Die Preplayoffs 2013/14

Die zwei letzten Playoff-Teilnehmer werden gesucht, erst auf den letzten Drücker entschied sich, wie die Preplayoff-Paarungen sich zusammensetzen würden. Mit München, Iserlohn und Ingolstadt sehen wir dabei schon jetzt drei Mannschaften, von denen ich vor der Saison gesagt hätte, dass sie erst in den Playoffs eingreifen würden. Die Eisbären sind in etwa da gelandet, wo ich sie erwartet hätte, wobei ich gestehen muss, dass sie mich am Ende doch positiv überrascht haben. Olaf netzt erstmals ein.

EHC Red Bull München – Iserlohn Roosters

Ein kurzer Blick auf den Saisonverlauf: So wie man beim EHC die Mannschaft vor der Saison umgebaut hatte, darf man mit Fug und Recht behaupten, dass neben den Wild Wings der EHC eigentlich der zweite Neuling in der Spielzeit 2013/14 war. Es blieb praktisch kein Stein auf dem anderen, die Zahl der Spieler, die in der bayrischen Landeshauptstadt blieb, ist praktisch vernachlässigbar.

Und so ist es denn genau so gekommen, wie das auch andere Teams regelmäßig erleben: Eine Mannschaft wächst nicht von heute auf morgen zusammen. Bestes Beispiel sind für mich in dieser Hinsicht immer wieder die Freezers: Seit man bei den Hamburgern mit dem Personalwechsel behutsamer vorgeht, hat sich ein echtes Team entwickelt – der jüngste Erfolg bestätigt diese Linie.

Während der gesamten Saison zeigte die Mannschaft von Pierre Pagé große Formschwankungen, erreichte am Ende jedoch sicher die Preplayoffs. Die Hauptrunde schloss der EHC mit drei Niederlagen ab, ohne die sogar ein direkter Playoffplatz möglich gewesen wäre.

Anders sieht es bei den Roosters aus. Die waren in dieser Saison eigentlich mit zwei Mannschaften am Start. Zum einen mit den Schützlingen von Doug Mason, und dann aber Ende Oktober mit der Mannschaft von Jari Pasanen. Es ist eigentlich höchst erstaunlich, wie ein Trainerwechsel den Charakter einer Mannschaft so komplett verändern kann. Zumal es sich Pasanen ja nicht um einen Übungsleiter handelte, der von außen kam, sondern einen, der als Assistenztrainer die Roosters schon längst kannte.

Der Erfolg stellte sich nicht sofort ein, zunächst hatten die Roosters weiter Probleme, sicherlich auch der Umstellung des Spielsystems geschuldet. Im Nachhinein muss man das Eishockey der Roosters zu Saisonbeginn vielleicht fast als ein wenig naiv bezeichnen. Jedenfalls im Vergleich zu den Spielen, die ab Weihnachten folgten, als die Veränderungen Pasanens sich schließlich auch in Punkten auszuwirken begannen. Iserlohn hatte gelernt zu verteidigen, und aus der Schießbude der Liga entwickelte sich ein ernstzunehmender Gegner. Nach Weihnachten war das System etabliert.

Die Roosters schossen zwar nicht mehr so viele Tore. Andererseits kassierte in der Folgezeit keine Mannschaft weniger Gegentreffer, nach den überragenden Freezers wurden sie zur besten Mannschaft der zweiten Saisonhälfte. Immerhin sogar noch vor dem KEV, am Ende souveräner Zweiter.

Die Ergebnisse der Hauptrunde: Die Bilanz spricht mit 3:1 zu Gunsten der Münchner. Allerdings fanden die ersten drei Partien vor Weihnachten statt, der EHC gewann in Iserlohn 5:4 und 7:2, entschied das erste Heimspiel mit 4:2 für sich. Im letzten Spiel, Mitte Januar holten die Roosters einen Dreier in München beim 2:0-Erfolg.

