Rückblick 10

Wieder blicken wir auf die Gewinner und Verlierer des Wochenendes, zu den Gewinnern gehören die Adler mittlerweile ja schon per Default-Einstellung. Studiert man alleine die Statistiken des Sonntags, war es ein mörderischer Spieltag.

Bevor ich jedoch auf das Wochenende eingehe, will ich mich kurz mit einem Thema befassen, dass ich schon einmal im Zusammenhang mit dem Bekanntwerden des VW-Skandals beschäftigt habe.  Schon damals äußerte ich die Vermutung, dass der Skandal auch Auswirkungen auf die Grizzlies haben könnte.

In einem Online-Artikel der Welt vom Sonntag, der sich auf einen Bericht in der Bild am Sonntag bezieht, von diesem Medium kann man jetzt halten, was man will, wird von einer „konkreten Streichliste“ im Sportsponsoring gesprochen, die im VW-Markenvorstand behandelt worden sei. Neben einigen Bundesliga-Clubs seien davon auch die Grizzlys Wolfsburg betroffen. Als ich das Thema im Ticker ansprach, bekam ich eins übergebraten: „die Meldung vom Skoda-Ausstieg ist dementiert. s. Eishockeynews.“

In der Eishockeynews finden wir dazu eine Aussage von Geschäftsführer Bernd Rumpel mit den Worten „Bericht der BILD ist reine Spekulation“. Zum einen: So sieht für mich kein Dementi aus. In meinen Augen hätte Rumpel genauso gut sagen können: „Wir wissen noch nichts Konkretes.“  Damit steht die Existenz der Grizzlys als DEL-Club für mich weiter auf der Kippe, wenn die Zahl von fünf Millionenen Euro pro Jahr wirklich zutrifft. Eine wesentliche Rolle bei den Einnahmen im Eishockey spielen die Einnahmen aus dem Ticketing. Und mit dem Zuschauerandrang in Wolfsburg, tut mir leid, lässt sich ein DEL-Auftritt nicht finanzieren. Das möge man hier bitte nicht falschverstehen, über die sportliche Qualität der Grizzlies ist damit keine Aussage getroffen – die ist ohne Frage gegeben. Konstant über die Jahre hinweg.

Natürlich ist es „reine Spekulation“, jetzt schon vom Ausstieg der Grizzlies zu sprechen, aber solange die neue Verteilung der Sponsoring-Gelder nicht feststehen, haben diese Spekulationen einen realen Hintergrund. Und tatsächlich habe ich keine Vorstellung, in wieweit VW bzw. Skoda länderfristig vertraglich mit den Grizzlys verbunden ist. Bei den Lions ging es ja damals ziemlich schnell …

Zum Wochenende: Die Adler also mit dem nächsten 6-Punkte-Wochenende, nur Nürnberg konnte diesmal mithalten. Mannheim steht nach den Siegen gegen Hamburg und Ingolstadt schon wieder bei einer Serie von drei Siegen in Folge, noch beeindruckender wird diese Bilanz, wenn man hinzufügt, dass die Mannheimer zehn der letzten elf Spiele gewonnen haben. Gerüchten zufolge steht man bei den Kurpfälzern unmittelbar vor der Wiederverpflichtung von Jaime Sifers, der, falls er tatsächlich zurückkommen sollte, quasi als Reul-Ersatz, eine echte Antwort auf Mannheimer Defensivprobleme sein könnte. Und das bei einem Team, das nach Köln und Düsseldorf ohnehin die undurchlässigste Defensive hat.

Die Ice Tigers profitieren in der derzeitigen Phase der Saison von einem überragenden Patrick Reimer, der ähnlich wie Philip Gogulla bei den Haien, einfach eine herausragende Saison spielt. Reimer kam an diesem Wochenende auf fünf direkte Vorlagen und einen Treffer, das sind jetzt schon Will Acton-Regionen aus dessen Glanzzeit. 12 Tore erzielen die Franken an diesem Wochenende, für die Hälfte war Reimer mitverantwortlich.

Dennoch konnten Nürnberg an diesem Wochenende nicht an den Roosters vorbeiziehen, die am Freitag Straubing abfertigten, beim Gemetzel von Schwenningen allerdings trotz bester Voraussetzungen – alleine vier Spieldauerstrafen gegen die Wild Wings – nur einen Zähler mitnehmen konnten. Immerhin machten sie einen 0:3-Rückstand wett, der Punkt aus Schwenningen bedeutet im Prinzip nichts anderes, als dass die Sauerländer DAS Team der DEL bleibt, das in der regulären Spielzeit am schwersten zu schlagen ist. 0er-Spiele gab es erst dreimal – gegen Straubing, München und Augsburg.

