Rückblick 8

Die DEL geht in die traditionelle Länderspielpause, elf Tage lang gibt es keine Ligaspiele, Zeit genug, die ersten beiden Spielmonate sacken zu lassen. An dieser Stelle müssen wir aber mit dem aktuell abgeschlossenen Wochenende vorliebnehmen.

Sinn des Deuschland-Cups hin oder her, die wichtigste Konsequenz der Ligapause ist und bleibt, dass sich die Lazarette leeren. So Teams wie München oder Mannheim könnten danach kaum wiederzuerkennen sein. Aber das ist Schnee von morgen.

Aus Mannheimer Sicht dürfte man diese Spielpause etwas zweispältig erleben. Denn zur Zeit eilen sie von Erfolg zu Erfolg, sieben Siege hintereinander – das kann man durchaus als Lauf bezeichnen. Sie spielen nicht so attraktiv wie letzte Saison, aber mittlerweile überaus erfolgreich, wobei drei Faktoren entscheidend sind: Die Specialteams und Dennis Endras. Spielerisch ist noch Luft nach oben, da können die Rückkehrer nach der Unterbrechung eine wichtige Rolle spielen, davon würde ich sogar fest ausgehen, aber im Augenblick scheinen sie die als Erfolgsvoraussetzung gar nicht zu brauchen. Greg Ireland saß in dieser Saison auch schon mal lockerer im Sattel. Drei 6-Punkte-Wochenenden haben die Kurpfälzer hinter sich und damit die Tabellenführung sogar noch vor der Länderspielpause erobern können, nach dem holprigen Saisonstart stand das nicht unbedingt in den Sternen. Kurios finde ich irgendwie, dass es die letzte Niederlage der Adler ausgerechnet gegen Krefeld gab.

Das einzige andere 6-Punkte-Wochenende legten die Freezers hin, auch schon das zweite hintereinander, was bei einer ausgesprochen engen Tabelle völlig genügte, um sich auf Platz 4 vorzuarbeiten. Punkt- und torgleich mit den drittplatzierten Ice Tigers. Auch die Freezers hatten zu Saisonbeginn Probleme, durchaus auch verletzungsbedingt, doch inzwischen befinden sie sich in Tabellenregionen, die man vor der Saison so oder so ähnlich auch erwartet hatte. Den geteilten dritten Platz sollte man jetzt vielleicht nicht überbewerten, dazu sind die Abstände bis runter auf Platz 11 zu gering, aber dass die Hamburger sich stabilisiert haben, steht wohl außer Frage.

Das hinter uns liegende Wochenende war eigentlich ein ziemlich fanfreundliches, lediglich die Franken dürften da anderer Meinung sein, als einziges Team gingen die Ice Tigers ohne jeden Punkt aus den letzten beiden Spielen. Das reichte trotzdem, um weiter in der Top-4 zu bleiben, sie befinden sich immer noch in Schlagdistanz zum Tabellenführer.

Der Lauf der Wild Wings wurde vorläufig gestoppt, dabei boten sie den Adlern allerdings einen harten Kampf, der immerhin zeigte, dass die Erfolge der letzten Wochen kein Zufall war. Nach fünf Siegen in Folge gab es für die Schwarzwälder erstmals wieder ein Spiel ohne jeden Zähler, dafür überzeugten sie am Freitag beim KEV. Es ist zwar noch früh in der Saison, aber SO unrealistisch wirkt ein Preplayoff-Platz nicht.

Eines der überraschendsten Ergebnisse des 16. Spieltages war wohl, zumindest für mich, der klare Erfolg des KEV bei den Eisbären, der bis dahin, auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, besten Heimmannschaft der DEL. So ganz kann ich mich des Verdachts nicht erwehren, das ist natürlich reine Spekulation, dass die Samba-Fahrt der KEV-Fans da eine nicht unerhebliche Rolle gespielt hat. Die Aussichten, sich nach einer Packung in Berlin mit den Fans auf die gemeinsame Heimreise zu begeben, könnten, könnten, könnten den entscheidenden Ansporn gegeben haben. Nach der Heimniederlage gegen Schwenningen dürfte das auch nötig gewesen sein. Ob es aber am Schicksal von Rick Adduono etwas ändert – ich habe gerade noch mal alle Seiten gecheckt, ist noch nichts passiert – da werden wir noch etwas abwarten müssen. Die Gerüchteküche brodelt, angeblich soll Fritzmeier im Gespräch sein. Damit würde der KEV sich aber einen ganz dicken Fisch an Land ziehen! Andererseits, neue Besen kehren … anders.

