28. Spieltage – DEL 2016/17 – Vorschau

Die DEL geht in die 28. Runde, es erwartet uns ein echter Klassiker, ein Derby im Westen und eines im Süden. Und vielleicht könnte man sich mit der Frage auseinandersetzen, wie sinnvoll sind eigentlich Videobeweise? Wenn sowieso keiner guckt. Und wenn zwei gucken, nützt es ja auch nichts. 
Hier geht’s zum Liveticker.

Chat.

Augsburg – Wolfsburg

Spitzenspiel! Eigentlich komisch, denn am selben Spieltag treffen auch die Adler und die Haie aufeinander. Dennoch war meine erste Reaktion beim Blick auf die Spielpaarungen des 28. Spieltages: DAS ist das Spitzenspiel. Das hängt natürlich auch ein kleines bisschen mit der aktuellen Tabellensituation zusammen. Jedoch spielt auch die Frage, wer sein Potential zur Zeit am besten ausschöpft (was natürlich seinerseits einen Einfluss auf die Tabelle hat – irgendwie eine Todesspirale), und in dieser Hinsicht schneiden Wolfsburg und Augsburg im Augenblick eindeutig besser als die beiden Teams aus der anderen Begegnung, dabei eine Rolle, eine Begegnung als Spitzenspiel zu bezeichnen. Haben die Grizzlys eigentlich eine Schwäche? Ja, tatsächlich haben sie zwei: Zum einen die Partien, die sie zuhause austragen müssen. Zum anderen München.

Aktuell sind die Niedersachsen zwar Tabellenzweiter, aber nach der Heimtabelle wären sie eigentlich mit etwas Dusel nur ein Preplayoffteam. Und wieso München? Nun, Wolfsburg begann die Saison mit einem Sieg, am zweiten Spieltag gab es eine Niederlage gegen den Meister. Dann starteten sie eine Serie von neun Siegen, Endstation war wieder der Meister. Und zuletzt folgte dann die phänomenale Serie mit dem Rekord von Felix Brückmann, fünf Siegen in Folge … und der Heimniederlage gegen München. Kann man sich ja schon mal ausrechnen: Das nächste Spiel gegen die Bayern ist am 46. Spieltag.

Und der AEV: Trotz einiger Verletzungssorgen spielen die Schwaben ganz oben mit. Zuletzt fünf Siege, eine Niederlage, dann vier Siege, eine Niederlage. Die Niederlagen gab es gegen Mannheim und Nürnberg. Von den letzten 10 Spielen hat der AEV acht gewonnen, nur gegen Nürnberg blieb man ohne Punkt.

Die beiden Teams treffen zum dritten Mal aufeinander, und noch haben die Grizzlys gegen Augsburg keinen einzigen Zähler geholt. In Wolfsburg gewann der AEV 2:1, zuhause 3:0 gegen die Niedersachsen. Spielleiter sind Lasse Kopitz und Markus Schütz.

28augsbwob

Iserlohn – Berlin

Trauerspiel! Wenn man bei den Roosters unter der Woche ein Zeichen setzen wollte, dann ist dies gelungen. Andernfalls war die Vertragsverlängerung mit Jari Pasanen wahrlich ein seltsamer Zeitpunkt. Jedenfalls: Die Verantwortlichen haben ein Zeichen gesetzt, was zum Geier macht der Marienkäfer auf meinem Schreibtisch. DER LEBT. Scheiß Klimawandel. Ich schweife ab, jetzt müsste langsam auch mal die Mannschaft ein Zeichen setzen.

Nach dem Motto: Ja, mit dem Trainer wurde verlängert, aber wollen wir überhaupt mit ihm weiterarbeite. So oder in ähnlicher Form könnte man sich das vorstellen. Drei der letzten vier Spiele haben die Roosters verloren, zweimal dabei blieben sie ohne Tor. SOGAR in STRAUBING! Von den letzten vier Heimspielen, immerhin, haben sie drei gewonnen. Die Niederlage gab es gegen Wolfsburg, das kann der besten Hausfrau passieren.

Dann die Eisbären. Ein paar wichtige Spieler sind verletzt, teilweise dauerverletzt, keine Frage, aber wann haben die Berliner eigentlich ihren letzten überzeugenden Auftritt hingelegt? Punkte kommen auch so zusammen, man frage in Mannheim nach. Aber ich würde gerne mal von einem Berliner Fan hören, wann er das letzte Mal aus der Halle gegangen ist und sich gesagt hat „Yeah man“. Von den letzten fünf Spielen haben die Eisbären drei verloren. Zuhause zwei der letzten drei. Gegen die Roosters gab es bisher zwei Spiele, immer gewann das Heimteam. Iserlohn 2:0, Berlin 4:3. Spielleiter sind André Schrader und Gordon Schukies.

