Eishockeygeschichte – Ein Panorama

Die Geschichte des Eishockeys ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Ein Grund mehr, sich mit dem Thema einmal näher zu befassen. Dazu müssen wir allerdings gaanz tief in die Archive einsteigen.

Um eines vorwegzuschicken: Die Quellenlage ist diffizil, selten eindeutig. Gerade bei sehr alten Überlieferungen, Aufzeichnungen usw. ist immer ein großer Spielraum für Interpretationen geboten, eindeutige Gewissheit herrscht selten, in solchen Fällen werden ich versuchen, die Alternativen gegenüberzustellen und die Entscheidungen dem Leser, der Leserin selber zu überlassen. Besonders beim Umgang mit altertümlichen Quellen ist der Umgang zum Teil sehr spekulativ, beruht jedoch auf eindeutigen Fakten.

Die verwendeten Fotos entstammen hauptsächlich dem über Google zur Verfügung gestellten Archiv des Magazins Life und wikipedia.

Hilfreich bei der Darstellung vor allem älteren Materials war in erster Linie das heute leider vergriffene Werk von Prof. Dr. Theodor Albrecht Sindinger (Leipzig 1892), der sich in seinem epochalen Abriss „Über die kultische Bedeutung körperlicher Ertüchtigung im Altertum und der Antike“ mit den mehr oder weniger religiösen Ursprüngen dessen befasst, was sich heute als Multimillarden-Euro-Geschäft und Bestandteil der Unterhaltungsindustrie präsentiert, die aus der Gegenwart nicht mehr wegzudenken ist.

egypt2neuBild A

Eine der frühesten bildlichen Darstellungen, die Eishockey zum Thema hat, lässt sich auf einem Obelisken aus dem Alten Reich in Ägypten (2707 – 2216 v. Chr.) aufspüren. Aus derselben Zeit also wie die Pyramiden, auf die wir zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zurückkommen werden.

Auf dem Relief sind sechs Spieler zu erkennen, über die tatsächliche Mannschaftsstärke lässt sich dabei nichts aussagen. Eindeutig jedoch handelt es sich bei dem Geschehen um ein Bully, das, wie auf der darunterstehenden Inschrift hervorgeht, nicht regelkonform durchgeführt wurde und zu einer nicht näherbeschriebenen Strafe führte. Wie diese Regelkonformität hätte ausfallen sollen, ist leider verschollen und ist die Bullyausführung bis auf den heutigen Tag uneindeutig ausgelegt. Aus visuellen Gründen ist das Spielgerät, eine Scheibe, hochkannt gestellt, da sie sonst kaum erkennbar gewesen wäre. Auffällig ist, und dies ist für historische Darstellungen typisch, dass auf die Verwendung von Schutzkleidung verzichtet wird. Das mag ästhetische Hintergründe haben, es mag aber auch ein Hinweis darauf sein, dass Männer früher einfach härter waren.

Die Spielleitung „oblag der Priesterschaft, die gewährleisten musste, dass die Kontrahenten ein gottfälliges Schauspiel boten. Um dies sicherzustellen, verfügten die Priester […] über einen breitgefächtertes Katalog an Sanktionsmöglichkeiten“ (Sindinger, S. 192 f.).  Weiter erläutert Sindinger auf den folgenden Seiten, dass besagte Sanktionen zum Teil recht drastisch ausfallen konnten, mit dem Hinweis auf den Ketzerei-Charakter eines Regelverstoßes wird ein solches Vorgehen jedoch auch leicht nachvollziehbar.

Dabei wurden durchaus Unterscheidungen gemacht. Es spielte bei den Sanktionen in der Tat eine Rolle, ob sich die Akteure eventuell vorhandener Schutzkleidung entledigten.

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Das obige Bild zeigt eine der ersten historischen Darstellungen MIT Schutzkleidung, oder, wie unten, ein Werk, dass zur selben Zeit entstanden ist, wo diese Schutzkleidung vor dem Fight offensichtlich ablegt wurde.