Das Auf und Ab beim AEV geht weiter, ins Wochenende starteten sie mit einem klaren Sieg gegen Iserlohn, nach dem 0-Punkte-Wochenende zuvor war das wieder ein Aufwärtstrend, aber am anschließenden Sonntag in Hamburg gingen die Panther leer aus, holten sich die dritte Auswärtsniederlage in Folge ab. Die Sturmreihen treffen zur Zeit, aber defensiv läuft es nicht richtig rund bei Augsburg. Vor allem auswärts nicht, nur der ERC hat auswärts in dieser Saison mehr Gegentreffer kassiert.

Bei dem dürfte man sich inzwischen sagen, ach, könnte man doch immer nur gegen die Haie spielen. Aus den letzten neun Partien holten die Schanzer genau zwei Siege, beide gegen die Mannschaft aus Köln. Rechnen wir das auf die Saison hoch, steht der nächste Dreier erst Anfang Januar an. Nach der Klatsche vom Freitag in Wolfsburg hatte man so immerhin vor der Länderspielpause ein Erfolgserlebnis, wichtiger noch war, dass der Rückstand auf die PPO-Plätze nicht noch weiter aufriss. Zumal auch die Pinguine dreifach punkten konnten.

Etwas erfolgreicher war das Wochenende aus Sicht der Grizzlies, die eines der wenigen Teams waren, die an beiden Spieltagen punkten konnten. Bei der Niederlage in München wäre sogar mehr dringewesen. So wurden es eben nach verlorenem Penaltyschießen vier Punkte, die immerhin dafür sorgten, dass die Niedersachsen den Vorsprung auf Krefeld und Ingolstadt sogar verdoppeln konnten.

Eine der Mannschaften, die mit am meisten von der Länderspielpause profitieren dürfte, sind die Roten Bullen aus München. Ein bisschen mehr Tief im Kader kann der Mannschaft von Don Jackson nur guttun, und vielleicht gelingt es ihm in der Länderspielpause sogar, sein Team dahingehend zu erleuchten, dass Eishockeyspiele 60 Minuten und länger dauern? Am Freitag verspielten die Bayern eine 3:0-Führung in Hamburg, am Sonntag drohte nach der 3:1-Führung gegen Wolfsburg fast schon wieder dasselbe Schicksal. Diesmal kam man mit einem blauen Auge davon, dank des Sieges im Penaltyschießen. Nichtsdestotrotz muss man anerkennen, Platz 7 ist angesichts des allgemeine Gesundheitsstandes der Mannschaft aller Ehren wert (ein Ausdruck aus der Kategorie „in die Spur finden“), zumal der Rückstand auf Platz 4 nur drei Zähler beträgt.

Mit einem überzeugenden Arbeitssieg gegen Nürnberg starteten die Haie ins Wochenende, ähnlich überzeugend war dann aber die Niederlage in Ingolstadt am Sonntag darauf. Für mich war die Partie in Ingolstadt ein klares Beispiel dafür, wohin sich eine Partie entwickeln kann, wenn die Linie der Spielleiter eher einem Wollknäuel ähnelt. Man erpfeift sich völlig verunsicherte Spieler, die sich zunehmend frustrieren lassen. Die Lage eskaliert, und der Spielberichtsbogen hat am Ende einen Hauch von Kriegsberichterstattung. Spielfluss wird zum -rinnsal. Ob es für die Schanzer ein Befreiungsschlag war, bleibt dahingestellt, die Haie allerdings verpassten die Chance, sich in der Spitzengruppe zu etablieren.

Für lediglich einen Zähler reichte es bei den Roosters, die seit dem Ausfall von Dylan Wruck nur noch zwei Spiele gewonnen haben. Das ist nicht der alleinige Grunde, aber eine Rolle spielt es gerade bei den „kleineren“ Teams schon, wenn so ein wichtiger Spieler fehlt. Dennoch spielen die Roosters weiter oben mit, die Länderspielpause dürfte auch dabei helfen, Rückkehrer Brodie Dupont besser in die Mannschaft einzubinden.