28iserberl

Krefeld – Düsseldorf

Slumming! Die Pinguine. Vierzehn Heimspiele. Zwei Siege. Say no more, müsste man jetzt hinzufügen. Aber dann würde die Vorschau zu kurz auffallen. Und die Düsseldorfer würden sagen, hey, und wer macht sich über UNS lustig? Unter der Woche hat man sich von Norman Hauner getrennt, Steve Hanusch ist schon länger weg. Ist am Ende der Saison noch einer übrig von denen, mit denen man in die Spielzeit gestartet ist? Zuletzt gab es einen offenen Brief an die Fans, wir haben darüber berichtet, eine Aussprache der Mannschaft, wir haben darüber berichtet, danach Niederlagen gegen Bremerhaven, Iserlohn und Mannheim. Wir haben davon getickert. Der KEV hat die letzten fünf Spiele verloren und im Schnitt dabei ein Tor geschossen.

Zu Gast ist der Verfolger aus Düsseldorf. In der Zusammenfassung der Saison ist das eines der Teams, die bei den Highlights erst kommt, wenn die meisten schon im Bett sind. Die DEG liegt drei Punkte hinter dem KEV, hat allerdings auch drei Partien weniger ausgetragen. Aber ob das bei der augenblicklichen Erfolgwelle reichen würde, den Rückstand wettzumachen, ist eine ganz andere Frage.

Die DEG hat die letzten vier Spiele verloren, blieb dabei zweimal ohne Tore. Immerhin haben die Düsseldorfer in dieser Phase EINES geschossen, beim 1:7 in München. Um DA von einem Lichtblick zu sprechen, muss die Nacht schon ziemlich finster sein. Düsseldorf hat den schwächsten Angriff der Liga, die Pinguine die schwächste Defense. Auch keine Ausgangslage, in der Tore unbedingt garantiert sind. Bei den ersten beiden Aufeinandertreffen gab es Auswärtssiege: Krefeld gewann 3:2 nach Verlängerung, die DEG 4:2. Spielleiter sind Marian Rohatsch und Sirko Hunnius. Passend zur Veranstaltung kommt Tom Linde und singt ein Schlaflied.

28krefeduess

Mannheim – Köln

Überraschungsei! Große Namen, viel Tradition steht in Mannheim auf dem Eis. An diesem Freitag ist diese Paarung sicherlich die klangvollste. Ohne jetzt irgendjemand zurücksetzen zu wollen. But. You know. Aber ich bin ein wenig, ein klein wenig zögerlich, auch diese Partie unter dem Stichwort „Spitzenspiel“ abzuspeichern. Keine Frage, der Tabellenstand beider Teams gäbe es her. Aber in meinem inneren Powerranking … nun ja, es lässt sich nicht leugnen, dass die Resultate bei den Adlern stimmen.

Sechs Siege aus den letzten acht Spielen. Und die Niederlage gegen München war wahrscheinlich sogar ihr bisher bestes Saisonspiel. Davon abgesehen hat der spielerische Glanz, den die Adler entfalten, kaum das Potential, um in einer Hundehütte das Lesen zu ermöglichen. Insofern sind die Adler für mich eine maßlose Enttäuschung. Das muss einmal gesagt werden. Die beiden Niederlagen in dieser Phase gab es übrigens zuhause. Im Augenblick leben die Adler für mich von der individuellen Klasse einzelner Akteure, allen voran David Wolf, und nicht vom Team als Mannschaft.

Und die Haie: Da ist der Sachverhalt in meinen Augen etwas anders gelagert. Die Resultate bei den Kölnern stimmen zur Zeit nur bedingt, aber die Haie haben, früher in dieser Saison schon gezeigt, was zu leisten sie vermögen. Von den letzten acht Spielen hat Köln nur drei gewonnen. Der längere Ausfall von Patrick Hager spielt dabei sicherlich eine Rolle. Im Augenblick werden beide Mannschaften ihrem Potential nicht gerecht. Zweimal haben beide Teams in dieser Saison schon gegeneinander gespielt. Mannheim hat dabei noch kein Tor gegen die Haie geschossen. In Köln gewannen die Haie 4:0, in Mannheim 2:0. Spielleiter sind Rainer Köttstorfer und Daniel Piechazcek.