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An dieser Stelle muss etwas weiter ausgeholt werden. Die altägyptische Götterwelt ist fast unüberschaubar umfangreich. In erster Linie stand das Spiel – aus naheliegenden Gründen – in der Einflussspähre von Anubis und Sobek. E15 und I5, traditionell dargestellt als Menschen mit einen Schakal- respektive Krokodilskopf.

"Anubis standing" by Jeff Dahl - Own work. Licensed under GFDL via Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Anubis_standing.svg#/media/File:Anubis_standing.svg„Egypt.Sobek.01“. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Egypt.Sobek.01.jpg#/media/File:Egypt.Sobek.01.jpg

Bilder (1) Anubis links, und (2) Sobek, rechts.

Beide werden auf fast allen bekannten Darstellungen mit stilisierten Eishockeyschlägern abgebildet. Beiden gemeinsam ist auch, dass sie in der anderen Hand ein Ankh tragen, ein Zeichen, das Leben sowie Leben nach dem Tod (nach dem Spiel? in einer Tabelle?) symbolisiert. Allgemeinhin wird es als Herrschaftszeichen interpretiert, das die Allmacht bzw. Hoheit dieser beiden Götter über das Spiel abbildete (heute würde man vom Weltverband sprechen). Ein Ankh wurde aus hohlen Krokodilsknochen hergestellt und gab bei schnellem Drehen um den Finger mittels des schlaufenartigen Gebildes eines Pfeifton von sich (!).
(Beachtenswert scheint weiterhin, dass man bereits in der Vorzeit Links- und Rechtsschützen kannte, siehe Schlägerhaltung, aber das nur am Rande.)

"Near infra-red kite aerial photo of the site of Ogilface Castle, West Lothian" by Dr John Wells - Own workPreviously published: http://www.armadale.org.uk/archaeology3.htm and also Visible and near infra-red kite aerial photography of Ogilface sites in West Lothian, Community Archaeology in Scotland (Conference at Queen Margaret University), East Lothian Council and Archaeology Scotland, 82-85, May 2009.CC-BY West Lothian Archaeology. Licensed under CC BY 3.0 via Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Near_infra-red_kite_aerial_photo_of_the_site_of_Ogilface_Castle,_West_Lothian.jpg#/media/File:Near_infra-red_kite_aerial_photo_of_the_site_of_Ogilface_Castle,_West_Lothian.jpg

(3) Sobek in Nahaufnahme (lässt sich bis heute in dem Teamnamen Crocodiles wiederfinden)

Luftarchäologische Untersuchungen am Unterlauf des Nils führten zur Entdeckung von mindestens drei gesicherten Spielstätten, vermutlich sogar sieben, auch wenn die Beweislage in einigen Fällen nicht ganz gesichert ist. Typisch für diese Spielstätten war

"Near infra-red kite aerial photo of the site of Ogilface Castle, West Lothian" by Dr John Wells - Own workPreviously published: http://www.armadale.org.uk/archaeology3.htm and also Visible and near infra-red kite aerial photography of Ogilface sites in West Lothian, Community Archaeology in Scotland (Conference at Queen Margaret University), East Lothian Council and Archaeology Scotland, 82-85, May 2009.CC-BY West Lothian Archaeology. Licensed under CC BY 3.0 via Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Near_infra-red_kite_aerial_photo_of_the_site_of_Ogilface_Castle,_West_Lothian.jpg#/media/File:Near_infra-red_kite_aerial_photo_of_the_site_of_Ogilface_Castle,_West_Lothian.jpg

die Nähe zum Fluss (sonst wären es ja auch eine luftarchäologischen Untersuchungen am Nil gewesen), sowie die unmittelbare Nähe von Statuen des Anubis. Dabei kam man zu ganz interessanten Erkenntnissen. Diese Statuen befanden sich ohne Ausnahme überall in exakt derselben Entfernung von der Spielstätte, nämlich 60 Nebi, was nach heutigen Maßstäben einer Entfernung von etwa 40 Metern entspricht. Im Falle eines Regelverstoßes wurde der betreffende Akteur dazu angehalten, das Spielfeld zu verlassen, sich gemessenen Schrittes dieser Statue zu nähern, sich vor ihr im Sinne einer symbolischen Unterwerfungsgeste zu verbeugen, um dann auf das Spielfeld zurückzukehren. Unter Einbeziehung der sich im Laufe der Zeit veränderten durchschnittlichen Körpergrößen (bessere Ernährung usw.) betrugt der zeitliche Aufwand für eine solche Aktion ziemlich genau zwei Minuten!

