Rückblick 9

Das neunte DEL-Wochenende ist an uns vorübergezogen, ein paar alte Serien wurden gestoppt, ein paar neue möglicherweise gestartet, wobei sich das natürlich erst noch zeigen wird. Nur eine Mannschaft, und das kommt selten vor, ging an den beiden Spieltagen völlig ohne Punkte vom Eis.

Tut den Adlern möglicherweise ganz gut, dass sie in München am Sonntag wieder geerdet wurden. So endete die Serie nach acht Siegen in Folge, was natürlich kein Beinbruch ist. Zwei Spiele haben sie an diesem Wochenende durchgeführt, ein starkes und ein schwaches, ersteres haben sie gewonnen, das zweite verdient verloren. Der Gerechtigkeit ist damit Genüge getan. War ja auch kaum anzunehmen, dass sie jetzt immer gewinnen würden, nach einer solchen Aufholjagd kann man sich auch mal einen Ausrutscher erlauben, zumal man ja die Chance hat, den unter der Woche im Derby schon wieder wettzumachen. Es wird die Pfälzer auf jeden Fall vor Selbstgefälligkeit schützen.

Einer der Gewinner des Wochenendes sind die Roosters. Die haben genau wie der AEV ein 6-Punkte-Wochenende gelandet. Nach einem starken Auftritt in Ingolstadt, wo man verdient mit 5:2 gewinnen konnte und gleichzeitig Emanuel Viveiros von seinem Posten schoss, folgte im anschließenden Heimspiel gegen Wolfsburg ein Sieg, der eher in die Kategorie dreckig fiel. Viel Arbeit, das Vergnügen kam erst an zweiter Stelle bei dieser Partie, an deren Ende ebenfalls drei Punkte standen. Wo die Punkte herkamen, fragt am Ende der Saison keiner mehr, und in manchen Fällen ist das auch ganz gut so. Iserlohn verbesserte sich nach einem perfekten Wochenende auf Platz 2 und ist in der realen Tabelle sogar Tabellenführer. Guck:

Spiele Tore Differenz Punkte/Spiel
1 Iserlohn Roosters 17 55 : 47 8 1,94
2 Adler Mannheim 19 58 : 46 12 1,79
3 Eisbären Berlin 18 49 : 47 2 1,78
4 Thomas Sabo Ice Tigers 18 51 : 49 2 1,72
5 Hamburg Freezers 18 51 : 51 0 1,67
6 Kölner Haie 17 55 : 39 16 1,65
7 Augsburger Panther 18 62 : 58 4 1,61
8 EHC Red Bull München 18 58 : 56 2 1,56
9 Straubing Tigers 18 52 : 54 -2 1,44
10 Düsseldorfer EG 18 40 : 43 -3 1,39
11 Grizzlys Wolfsburg 18 50 : 52 -2 1,22
12 Schwenninger Wild Wings 18 50 : 57 -7 1,22
13 Krefeld Pinguine 18 52 : 62 -10 1,11
14 ERC Ingolstadt 19 47 : 69 -22 0,95

Man beachte: Die Adler haben sogar zwei Spiele mehr als die Roosters.

Der andere Sieger des Wochenendes waren die Panther aus Augsburg. Angesichts des Programms, am Freitag gegen beim Tabellenvierten, am Sonntag gegen den Tabellenzweiten, die sechs Punkte waren dem AEV also am Donnerstag noch nicht unbedingt in die Wiege gelegt, eine höchst beachtliche Leistung. Und zwei Spiele, die einmal mehr unterstreichen, wie wichtig Jonathan Matsumoto und T.J. Trevelyan bei den Panthern sind. Matsumoto (2 Tore/3 Assists) und Trevelyan (3 Tore/1 Assist) heben den AEV, wenn beide fit sind, auf ein anderes Niveau. Man fragt sich schon, wie man bei den Wild Wings aus der Distanz die Entwicklung von Matsumoto betrachtet, der in dieser Saison bereits auf 11 Tore und 10 Assists kommt – in achtzehn Spielen. Die gesamte letzte Saison waren es 14 und 10! Wo die Panther wohl stünden, wenn Trevelyan die ganz Zeit dabei gewesen wären? So stehen sie auf 6.