28mannkoeln

München – Ingolstadt

Schlachtfest! Bei dieser Paarung dachte ich im ersten Moment: Oh, die armen Schanzer. Es wäre eine unangenehme Vorstellung, die Münchner würden ihr Potential nicht vollständig abrufen. Niederlagen des Meisters sind nichts anderes als Anomalien. Von den letzten dreizehn Spielen hat München nur eines verloren (Nürnberg), und das ist dann gleich eines gewesen, über das man die ganze Saison sprechen könnte.

Der Meister spielt zur Zeit in einer eigenen Liga. Wenn da nicht das Powerplay der Münchner wäre, hätte die DEL überhaupt nichts mehr zu lachen. Und das kommt jetzt auch langsam in Schwung.
Ingolstadt hat seine letzten vier Spiele gewonnen (darunter Sieg IN Nürnberg, IN Mannheim), ein gewisses Selbstvertrauen sollte bei einer solchen Serie selbstverständlicherweise entwickelt werden können und auch notwendig sein, wenn man in München bestehen will.

Die München sind das torgefährlichste Team der DELund verfügen über die zweitbeste Defense. Ein Spaziergang für die Schanzer wird es nicht. Garantiert. Die ersten beiden Spiele gegen den Meister hat der ERC verloren. 2:3 n. P. in München und 3:5 zu Hause. Spielleiter sind Stephan Bauer und Marc Iwert.

28muenchingo

Nürnberg – Straubing

Tigersderby! Bereits zum dritten Mal gibt es das Tigers-Duell in dieser Saison. Dass die Bilanz nach den ersten beiden Spielen ausgeglichen ist, mag, nach einem Blick auf die Tabelle, etwas überraschen. Das erste Spiel in Nürnberg gleich zu Saisonbeginn gewann Straubing 4:3, das erste Spiel in Straubing endete mit einer 3:4-Niederlage der Niederbayern.

Bei den Franken läuft es, sie haben sich als eines der Spitzenteams dieser Saison etabliert. Nach durchwachsenem Saisonstart spielen sie ganz oben mit, sie sind im Unterschied zu Straubing eine Mannschaft, die sich in einen Rausch spielen kann. Von den letzten acht Heimspielen haben sie sieben gewonnen.

Die Tigers kassierten nach einer kleinen Siegesserie (drei Siege) zwei Niederlagen gegen Schwenningen und Bremerhaven, die einige spielerische Defizite offenbarten. Und auch der 1:0-Sieg in Iserlohn davor war nicht unbedingt eine Offenbarung. Erschütternd war gegen Bremerhaven vor allem die Art und Weise, wie sie die Partie nach starkem Beginn und einer 2:0-Führung fast widerstandslos aus der Hand gaben. Definitiv keine Partie, nach der man davon  sprechen könnte, die Tigers hätten FÜR den Trainer gespielt. Dass der Rückstand auf die Preplayoffplätze nur drei Zähler beträgt, verdanken die Tigers weniger der eigenen Leistungsstärke als den schwachen Leistungen der Konkurrenz. Spielleiter sind Lars Brüggemann und Michael Klein.

28neurnstraub

Schwenningen – Bremerhaven

Nord gegen Elend! In Schwenningen kommt es zum Duell zwischen den Wild Wings und dem höchst erstaunlichen Neuling von der Nordsee. Eine extrem unangenehme Aufgabe für den souveränen Tabellenletzten gegen eine Mannschaft, die alle Erwartungen übertrifft, für einen Neuling geradezu unangemessen erfolgreich ist, und das trotz aller Verletzungsprobleme. Und vor allem, die seit drei Spielen nicht mehr verloren hat! Drei der letzten vier Auswärtsspiele konnten die Pinguins für sich entscheiden. Und diese Siege gab es mit Krefeld, Straubing und Iserlohn alle gegen Teams, die sich – vor der Saison zumindest – Hoffnungen auf eine Preplayoffplatz machten.
Silberstreif am Horizont für die Wild Wings: Aus den letzten zwei Heimspielen holten sie zwei Siege. Hoch zu bewerten ist vor allem der überraschende Erfolg gegen Nürnberg. Zwei Spiele gab es bisher gegen die Pinguins, beide gewannen die Wild Wings. Zuhause 3:2 n.V. und in Bremerhaven, bei ihrem bisher höchsten Saisonsieg, gewannen sie 5:1. Bastian Haupt und Christian Oswald leiten das Spiel.

28schwennbremer

Percentage aus den letzten zehn Spielen

28perc1

28perc2

Drittelstatistik

28drittel1

Heiner

Augsburg – Wolfsburg 3:2
Iserlohn – Berlin 4:0
Mannheim – Köln 1:0
Krefeld – Düsseldorf 2:4
München – Ingolstadt 1:4
Schwenningen – Bremerhaven 2:1 n.P.
Nürnberg – Straubing 2:3

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s