Die Konsequenzen sind ungeheuerlich, es ist davon auszugehen, dass die Wurzeln des Sportes wesentlich älter sind, als bisher vermutet. Dagegen argumentiert Heribert Kreutzer (Wer Eishockey wirlich erfunden hat, Düsseldorf, 1972), dessen Argumente Dr. Tobias Haus in mehreren Versuchen (Die großen Irrtümer der Geschichte, Köln 1973; Der ewige Gegner, Köln 1973; Düsseldorfer lügen, Köln 1974) zu entkräften versucht.

Die Rolle des Anubis als  Seelenführer scheint klar umrissen, doch welche Bewandtnis hatte es mit Sobek. Wie bereits oben erwähnt, konnten die Regelverstöße zum Teil sehr drastisch geahndet werden – dabei darf nicht vergessen werden, dass solche Verstöße ja gleichbedeutend mit einem Vergehen am Gotte selbst gleichgesetzt wurden, entsprechend harsch mussten die Sanktionen ausfallen.  Eindeutig  lassen sich die Bestrafungen zwei Kategorien zuorden (Sindinger,  332 ff. Kapitel: Der Zorn der Götter), solchen, die in die Sphäre Anubis‘ fielen und solchen, die dem Einfluss Sobeks unterlagen. Sobek war der Herrscher des Wassers, als solcher der Herr über den Nil, die Mutter der agyptischen Zivilisation. Und im Nil herrschte das Krokodil. Vergehen der härteren Art hatten in der Regel zur Folge, dass ein Akteur „auf die Sandbank“ (Sindinger, ebd. S. 69) geschickt wurde. Das hatte häufig fatale Konsequenzen nicht nur für den Spieler, sondern natürlich auch für das Spiel selbst, da eine Begegnung nur selten in voller Mannschaftsstärke zu Ende geführt werden konnte. Und überlebten Akteure den Weg „auf die Sandbank“, war nicht unbedingt davon auszugehen, dass sie noch zwei Beine hatten. Im Laufe der Zeit wurde diese Sanktionsmöglichkeit eingeschränkt, aber im Kern barg sie natürlich schon „den Untergang für den Sport als Freizeitvergnügen in sich“ (Herrmann Stuckhard, Brot und Spiele – Geschichte der Unterhaltungsindustrie in der Antike und ihre Folgen für den Spätkapitalismus, Rostock 1965).

Zunächst als nachteilig für die künftige Entwickung des Spieles erwies auch, dass die Akteure der unterlegenen Mannschaft „den Weg in die Fänge des Sobek“ zu beschreiten hatten (Sindinger, 716 f.). Streng genommen könnte man von natürlicher Auslese sprechen, allerdings gilt es zu bedenken, dass, so eine Meisterschaft ausgespielt worden wäre, aber soweit sind wir noch gar nicht, am Ende einer Ernteperiode (Saison?) nur noch eine sehr eingeschränkte Anzahl von Teams zur Verfügung gestanden hätte.

