Rückblick 15

Vierzehn Spieltage stehen noch aus. Jeder Punkte zählt jetzt schon fast doppelt, die Liga geht in den Endspurt und das Rennen um Platz 10 ist so spannend wie selten in den letzten Jahren, zu verdanken ist das den Tigers, die durch ihre Aufholjagd der letzten Wochen die Angelegenheit zu einem Vierkampf gemacht haben.

Diesmal kommt der Rückblick ein wenig später, weil das Netzteil den Geist aufgegeben hat. Dafür kann ich jetzt mit blutigen Fingern tippen.

Aber nun zur These Vierkampf: Wirklich nur ein Vierkampf? Oder sind sogar mehr Teams involviert? Ein Blick auf die Tabelle im relevanten Bereich:

Rang Team Spiele Punkte Diff.
7 Mannheim 37 59 8
8 Augsburg 38 58 -3
9 Hamburg 38 54 -15
10 Köln 37 53 4
11 Ingolstadt 38 53 -14
12 Straubing 37 50 -18
13 Schwenninger 38 37 -27

Schwenningen ist bereits abgeschlagen, ich kann mir nicht vorstellen, dass die Wild Wings im Kampf um die Preplayoffplätze noch ernsthaft eingreifen können, da muss ich noch nicht einmal einen Blick auf das Restprogramm werfen. Sie sind höchstens noch insofern interessant, als dass sich jederzeit punkten können und insofern noch der ein oder andere Gegner Federn lassen muss. Aber eine 16-Punkte-Lücke? Nie im Leben.

Um die Entwicklung der letzten Wochen auf einen Blick überschauen zu können, hier mal die graphische Aufbreitung mit den Formkurven.

111formkurve

Da haben wir zunächst die Adler. Den Tiefpunkt scheinen sie überwunden zu haben. Hätte man sich nach der Niederlage in Nürnberg noch fragen können, ob es nicht der Rückfall in den alten Trott ist, sollten die folgenden Ergebnisse doch eher vom Gegenteil überzeugt haben. Sie spielten nicht unbedingt überwältigend, aber doch solide. Und die Gegner waren schließlich mit Wolfsburg, Iserlohn und Berlin alles Teams, die ganz oben mitspielten. Und Mannheim kann sich zudem noch auf Verstärkungen aus dem Lazarett freuen. Umstellungsprobleme dürfte das kaum mit sich bringen, es hat ja schon jeder mit jedem gespielt. Über kurz oder lang dürfte Mannheim wieder auf seinen stärksten Kader zurückgreifen können, einen wirklichen und erneuten Abfall erwarte ich hier eher nicht. Daher gehe ich davon aus, dass die Adler mit Platz 10 nichts mehr zu tun haben werden. Also ist es schon mal kein Sechskampf mehr.

Was folgt, wären die Panther. Wie man bei der Formkurve unschwer erkennen kann, sind die Augsburger aus unserem Kandidatenkreis das derzeit erfolgreichste Team der DEL. Tatsächlich war im betrachteten Zeitraum, 10 Spiele, keine Mannschaft erfolgreicher als der AEV. Die Punktausbeute von 66,6 Prozent entspricht genau der der DEG! Der AEV hat fünf der letzten sechs Spiele gewonnen, die einzige Niederlage gabe es gegen Tabellenführer Berlin. Die nächsten Gegner sind Straubing (A), München (H) und Schwenningen (A), fünf bis sechs Punkte sollten da machbar sein. Im Prinzip, vielleicht lehne ich mich dabei ein bisschen weit aus dem Fenster, würde ich die Panther auch aus dem Rennen um Platz 10 herausnehmen, sie scheinen mir für Höhreres berufen. Das ist einfach zur Zeit sehr, sehr stabil, was Augsburg abruft. Also sind wir tatsächlich bei einem Vierkampf angegkommen.

Und da müssen wir uns zunächt mit zwei großen Enttäuschungen dieser Hauptrunde beschäftigen, den Freezers und den Haien, die sich einen Endspurt liefern wie nikotinsüchtige Athleten beim Ironman. Ich muss gestehen, mittlerweile bin ich bei beiden Mannschaften so weit, dass ich mindestens dreimal täglich nachschaue, wer da gerade Trainer ist. Bezüglich der Trainerwechsel ist dies schon eine sehr außergewöhnliche Spielzeit. Erst zwei Personalwechsel sind bisher zu verzeichnen, wir befinden uns definitiv auf Rekordkurs.

