssig. Simpson hat in den letzten Spielen ja gerade so um seinen Rauswurf gebettelt.
    Vor allem die von dir angesprochene Tatsache wie mit den jungen Spielern umgegangen wurde, hat mich am meisten gestört. In JEDEM Spiel nach der DC Pause hatten die jungen Spieler im letzten Drittel keinen Wechsel. Vor allem für Hungerecker, der mit Kolarik einer der wenigen Lichtblicke in dieser Saison war, muss das doch ein schlechter Witz gewesen sein, zu sehen wie völlig überbezahlte Profis seit Wochen das Eis zerkratzen und trotzdem den Vorzug erhalten.

    Allgemein spielt das ganze Team unter seinen Möglichkeiten. Welche Spielergruppe mich dieses Jahr aber maßlos enttäuscht, ist die Flotte der alteingessenen Deutschen Nationalspieler/ Ex-Nationalspieler. Was Kink, Ullmann, M.Goc, N.Goc und teilweise auch Reul schon die ganze Saison abliefern, ist einfach nicht gut genug. Zusammen kommen die fünf auf 23 Scorerpunkte bei einer plus/minus Statistik von -32. Im Vergleich dazu Hungerecker mit 13 Punkten (davon 10 Tore) und einer +/- Statistik von +10. Hängt natürlich auch damit zusammen, dass Hungerecker lange mit Kolarik in einer Reihe spielen durfte. Aber alleine die Energie und Schnelligkeit die der Junge aufs Eis bringt, ist sehr erfrischend. Da können sich die älteren Herren gerne eine Scheibe abschneiden. Besonders unser Capitano Herr Kink, der mMn nach eh der größte Alibi Spieler in unseren Reihen ist. Sobald er in der Nationalmannschaft ist, stimmt die Leistung. Wird jedoch ein Adler Trikot angezogen sinkt seine Leistungsbereitschaft und Spielintelligenz auf ein Bruchteil. Viel zu häufig versucht er dann mit dem Kopf durch die Wand drei Spieler gleichzeitig vom Puck fernzuhalten, bis ihm schlussendlich der Puck abgenommen wird. Die Torgefahr, die von seiner Reihe ausgeht, ist quasi Null.

    So das reicht fürs Erste. Die Hoffnung auf Besserung stirbt bekanntlich zuletzt …

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