Eishockey und Ägypten? – diese Frage sollte sich jeder inzwischen längst gestellt haben, denn diese Verbindung ist zumindest aus heutiger Sicht natürlich nicht unbedingt naheliegend. Neueren paläoklimatologischen Forschungen folgend (Vincent Montgomery, The influence of changes in climate on sports history, Oxford 2014) fror der Nil im zweiten und dritten Jahrtausend v. Chr. nur etwa alle 30 Jahre zu, Schnee war den alten Ägyptern dagegen vertrauter; Stelen, die man in der Nähe des Grenzgebiet zum heutigen Libyen gefunden haben, lassen vermuten, dass es etwa alle 4-7 Jahre schneite. Wo sollen die Ägypter also gespielt haben, wenn es denn überhaupt so etwas wie einen geregelten Spielbetrieb gegeben haben sollte? Eine spannende Interpretation bietet der Niederländer Geerts van der Blom (Geschichte der Architektur, Amsterdam 1984), der zu folgender Erklärung kommt:

Kheops-Pyramid

Er interpretiert die Pyramiden dahingehend, dass es sich um frühe Versuch handelt, dem Sport eine zuverlässige Infrastruktur zu geben. Das heißt vor allem: Spiel- und Kultstätten. Anhand alter Pläne (van der Blom, S. 62 ff.) kann er belegen, dass es sich bei den Pyramiden tatsächlich ursprünglich um große Hallen handelte. Das Problem der Eisbereitung konnte jedoch nie richtig gelöst werden, sodass sie am Ende doch nur als Millardengräber endeten. Die Erklärung von Luis Trenker (In: Der Berg und die Zukunft, Lugano 1956), bei der Erbauung der Pyramiden sei es darum gegangen, möglichst nah an die Schneegrenze zu kommen, um so ein winterliches G´spür zu bekommen, wird in der heutigen Forschung weithin als absurd angesehen.

Interessant ist wiederum, dass man an mehreren Stellen im Inneren der Cheops-Pyramide folgende Hieroglyphen in unmittelbaren Zusammenhang finden kann:

xwfw (Cheops) gefolgt von A (Adler) undAa12  (Eis). Sindinger glaubt, Belege dafür gefunden zu haben (ebd., S. 222), dass es sich bei den „Lieblingen des Pharaos“ nicht, wie von von Sassnitz (Generalfeldmarschall Gustav Friedrich Josef von Sassnitz, Die Heeresreform unter Chufu in der vierten Dynastie, Berlin 1911) behauptet, um eine Eliteeinheit, sondern viel mehr um eine Mannschaft gehandelt habe, der dritte Zeichenkomplex ist in Sindingers Augen eindeutig ein Hinweis auf die Art des Sports, dem diese Mannschaft nachgegangen ist, es handele sich „zweifelsohne um eine glatte Eisfläche mit einer Scheibe darauf“.

Im Tal der Könige, einer Nekropole, die man der 16. bis 18. Dynastie zuordnet, wurden mehrere Listen aufgefunden. Ausnahmslos haben sie mehr oder weniger folgende Gestalt:

AV20V20V20Z1Z1 (Adler?)

K5V20V20V20Z1 (Fisch – Hai?)

 H6H6 V20V20 Z1Z1Z1Z1Z1(FlügelVogel – Wild Wings?)

I10 V20V20Z1Z1(Kobra)

E1 V20V20(Bullen)

G26AV20 (Ibis)

N35 Z1Z1Z1Z1Z1(Kühlung – Freezers?)

E22E23Z1Z1Z1 (Löwe) (liegende Löwen bei Niederlagen!)

Der Vollständigkeit halber sei hier erwähnt, dass den entsprechenden Zeichen jeweils Ortsnamen vorausgehen. Es folgen eine wie auch immer geartete Gestalt sowie eine Zahl. Während Edmund Habermann (Habermann, Das Steuerwesen des mittleren Reiches, S. 95 ff.) in diesen Listen einen eindeutigen Beleg für eine Art Tributsystem sieht, so legt er schlüssig dar, dass G1V20V20V20Z1Z1 gleichbedeutend damit sei, dass Memphis 32 lar Korn an den Hof des Pharaos abführte usw., – der Zeitraum bleibt dabei unklar –  kommt unser Freund Sindinger zu einem ganz anderen Schluss. Er betrachtet diese Listen als Tabellen. In seiner Lesart hört sich obige Liste so an: Die Adler von Memphis, 32 Siegeinheiten. Die Haie von Tanis, 31 Siegeinheiten, die wilden Vögel von Esna, 25 Siegeinheiten usw.