Die Hamburger haben ein 1-Punkt-Wochenende hinter sich, haben sechs der letzten sieben Spiele verloren, ich kann nicht wissen, ob ihnen die Umstände der Niederlage beim ERC einen Knacks versetzt haben, aber hilfreich war das sicher nicht. Am kommenden Wochenende geht es zuhause gegen Mannheim und Nürnberg, was die Aufgabe auch nicht einfacher macht, neben den Haien sind die Freezers für mich mittlerweile ein echter Wackelkandidat. (Gut, die Haie finde ich noch wackliger.) Laut der Formkurve (rosa) sind sie aus unserer Vierergruppe zur Zeit das schwächste Team.

Köln. Da hätte man vielleicht nach dem Derby-Sieg gegen die DEG, vor allem aufgrund der Art und Weise, wie dieser Sieg zustande kam, erwartet, der große Befreiungsschlag sei gelungen. Und dann kam der KEV. Das mit Abstand schwächste Team in dieser Saison. Die schlechteste Auswärtsmannschaft der DEL,  mit zehn Auswärtsniederlagen in Folge im Rücken. Und gewinnt. Ich hätte es ahnen MÜSSEN, in dem Moment, als ich auf die Haie tippte. Wenn die Reaktion zwischen Trainer und Mannschaft eine chemische ist, braucht es bei den Kölnern dringend einen Katalysator. Wer erwartete hätte, das Ultimatum Richtung Sundblad sei ein solcher gewesen, sah sich offensichtlich getäuscht. Es war die Einweg-Lösung. Stabilität sind anders aus, die Ergebnisse der Haie sind für mich viel zu erratisch, um eine Entwicklung erkennen zu können. Es würde mich in dieser Situation, falls sich an den Umständen nichts ändert, überhaupt nicht wundern, wenn Ingolstadt und auch Straubing noch vorbeiziehen würden. An Köln UND Hamburg.

Denn: Der ERC kassierte zwar zwei Niederlagen an diesem Wochenende, das Programm hatte es aber auch in sich: Neben dem Tabellenführer ging es auch gegen den Zweiten, den Roosters mussten sich die Schanzer erst im Penaltyschießen geschlagen geben. Hat zwar unschöne Auswirkungen auf die oben gezeigte Formkurve, aber der Eindruck bleibt trotzdem positiv.

Und ähnlich gilt das auch für die Tigers. In sechs der letzten sieben Spiele haben die Niederbayern gepunktet, der Dreier am Sonntag in München, gehen Landeshauptstädter im Aufwind, war eindeutig eine der großen Überraschungen des Spieltages, zuvor hatten die Tigers ihre Pflichtaufgabe gegen Krefeld erfüllt. Bis auf drei Zähler ist man inzwischen an den Haien und Ingolstadt dran, hat zudem ein Spiel weniger auf dem Konto als der ERC (allerdings ein Nachholspiel in Mannheim), die Lage schien vor ein paar Wochen noch aussichtlos, aber gegen alle Erwartungen, außer vielleicht von Tigers-Fans, konnten die Straubinger diese Lücke wieder schließen.

Kurzum: Bei den Schanzern bin ich mir sicher, dass sie den Sprung noch schaffen, die wollen es einfach nur spannend machen, daran liegt’s. Und bei den Tiger`s stehen die Chancen nördlich von 50 Prozent.

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3 Gedanken zu “Rückblick 15

  1. fänd es auch super, wenn der ERC das locker noch packt. Mit Köln und Straubing haben wir ja noch zwei direkte Konkurrenten im Restprogramm. Aber auch eben Berlin, Mannheim, Iserlohn, Wolfsburg und Hamburg (die sicherlich Wut im Bauch haben). Punkte hier zu ergattern, wird wohl kaum ein Selbstläufer.

    Nach dem PO-Einzug ist alles anders.

  2. Ich würde Augsburg noch nicht komplett rausheben. Man sollte nicht vergessen, dass vor der jetzigen Formkurve steil nach oben auch eine ebenso steile nach unten ging (iirc.). Dafür ist auch jetzt nochmal Zeit.

    Allerdings gehe ich auch davon aus, dass es eher ein 4-Kampf um die Plätze 9-10 geben wird.

  3. „Kurzum: Bei den Schanzern bin ich mir sicher, dass sie den Sprung noch schaffen, die wollen es einfach nur spannend machen, daran liegt’s.“

    Vielen Dank für diese Meinung, baut mich ein wenig auf, auch wenn´s wohl mMn leider heuer nicht mehr klappen wird. Zuviel verlorene Spiele gleich am Beginn der Saison,die nicht hätten sein müssen, auch danach einfach nicht stabil und konzentriert genug, ich erinner einfach mal an das 1:6 gegen die falschen Panther, und einfach zu wenig geschossene Tore für den nominell sehr starken Sturm, den wir haben ;(
    Egal, Hauptsache Krupp oder Monnem werden nicht Meister 😉

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