Auf ebenfalls zwei Siege kamen die Haie, die auf ihrer Tournee durch Bayern erfolgreich waren. Drei Punkte brachten sie aus München mit, für zwei Zähler reichte es immerhin in Straubing, wobei ich ehrlich zugeben musste: Nach dem ersten Drittel am Pulverturm war ich von einem eindeutigen Dreier ausgegangen, nach Spielschluss dachte ich nur noch: Da haben sie aber Glück gehabt. Wen es nur diese albern Drittelpausen nicht gäbe. Durch die fünf Punkte haben sich die Haie an die Spitze des Verfolgerfeldes der Top-3 gesetzt, bei drei Spielen weniger als Mannheim und zehn Zählern Rückstand kann man fast schon von Schlagdistanz sprechen, allerdings haben in der hinsicht die Roosters die noch bessere Ausgangsposition.

Fast ein wenig überrascht war ich, dass die Eisbären nach zwei verlorenen Heimspielen immer noch in der Verfolgergruppe mit ganz oben zu finden sind. Das Wochenende bescherte ihnen Niederlagen gegen Nürnberg und Hamburg, und das in der der zu Beginn der Saison scheinbar uneinnehmbaren Festung Mercedes-Benz-Arena. Es war bereits die dritte Niederlage in Folge, lange werden sie sich so nicht mehr halten können. Am nächsten Wochenende stehen Besuche in Ingolstadt und Schwenningen an, das wird nicht ganz einfach.

Die Freezers beendeten ihre drei Spiele währende Auswärtstournee mit einem Sieg beim Bruder-Club in Berlin, davor gab es Pleiten in Mannheim und Köln, das Programm war also nicht ganz einfach. Angesichts der Verletztenmisere in Hamburg wird man damit leben können und müssen. Die Freezers verkaufen sich für mich im Augenblick weiter unter Wert, es gibt aber auch jede Menge vernünftige Erklärungen dafür.

Über Wert verkauft sich weiter der AEV, dem ich allerdings nachtrage, dass er sich von die Münchnern am Sonntag so abschlachten ließ. Beim Tippspiel war ich eigentlich von sicheren drei  Punkten ausgangen. Immerhin gingen die Panther nicht ganz leer aus, bei der Chancenverwertung bleiben sie Spitze, nur Mannheim hat mehr Tore geschossen. Dabei haben die Adler allerdings auch schon zwei Partien mehr ausgetragen.

Die Roten Bullen aus München taten sich nach der Heimniederlage in Köln an den Panthern gütlich, mit einem Ergebnis, wie man es von ihnen in dieser Saison eigentlich häufiger erwartet hätte (7:2), aber ähnlich wie bei den Freezers muss man hier die Verletzungsmisere miteinkalkulieren. Die machte es schwierig, konstante Leistungen abzurufen, das bestätigt sich von Spieltag zu Spieltag.

Zusammen mit den Tigers tänzelt die DEG am Rande zu den Nichtpreplayoffs, hier haben Sie dieses Wort zuerst gelesen. Das große Problem der Rheinländer ist und bleibt das Toreschießen. Gut, gegen Wolfsburg wurden auch noch ein paar andere Probleme offenbar. Das Gute für Düsseldorf an diesem Wochenende war, dass sie auch noch gegen den KEV spielen durften. Aber nur zwei Treffer gegen das nach Ingolstadt defensivschwächste Team sollte schon auch zu denken geben.

Über Wolfsburg habe ich schon genug geschrieben, fehlen noch Straubing, Schwenningen, Ingolstadt und Krefeld, damit alle mal fettgedruckt waren. Nach der Kanterniederlage in Iserlohn gibt die Pleite nach der Verlängerung zuhause gegen Köln den Tigers durchaus Anlass zu Optimismus, bis auf das Startdrittel war das ein starker Auftritt, nach dem sie mehr als nur einen Zähler verdient hätten. Schwenningen ließ zwar am Freitag sich den ERC vom Tabellenende schießen, aber der Erfolg gegen Iserlohn war angesichts der Umstände so viel wert wie ein Dreier, jedenfalls beendeten die Wild Wings eine Niederlagenserie von fünf Partien. Krefeld wartet weiter auf den ersten Dreier unter Fritzmeier, angesichts der nächsten Gegner, Mannheim und München, dürfte sich der Optimismus für das nächste Wochenende in Grenzen halten. Beim ERC dagegen scheint es aufwärts zu gehen, Sieg in Schwenningen und in Mannheim lange gut mitgehalten, auch wenn man dem Tabellenführer kein Bein stellen konnte, was sowieso zwei Minuten gegeben hätte … Während ich beim KEV eigentlich eine Playoffteilnahme jetzt schon fast ausschließe, den ERC habe ich noch auf der Rechnung.