Die Frage lässt sich nicht endgültig klären, doch die Erläuterungen von Sindinger (ebd. 1022 f.) im Zusammenhang mit den Inschriften der Cheops-Pyramide sind eindeutig zwingender. Warum Heereseinheiten Steuern hätten abführen sollen, leuchtet nicht unmittelbar ein.

Schutzgott der Priester, die die Disziplinierung der Spieler übernahmen, war Chenti-irti, der Falkengott, zuleich der Gott der Blinden und Augenkranken.

W17N35D35
xxxxxX1xN33N33

Und tatsächlich muss auch schon so etwas wie die Vorstufe einer Torüberprüfung gegeben haben, dem heutigen Videobeweis entsprechend. Als „Hüterinnen der Tore“ werden die Betreffenden bezeichnet, was eine unsaubere Übersetzung für das sehr facetten- und wortreiche Altägyptisch ist; die Bezeichnungen lassen sich nicht einfach als „Torhüterinnen“ übertragen, vielmehr handelt es sich bei der Bezeichnung um eine Umschreibungen der Tätigkeit: „Die beobachten, was bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang geschieht und es vor die Götter bringen“.   Stuckhard (232 f.) bietet dafür eine einleuchtende Interpretation an: „Mit Sonnenauf- und -untergang ist nichts anderes gemeint als die beiden Enden des Spielfeldes, das, was in der heutigen Zeit wohl den Toren entsprechen würde.“  Die betreffenden Priesterinnen, eine an jedem Ende des Spielfeldes, wurden durch folgendes Symbol D4 repäsentiert. Sie wurden unter Drogen gesetzt, um Neutralität und Konzentration zu gewährleisten (Balthasar Schneiderlin, Der ägyptische Pantheon, München 1867, S. 132 f.) und sollen über eine Speicherkapazität von bis zu 162 Gigabyte verfügt haben!

Letztendlich konnte sich Eishockey im alten Ägypten nicht durchsetzen, einer der Hauptgründe waren sicherlich die klimatischen Bedingungen. Kurz nach dem Scheitern ging das Reich der Pharaonen unter und die Römer kamen. (ursächlicher Zusammenhang? -> recherchieren)

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Bild D: Erste bekannte Darstellung eines Goalies in voller Montur inklusive Maske aus Peru, vermutlich der  Chavín de Huntár-Kultur zuzuordnen (ab 1200 v. Chr.). Der Einsatz solcher Masken scheint aufgrund der offensichtlich eklatanten Vergrößerung der Körperfläche aus heutiger Sicht unlauter, ist jedoch unter anderem damit zu erklären, dass es Torhütern „untersagt war, die Hände bei der Abwehr einzusetzen“ ( siehe: Hunatar dos Burgos, Estudios anteriores sobre el dessarrrollo de la nieve, Lima 1999, S. 23). Bei Spielgeräten aus Granit scheint dies allerdings auch nachvollziehbar. Dem Kapitel „Eishockey in Südamerika“ müsste eigentlich eine eigene Untersuchung gewidmet werden, ausführlich darauf einzugehen, führte an dieser Stelle zu weit. Überhaupt habe ich dieses Thema hier auch nur deswegen angerissen, weil es im südamerikanischen Raum, im speziellen Falle Peru, eine Besonderheit gibt. In der Nähe einiger Pyramiden (~ 3.000 vor Chr.) auf dem heutigen Staatsgebiet Perus lassen sich Hinweise auf Urfomen von Catering finden (zur Rolle von Pyramiden für  Eishockey siehe unter dem Abschnitt Ägypten),  eine Form der Versorgung für Augenzeugen, die sich im Raum Europa erst für die  Neuzeit nachweisen lassen.

popcorn

Bild 6: Versteinertes Popcorn bei der Pyramide von Séchin, 3200 v. Chr.