Licht am Ende des Horizonts gab es für die Haie. Die Ausfälle, mit denen sie zur Zeit zu kämpfen haben, sind erheblich. Mit Dragan Umicevic fehlt ein ganz wichtiger Spielgestalter, mit Alex Sulzer ein Verteidiger, der gerade auch im Powerplay den Haien zur Zeit fehlt, trotzdem gelangen ihnen zwei starke Auftritte am ersten Wochenende MIT Jason Williams. Gegen die Adler gingen sie trotz guten Spiels zwar noch leer aus, aber dafür mussten dann am Sonntag die Freezers bluten, die bei den Domstädtern ziemlich chancenlos blieben und mit 1:6 untergingen.

Nürnberg rehabilitierte sich für 2:6-Heimniederlage gegen den AEV, die vielleicht doch etwas übertrieben hoch ausfiel, mit einem mehr als soliden Spiel in Schwenningen, und kann sich weiter in der Spitzengruppe halten. Die DEG lieferte sich zwei enge Partien mit Berlin und Straubing, konnte das Spiel gegen die Tigers für sich entscheiden.

Als nicht perfekt aber durchaus gelungen kann man den Einstand von Franz Fitzmeier bei den Pinguinen betrachten. Zwei Spiele, dabei immer gepunktet, dennoch beendeten sie das Wochenende nur mit drei Zählern. Erst brachten sie die Freezers-Serie fast zum Stocken, die hielt dann sowieso nur noch bis Köln, als sie im Penaltyschießen unterlagen, dann setzten sie sich im Kellerduell, was für die Moral nicht unwichtig sein dürfte, gegen den ERC durch. Das ist noch kein Freischwimmen, aber so eng, wie es in der Tabelle zugeht, recht ein 6-Punktewochenende in dieser Saison, und du kannst schon wieder über die Direktteilnahme beim Viertelfinale spekulieren.

Zu den großen Verlierern gehören die Schanzer. Der Freitag begann mit einer Niederlage zuhause gegen Iserlohn und endete mit der Beurlaubung, weil Entlassung ja so ein unschönes Wort ist, von Emanuel Viveiros. Und das war dann gleich eine Niederlage in doppelter Hinsicht, oder sprechen wir besser von einem Verlust. SO KURZ nach der Deutschland-Cup-Pause den Trainer zu entlassen, das ist ja fast schon nachlässig. Damit hat man nicht nur das Spiel gegen die Roosters verloren, sondern auch verdammt viel Zeit, in der ein Trainer sich auf seine neue Mannschaft hätte einstellen können, sie näher hätte kennenlernen,  neue Impulse hätte setzen können. Das Timing haben sie bei den Bayern aber nicht erfunden?!

Auf und ab ging es für die Roten Bullen, nach der Derby-Niederlage in Straubing die überzeugende Antwort gegen die Adler, deren Serie sie beenden konnten. Die Tigers ließen dem Derby-Sieg eine Niederlage in Düsseldorf folgen. Wolfsburg punktet zuhause und geht auswärts leer aus, tritt mehr oder weniger auf der Stelle.

Großer Verlierer der letzten beiden Spieltage waren die Wild Wings, die punktlos blieben und jetzt schon wieder bei drei Niederlagen in Folge stehen. Ist der Lack bei Will Acton ab? Oder ist das die handelsübliche Formschwankungen, die im Verlaufe einer langen Saison alle Teams immer wieder durchleben müssen? Vielleicht gibt darauf ja das Spiel am Mittwoch schon eine Antwort oder zumindest Anhaltspunkte …

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7 Kommentare zu „Rückblick 9

  1. Weniger als einen Punkt pro Spiel, die Schießbude der Liga und aktuell ohne Trainer und Konzept.

    Hat noch jemand Zweifel, dass wir diese Saison nicht Meister werden? 😜

      1. Das in der Tabelle hat der Tickergott nachträglich geändert ..! Er ist und bleibt ein Spielkind …!!!

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