Gemischte Ergebnisse gab es für die Eisbären, die DEG und die Tigers. Die Berliner kassierten die erste Heimspielniederlage der Saison, unmittelbar nachdem sie ihre schwarze Auswärtsserie beenden konnten. Die Tigers konnten nach der Heimniederlage gegen die Eisbären ihre Auswärtsbilanz etwas überraschend in Nürnberg ausbessern, scheinen sich also nach ihrer kurzen Talfahrt wieder zu stabilisieren. Und die DEG, auch eine Mannschaft, die angesichts der Verletzungssorgen eigentlich überperformt, meldete sich nach Niederlage gegen das augenblicklich formstärkste Team der DEL, Mannheim, eindrucksvoll mit einem Sieg in Iserlohn zurück.

Hier noch die aktuelle, bereinigte Tabelle, geordnet nach Punkte pro Partie:

1 Adler Mannheim 1,82
2 Eisbären Berlin 1,81
3 Iserlohn Roosters 1,80
4 Thomas Sabo Ice Tigers 1,75
5 Hamburg Freezers 1,75
6 Kölner Haie 1,67
7 EHC Red Bull München 1,56
8 Straubing Tigers 1,44
9 Augsburger Panther 1,44
10 Schwenninger Wild Wings 1,38
11 Düsseldorfer EG 1,38
12 Grizzlys Wolfsburg 1,19
13 Krefeld Pinguine 1,06
14 ERC Ingolstadt 1,00

Coming up soon: Die Zuschauerentwicklung in der laufenden Saison. Das wird toll, das wird bunt. Und jede Menge Grafiken. Glaube ich. Hab‘ noch nicht angefangen.

Zum Ticker: Das war er also, der erste Tag an alter Wirkungsstätte. Für mich noch ein wenig gewöhnungsbedürftig. Alleine schon, dass ich jetzt hinter jedem Tickereintrag am Ende einen Punkt machen soll, das habe ich ja noch nie gemacht. Nicht bei Eishockey. Der erste Ticker hat so ein wenig darunter gelitten, dass der Austausch mit der Zentrale via Skype nicht in Gang kam, das dürfte jetzt aber Geschichte sein. Im Verlaufe des Nachmittags haben wir das hinbekommen. Gegen die Livetabelle gab es zumindest einen Protest, der mir jetzt bewusst ist. Da müsstet ihr mal sagen, ob ich die weiter posten soll. Sehe das ja eher als Service, solange es rechts keine Livetabelle gibt. Vielleicht kann ich die ja irgendwann jemandem abschwatzen? Und natürlich ließ sich das Commentary-Tool hier auf dieser Seite etwas leichter bedienen … Da sind mir aber die Hände gebunden.

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3 Gedanken zu “Rückblick 8

  1. Das mit dem Punkt..natürlich Schwachsinn 😀

    Die Livetabelle hängt natürlich auch davon ab, wie torfreudig die Teams sind, bzw. wie viele Teams gerade aktiv sind. Wenn sich wirklich zu viele Leute daran stören kann mans dann vllt. auch einfach auf die Drittelpausen beschränken. Aber sehe das wie du: Ist ja nur ein Bonus und nimmt nichts weg.

    Am besten wäre es tatsächlich, wenn sich die Tabelle rechts einfach automatisch aktualisiert. Verstehe da auch ehrlich gesagt nicht, wieso das nicht passiert. Bei der Randsportart ists doch auch da, und SO unterschiedlich sollten die Ticker doch nicht aufgebaut sein eigentlich.

    Und das mit den Kommentaren…Joa, ist halt wirklich leider ein bisschen umständlich wieder und schränkt natürlich ein bisschen ein. Aber sportal erreicht auch mehr Leute als eigenetzt und ich will nicht wissen, wie viel nicht veröffentlicht wird. PRO LOGIN 😛 (PS, da die Frage am Sonntag nicht beantwortet wurde: Musst du die Kommentare selbst freischalten oder wird das für dich gemacht?)

  2. Ich persönlich fand anfangs eine Livetabelle eher unnötig, da sich die Spielstände ja kurzfristig immer „radikal“ ändern konnten – somit ohne wirkliche Aussagekraft.

    Nachdem der Mensch ja ein Gewohnheitstier ist, möchte ich sie nun nicht mehr missen. Vor allem diese Saison sieht man sehr schön, wie sich die Spielstände der Teams gleich merklich auf die Tabelle auswirken.

    Deshalb wäre mein Wunsch, die Livetabelle aufrecht zu erhalten. Dem Wunsch steht die Hoffnung auf nicht allzu viel Arbeit für dich damit gegenüber. Vielleicht lässt sich da doch was programmieren.

    PS: endlich ein Punkt am Ende des Satzes. Ich hab die Nächte davor wirklich schlecht geschlafen beim Gedanken daran, dass es keinen Punkt geben könnte. 😜

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