Nachdem ich die Ursprünge des Eishockeys anhand der Entwicklung in Ägypten ausführlich dargestellt habe, werde ich mich im Folgenden auf einige Schlaglichter zu beschränken. Der Grundstein für den Sport, wie wir ihn in seiner heutigen Form kennen, war gelegt. Es folgen nun einige Beispiele aus den folgenden Jahrhunderten und -tausenden, die ich eher in die Kategorien Modifikationen bzw Neuerungen einordnen würde.

In der Zerfallsphase des Reichs der Pharaonen erlebte Eishockey eine neue Blütezeit. Wie diese im Einzelnen aussah, lässt sich an anderer Stelle ins ausführlicherer Darstellung herausfinden, ich möchte mich darauf beschränken, eine entscheidende Aspekte näher zu beleuchten.

Im antiken Griechenland war das γυμνάσιον ein „Ort der körperlichen […] Ertüchtigung für die männliche Jugend„. Natürlich ging es dabei vor allem darum, die Jugend auf den Militärdienst vorzubreiten, doch, und an diesem Punkt wird die Angelegenheit für uns interessant, ging es auch darum, diese Jugend auf den sportlichen Wettkampf vorzube- 

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reiten. Dies spricht für eine wesentlich organisiertere Herangehensweise an den Sport, als wir das aus Ägypten kennen, die Sache hat Nachwuchsakademiecharakter. Sowohl bei Sindinger (ebd. S. 423 ff.)  als auch van der Blom (ebd. S. 116) lassen sich Hinweise darauf finden, die darauf schließen lassen, dass es sich beim im Folgenden abgebildeten Gebäude um den Sitz einer wie auch immer gearteten Verbandsspitze handelt.

akropolis
Bild E

So ließ sich an einer Säule im Eingangsbereich die Inschrift ΤΡΊΠΠΚΌΣ πέντε ὀκτώ eindeutig entziffern, den Indizien folgend müsse es sich beim ersten Wort um einen Namen, den beiden folgenden Worten um Zahlen handeln, die eine Raumnummer repräsentieren. Allein dies ist schon ein Hinweis darauf, dass der Organisationgrad bereits beträchtlich war.

amphi
Bild F

Auch die Spielstätten (weitere Beispiel bei van der Blom, S. 302 ff.) hatten inzwischen ein ganz anderes Format, wir bewegen uns hier inzwischen auf einem sehr professionellen Niveau. Es handelt sich bereits um Mehrzweckarenen, waren die Sommermonate dem Theater vorbehalten, dienten die Arenen im Winter der sportlichen Ertüchtigung. Aus Eishockeysicht lässt sich festhalten, das erstmals gesicherte Erkenntnisse über so etwas wie eine Saison vorliegen.

Der in meinen Augen interessantes Aspekt kommt allerdings noch. Bei Ägypten haben wir bereits gesehen,  Stichwort D4, dass die Überprüfung eventuell gefallenener Tore eine nicht unerhebliche Rolle spielte. Auch in dieser Hinsicht wird im alten Hellas ein neues Niveau erreicht.

delphi
Bild G

Die Rede ist hier natürlich vom Orakel von Delphi. Mit ihm begann die Television eine entscheidende Rolle für das Eishockey zu spielen. Das Orakel war in seiner Hochzeit allen  zugänglich, bisher rätselte die Geschichte aber, warum das nicht für die dreimonatige Winterzeit galt. Neuesten Erkenntnissen nach hatte es damit folgende Bewandtnis. Während dieser drei Monate war das Orakel völlig ausgelastet mit der Bewertung strittiger Szenen. Das Urteil fällte, wie wie es ähnlich schon in Griechenland gesehen haben, eine Priesterin, die unter Drogen gesetzt wurde, offensichtlich beim Videobeweis ein immer wiederkehrendes Muster. Ein weiterer Aspekt dieser Herangehensweise ist die Zentralisierung bei der Entscheidung über strittige Szenen. So hat man in Athen bei der Freilegung eines Tempels aus der attischen Demokratie eine Tontafel gefunden, überschrieben mit αισόκεινενς πεντήκοντα ιαρανγ 342 προ χριστού, in der der Autor sich einerseits ganz angetan von der Geschwindigkeit zeigt, in der Entscheidungen gefällt werden, sich andererseits jedoch nicht mit der Dauer anfreunden kann, die der Transport der Entscheidungen von Auswertungs- zu Spielort in Anspruch nahm. „Mitunter dauerte es sieben mal sieben Tage, bis ein Endergebnis festgelegt wird“,  heißt es weiter in dem Artikel, bevor er dann politisch wird und den Ausbau der Verkehrswege fordert. Ein erhaltener Leserbrief stellt die Frage, ob durch diese Art Auswertung nicht die Integrität des Sports gefährdet sei.

