Viertelfinale – 3. Spieltag – Vorschau

Drei völlig offene Serien. Eine, die fast schon entschieden scheint. So sieht’s aus nach zwei Spielen in den Viertelfinalserien. Acht Partien, sieben Heimsiege. Nur die Roten Bullen machen einem Sorgen.

Hier gehts zum Liveticker.

Zunächst ein bisschen Statistik. Schon mehrfach genannt habe ich den Wert 95%. Das ist der Anteil der Teams, die nach einer 2:0-Führung im Viertelfinale die entsprechende Serie auch gewonnen haben. Das kommt mittlerweile nur noch für die Grizzlies infrage. Wie sieht es bei den anderen Serien aus? Das heißt, wie ist die Verteilung bei den Mannschaften, die das erste Spiel gewannen, das zweite verloren? Diese Abfolge gab in 50% aller Serien. Klar, wenn die anderen 50% Serien mit dem Stand von 2:0 waren. In diesen Fällen waren die Serien dann mehr oder weniger ausgeglichen. In 55% der Fälle gewann die Mannschaft, die schon die erste Partie gewonnen hatte. Man kann also behaupten, das solche Serien nach dem zweiten Spiel völlig offen waren.

EHC Red Bull München – Grizzly Adams Wolfsburg

Dem Hauptbüro des Eishockeygottes ist eine Abteilung angegliedert, die sich praktisch ausschließlich mit Verletzungen beschäftigt. Zwei Schreibtische stehen da: Bereich DEL und DEL2 sowie Bereich München. Dem Bereich München sind direkt noch zwei Sekretäre zugeordnet. Und eine Aushilfe, weil der eine der Sekretäre inzwischen eine Sehnenscheidenentzündung hat.

Natürlich enttäuschen die Roten Bullen in diesen Playoffs, gar keine Frage. Aber das Verletzungspech ist einfach auf phänomenal. Garrett Roe hat während der Hauptrunde nur ein Spiel verpasst, aber für die Playoffs fällt er praktisch aus. Und das als Topscorer. Andy Woziniewski, 19 Spiele. Felix Petermann, 23 Spiele, Grant Lewis, 5 Spiele, Mads Christensen, 47 Spiele (immerhin!), Evan Brophey (ein weiterer sehr wichtiger Scorer), 28 Spiele, Uli Maurer, 34 Spiele., Thomas Holzmann (kommt immerhin auch auf), 50 Spiele. Dazu ist Niklas Treutle angeschlagen. Mit Benedikt Brückner hat nur ein einziger Münchner alle Saisonspiele absolviert, der von Anfang an dabei war. In so einer langen Saison hat jeder Ausfälle zu verkraften. Aber nur ein Spieler immer dabei? Das ist ein Horrorwert. Einmalig in dieser Saison. Man hat zwar bei den Bayern versucht, diese langfristigen Ausfälle, Jeremy Dehner ist ja auch noch nicht so lange zurück, aufzufangen mit Nachverpflichtungen von Francois Methot oder David Meckler, die auch durchaus einschlugen, aber kompensieren kann man sowas natürlich nicht.

Ist das schon ein Abgesang? So halb. Ich halte das Team von Pavel Gross tatsächlich für zu clever, um eine solche Führung noch abzugeben. Viel über München, wenig über Wolfsburg geschrieben. Aber irgendwie habe ich auch das Gefühl, dass die zweite beteiligte Mannschaft dabei gar nicht so wichtig ist. Die Roten Bullen sind genug mit sich selber beschäftigt.

Nach dem Sweep hatte ich ja auch in der ersten Umfrage gefragt. Das Resultat ist insofern interessant, dass bis auf Wolfsburg alle Teams mehrfach angekreuzt wurden. Dass die Grizzlies `nen Sweep schaffen, traute ihnen tatsächlich nur einer oder eine zu. Hat sich das inzwischen geändert?

Adler Mannheim – Thomas Sabo Ice Tigers

Lassen wir zunächst die Zahlen für sich sprechen:

Torschüsse
Mannheim Nürnberg
Spiel 1 12 13 11 2 7 8
Spiel 2 15 18 10 9 6 8

Und anhand des bloßen Zahlenmaterials versuche man, den jeweiligen Spielverlauf zu rekonstruieren … Nah dran.

Von den vielen
Chancen, die die Adler sich
erspielen
geh`n fast alle
in die Reimer-Falle

die Adler kämpfen und fighten
doch könnte die Serie ihnen
locker entgleiten

Denn trifft der Pföderl
wer ist das das Blöderl?

Die Serie ist so, wie ich mir das erhofft, aber nicht unbedingt, wie ich es erwartet hätte. Der letzte Reim ist mir ein klein wenig peinlich. Aber finde mal einen Reim auf Pföderl? Zimmermann, Boyle, Reul, Hecht? Locker.