Das ist es dann auch schon fast gewesen, ich muss mich schließlich noch mit der Vorschau auf das Dienstagsspiel befassen. Aber weil sich bei den Saisonbestleistungen etwas getan habe, will ich die, nachdem diese Kategorie ein paar Mal pausieren musste, wieder auffrischen.

Schnellstes Saisontor
Kurt Davis (2. Spieltag) (0:26)

Torreichstes Saisonspiele:
Berlin – Straubing (4) 7:5
Iserlohn – Augsburg (13) 7:5

Höchster Saisonsieg:
Krefeld – Straubing (2) 3:8

Strafreichste Partie:
Schwenningen – Iserlohn (20) 153 Strafminuten (Aicher/Vogl)

Strafärmste Partie:
Mannheim – Hamburg (12) 8 Strafminuten (Schimm/Aumüller)

Torreichster Spieltag (3): 56

Torämerster Spieltag (1): 32

Und zum Schluss noch die „echte“ Tabelle … (das ist praktisch genau dieselbe)

1 Adler Mannheim 1,95
2 Iserlohn Roosters 1,95
3 Thomas Sabo Ice Tigers 1,85
4 Kölner Haie 1,74
5 Eisbären Berlin 1,65
6 Augsburger Panther 1,60
7 Hamburg Freezers 1,60
8 EHC Red Bull München 1,55
9 Düsseldorfer EG 1,40
10 Straubing Tigers 1,35
11 Grizzlys Wolfsburg 1,25
12 Schwenninger Wild Wings 1,14
13 ERC Ingolstadt 1,00
14 Krefeld Pinguine 1,00

Die halbe Nacht habe ich damit verbracht, anlässlich der Partie in Schwenningen vom Sonntag, nachdem mir Tube freundlicherweise den Link dazu geschickt hatte, mir die Partie Nürnberg gegen Frankfurt von 1997 mit 331 Strafminuten nochmal zu Gemüte zu führen. Das waren echt andere Zeiten.  Hoffentlich habe ich wirklich alle Teams einmal gefettet. Die sind hier ja sonst gnadenlos.

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8 Gedanken zu “Rückblick 10

    1. Ich kenne jetzt nicht bei allen Clubs die Hauptsponsoren auswendig, aber wenn die auch am Tropf von VW hängen, werden die auch nicht ungeschoren davonkommen. Kann ich mir nicht anders vorstellen. Und wie weit will man ins Detail gehen, beim KEV hängt beispielsweise ein großer VW-Händler mit drin. Kann auch noch Auswirkungen haben … Bietigheim weiter: Scania Vertrieb ist einer der Business-Partner – eine 100 prozentige VW Tochter. Und Porsche stimmt auch. Iserlohn: Kirchhoff Automotive ist einer der Hauptsponsoren, unter anderem Zulieferer bei VW. Oder bei Ingolstadt, wo Audi nicht unwichtig ist. Das wird verdammt große Kreise ziehen, bin ich mir sicher. Aber natürlich sind das bisher alles nur Spekulationen.

      1. Da lobt man sich doch einen Sponsor, der mit Urlaub sein Geld verdient …! Urlaub wird es sicherlich immer geben …! (außer für den Tickergott während der Saison ….!) 🙂

  1. Gut gefettet Tickergott ….!!! Da das Internet in der Barclaycard Arena neuerdings der Hammer ist, kannst Du eigentlich morgen mitkommen und von da tickern …! Ich hätte noch ne Karte frei, Lust mitzukommen …?

    1. Das ist eine Idee, die gar nicht so verkehrt ist, aber dafür muss ich vorher organisieren. So gesehen zu kurzfristig. Ich behalte das mal im Auge. Diesmal ist es zu knapp, weil ich für Mittwoch auch noch viel vorbereiten muss.

      1. Schade, dann halten wir das nächste Dienstagsspiel fest …! Natürlich nur, wenn sonst keiner spielt …! 🙂

      2. Shit, ich habe geguckt, es gibt kein Heimspiel mehr ohne dass parallel irgendwo ein anderes Spiel läuft. Dann warten wir auf die Finalserie, da läuft parallel garantiert nichts …! 😉

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