transerhellas
Bild H

Bei den Verhandlungen zwischen Aigisthos, dem König von Mykene (r.) und Pausanias, seines Zeichens König von Sparta (l.) über Epidauros (m.) wechselten 4.518 Talente den Besitzer. Es handelt sich hierbei um den ersten jemals dokumentierten Transfer der Sportgeschichte überhaupt! (~ 340 v. Chr.)

helmspartaBild 7

Mit dem Spartaner Pathomeios ist erstmals auch ein Spieler nachgewiesen (vermutlich ~ 600 v. Chr.), der mit Helm spielte, es gehört nicht viel Phantasie zu der Vermutung, dass sich diese Art Schutzkleidung in dieser Zeit durchzusetzen begann.

Fortsetzung folgt, work in progress, geplant, rom, germanien, neuzeit

Bildnachweise:
Bild A http://images.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fwww.gstatic.com%2Fhostedimg%2Fc7eb16a3bab5b71b_landing&imgrefurl=http%3A%2F%2Fimages.google.com%2Fhosted%2Flife%2Fc7eb16a3bab5b71b.html&h=332&w=600&tbnid=LsW88oq2GpgDGM%3A&docid=DHezUog3zHj6aM&itg=1&hl=de&ei=bLWfVpHlCIL9UJ7ijqAB&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=315&page=4&start=45&ndsp=28&ved=0ahUKEwiRy6Ww57jKAhWCPhQKHR6xAxQQrQMItgEwMA. Life-Archiv bei Google.
Bild B Urheber: Andreas Feininger, Cecil Howard’s sculpture of two men boxing, February 1948,, Life-Archiv bei Google
Bild C Urheber: Andreas Feininger, Cecil Howard’s sculpture of two men boxing in the nude. February 1948, Life-Archiv bei Google
Bild D Urheber: Andreas Feininger, 1954, Peruvian Art At Museum Of Modern Art, Life-Archiv bei Google
Bild E Top Euro Greece Athens Acropolis 2 (L.B.) Views Of. http://images.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fwww.gstatic.com%2Fhostedimg%2Fe87717bd3e41d211_landing&imgrefurl=http%3A%2F%2Fimages.google.com%2Fhosted%2Flife%2Fe87717bd3e41d211.html&h=394&w=600&tbnid=PhoP7HKrvzv9ZM%3A&docid=HHRJLwsH_OyjsM&itg=1&hl=de&ei=i_GgVpV0i_hS-6idkAg&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=4144&page=3&start=32&ndsp=21&ved=0ahUKEwjV5Z3tlLvKAhULvBQKHXtUB4IQrQMIpQEwLA, Life-Archiv bei Google
Bild F Top Euro Greece Epidaurus, http://images.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fwww.gstatic.com%2Fhostedimg%2Fdb83f113908cce62_landing&imgrefurl=http%3A%2F%2Fimages.google.com%2Fhosted%2Flife%2Fdb83f113908cce62.html&h=502&w=600&tbnid=mSMujpqcd5hbqM%3A&docid=AbYE1qeJyQZq7M&itg=1&hl=de&ei=SvGgVsCAK4ahUYram5gJ&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=2822&page=2&start=17&ndsp=20&ved=0ahUKEwjAzcjOlLvKAhWGUBQKHQrtBpMQrQMIdTAc, Life-Archiv bei Google
Bild G Top Euro Greece Delphi 9 Tholos, http://images.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fwww.gstatic.com%2Fhostedimg%2F8903199be2b0ca84_thumb&imgrefurl=http%3A%2F%2Fimages.google.com%2Fhosted%2Flife%2F1d309c309d7a0835.html&h=64&w=64&tbnid=curJY8CecOAK9M%3A&docid=J17M6zVLzlgRpM&itg=1&hl=de&ei=9fagVvX7EoPyUqrKKQ&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=1303&page=2&start=15&ndsp=25&ved=0ahUKEwi1yqKCmrvKAhUDuRQKHSplCgAQrQMIbzAa, Life-Archiv bei Google
Bild H Greece – Epidauros, http://images.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fwww.gstatic.com%2Fhostedimg%2Ff7976402056437ca_landing&imgrefurl=http%3A%2F%2Fimages.google.com%2Fhosted%2Flife%2Ff7976402056437ca.html&h=600&w=468&tbnid=o4U5IyjCrnYdEM%3A&docid=smaiSX3fZxUL5M&itg=1&hl=de&ei=5PmgVq2uAofxUMiktLgP&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=492&page=4&start=57&ndsp=32&ved=0ahUKEwitsJ_onLvKAhWHOBQKHUgSDfcQrQMI5AEwQQ