ERC Ingolstadt – Iserlohn Roosters

Ingeheim hatte ich ja erwartet, dass die Serie München – Wolfsburg die kürzeste würde. Und es hat ja auch ganz den Anschein. Nur mit den Vorzeichen habe ich mich grob fahrlässig vertan. Anders sieht das mit dieser Paarung aus, von der ich vermutete, dass sie am längsten gehen würde. Das steckt alles drin, was man von einer Viertelfinalserie erwartet – wenn man nach der Hauptrunde die Tabelle sorgfältig studiert hat. Was die Serie besonders sympatisch macht, sind die zahlreichen Treffer, die fielen. Einen eindeutigen Vorteil gibt es nach zwei Spielen nicht. In der Serie Mannheim – Nürnberg, die ja ebenfalls ausgeglichen ist, würde ich den schon bei Mannheim sehen. Aber hier liegen zwei hochverdiente Heimsiege vor. Dennoch waren beide Partien lange Zeit sehr eng. Könnte letztendlich auf den Home-Court-Advantage hinauslaufen. In den Playoffs ticken die Uhren anders, aber die Aktion, die Spielerbank der Panther mit Bier zu überschütten, fand ich persönlich völlig überflüssig, und durch nichts zu entschuldigen.

Hamburg Freezers – Düsseldorfer EG

Wie Iserlohn und Nürnberg konnte auch die DEG die Serie am Freitag ausgleichen. Eintscheidend war das starke Powerplay des Mittelabschnitts, als man in drei aufeinanderfolgenen Powerplays Treffer erzielen konnte. Bis dahin hatten die Düsseldorfer zwar Vorteile, diese konnten sie aber lange Zeit nicht in Tore ummünzen. Ist das schon der einsetzende Kräfteverschließ bei den ausgedünnten Freezers? Den ich immer wieder beschworen haben, und von dem ich hier zum gefühlt 100. Mal spreche. Nicht unbedingt, dafür ist es noch zu früh. Der ist für Spiel 7 eingeplant. Ich sage mal so, SOLLTE die Serie über sieben Spiele gehen, erwarte ich eher die DEG im Halbfinale, alles kürzer spräche in meinen Augen eher für die Freezers.

Tipps H:

Mannheim – Nürnberg 2:1 n.V.
München  – Wolfsburg 0:3
Ingolstadt – Iserlohn 0:4
Hamburg – Düsseldorf 1:4

Liebes Tagebuch, gestern war Heiner weg. Als ich ihn wiederfand, wollte ich ihn auf den Schreibtisch nageln (das ist umgekehrtes Pfählen). Beim Würfeln war das aber echt unpraktisch.

Die Schiedsrichteransetzungen:

Mannheim – Nürnberg: Daniel Piechaczek und Willi Schimm
München – Wolfsburg: Simon Aicher und Lars Brüggemann
Ingolstadt – Iserlohn: Markus Brill und Marian Rohatsch
Hamubrg – Düsseldorf: Stephan Bauer und Gordon Schukies

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16 Gedanken zu “Viertelfinale – 3. Spieltag – Vorschau

  1. Krass was die Freezers mit diesem Kader spielen. Einer für alle, alle für einen, das gab doch schon mal irgendwo?!?! Wenn man solche Spiele gewinnt wird man Meister ….! (vielleicht …! 😉 )

  2. Freue mich auf einen hoffentlich spannenden Playofftag. Habe heute das Gefühl wir sehen mindestens eine Verlängerung…:)
    Auch wenn mir das natürlich für Olaf ein bisschen Leid täte, aber in den Playoffs nimmt man doch gerne auch mal Überstunden in Kauf oder?:)

    1. Verlängerungen bei 14:30-Spielen sind ja eh langweilig. Lustig wirds, wenn Olaf den Tageswechsel mitkommentieren darf 😀

  3. Eigentlich ist doch der Spieltag heute ziemlich langweilig. In mindestens 3 Serien wird es am Ende des heutigen Tages 2:1 oder 1:2 in der Serie stehen, was dann noch gar nix bedeutet für den weiteren Serienverlauf. Spannend wird es dann erst am Dienstag. Einzig bei MUC vs. WOB könnte sich schon heute eine Vorentscheidung anbahnen.

    „Eigentlich“ deshalb, weil natürlich der Weg zur heutigen Entscheidung spannend ist. Welches Team kann die Motivation aus dem Sieg vom Freitag heute in einen Auswärtssieg ummünzen? Und welches Team hakt die Niederlage vom Freitag am ehesten ab?

    Ich tippe auf die erste Verlängerung in diesen Viertelfinalspielen. Und das bei … *trommelwirbel* … HH vs. DEG

  4. 3 Auswärtssiege auf einmal? Niemals, da hat Heiner einen zu viel auf den Kopf bekommen.

    Aber den Heimsieg für Mannheim nehm ich gerne mit. Wenn man nicht eine Chancenverwertung auf dem Niveau des Marianengraben hätte wäre ich da auch ziemlich positiv gestimmt.

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