 

(1) „Anubis standing“ by Jeff Dahl – Own work. Licensed under GFDL via Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Anubis_standing.svg#/media/File:Anubis_standing.svg
(2) „Egypt.Sobek.01“. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Egypt.Sobek.01.jpg#/media/File:Egypt.Sobek.01.jpg
(3) „Sobek Oxford“ by Graeme Churchard from Bristol (51.4414, -2.5242), UK – Oxford-31-2Uploaded by FunkMonk. Licensed under CC BY 2.0 via Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sobek_Oxford.jpg#/media/File:Sobek_Oxford.jpg
(4) „Near infra-red kite aerial photo of the site of Ogilface Castle, West Lothian“ by Dr John Wells – Own workPreviously published: http://www.armadale.org.uk/archaeology3.htm and also Visible and near infra-red kite aerial photography of Ogilface sites in West Lothian, Community Archaeology in Scotland (Conference at Queen Margaret University), East Lothian Council and Archaeology Scotland, 82-85, May 2009.CC-BY West Lothian Archaeology. Licensed under CC BY 3.0 via Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Near_infra-red_kite_aerial_photo_of_the_site_of_Ogilface_Castle,_West_Lothian.jpg#/media/File:Near_infra-red_kite_aerial_photo_of_the_site_of_Ogilface_Castle,_West_Lothian.jpg
(5) „Kheops-Pyramid“ von Nina – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY 2.5 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kheops-Pyramid.jpg#/media/File:Kheops-Pyramid.jpg
(6) „Popcorn02“ von Taken byfir0002 | flagstaffotos.com.auCanon 20D + Tamron 28-75mm f/2.8 – Eigenes Werk. Lizenziert unter GFDL 1.2 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Popcorn02.jpg#/media/File:Popcorn02.jpg
(7) „Helmed Hoplite Sparta“ von de:Benutzer:Ticinese – First uploaded on Wikipedia de: (14. Jun 2004 19:06), own picture. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Helmed_Hoplite_Sparta.JPG#/media/File:Helmed_Hoplite_Sparta.JPG

Alle Hieroglyphen wurden von wikipedia übernommen.

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5 Gedanken zu “Eishockeygeschichte – Ein Panorama

  1. Sehr witzig. Das verlinke ich doch gerne auf meinem Blog, wenn die NHL-Saison beginnt. Da kann man sich die antike Geschichte gern vorher noch inmal zu Gemüte führen.

  2. Muahaha!

    Großartig, mir kommen die Tränen vor Lachen.

    Schade, dass Olaf hier nur ein eingeschränktes Publikum erreicht – der obige Text hätte mehr Resonanz verdient.

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