Für den EHC ist es die zweite Preplayoffteilnahme nach 2010/11, als man 0:2 gegen die Haie ausschied. Die Roosters waren das letzte Mal 2011/12 dabei, als sie 0:2 gegen die DEG ausschieden. Eine gemeinsame Playoff-Geschichte gibt es nicht.

Formkurve: Legen wir für die aktuelle Form die letzten zehn Partien zu Grunde, geben sich beide Mannschaften nicht viel und finden sich im oberen Mittelfeld wieder, dabei haben die Münchner aus den letzten 10 Spielen einen Zähler mehr geholt.

Ausfälle: Während die Roosters auf Mike York verzichten müssen, dürfte man beim EHC wohl aus dem Vollen schöpfen können.

Fazit: In einer Best-of-Three-Serie kann ein einziger Ausfall schon die Entscheidung bringen. Iserlohn schätze ich insgesamt stabiler ein, von einem Heimvorteil würde ich bei dieser Serie nicht unbedingt sprechen wollen. Das Problem bei München: So wirklich an ihre Leistungsgrenze konnte der EHC in dieser Saison selten gehen. Vorteil Iserlohn, das die Serie 2:1 gewinnt.

Eisbären Berlin – ERC Ingolstadt

In der zweiten Preplayoff-Serie stehen sich Serienmeister Berlin und der ERC Ingolstadt gegenüber. Seit 2001/02 sind die Eisbären Dauergast in den Playoffs, das letzte Mal verpassten sie den Einzug ins Viertelfinale in der Spielzeit 2006/07 gegen Frankfurt. Kein Team kann auf eine größere Playofferfahrung zurückblicken.

Für den ERC ist es die fünfte Playoffteilname in Folge, im vergangenen Jahr scheiterten sie im Viertelfinale am KEV. Ein Jahr zuvor war im Halbfinale gegen Mannheim Schluss.

Im Vergleich zur anderen Paarung kann man bei dieser Serie fast von einem Traditionsduell sprechen. Dreimal gab es dieses Duell in den letzten zehn Jahren. Im Halbfinale 03/04 gewannen die Eisbären 3:0, ein Jahr später 3:1, das letzte Mal stand man sich im Viertelfinale 2010/11 gegenüber, auch da behielten die Berliner mit 3:1 das bessere Ende für sich. Zweimal führte der Weg über Ingolstadt zur Meisterschaft.

Beide Teams haben eine bewegte Spielzeit hinter sich, die gewisse Parallelen aufweist. In erster Linie denke ich da an die Verletztenmiseren. Allerdings müsste man in dieser Hinsicht den Eisbären nach der Hauptrunde eigentlich ein Extra-Kapitel widmen.

Wer fiel da im Laufe der Saison denn nicht über längere Zeit aus? Wie gesagt, die Eisbären sind dort gelandet, wo ich sie auch erwartet haben, dabei haben sie mich allerdings positiv überrascht. Ein Widerspruch? Nicht unbedingt! Unter diesen Umständen die Hauptrunde so zu Ende zu spielen, hat meinen Respekt verdient. Den Ausfall so vieler Leistungsträger hat kein anderes Team so gut weggesteckt.

Während sich die Eisbären die ganz Saison über schwertaten, spielten die Panther zwischenzeitlich um einen direkten Playoffplatz mit, wurde zeitweise als sicherer Kandidat für einen Platz unter den Top-6 gehandelt. Bei Berlin als amtierendem Meister dagegen stand lange Zeit sogar die Preplayoffteilnahme auf der Kippe.

Formkurve: Der Endspurt der Eisbären war phänomenal, gefühlter Höhepunkt war sicherlich das „Endspiel“ in Ingolstadt, wo man sich das Heimrecht gegen die Panther sichern konnte. Dabei vergisst man vielleicht fast, dass die Eisbären von allen Teams den besten Schlusssprint hinlegten. Ich will noch nicht behaupten, dass die Eisbären für mich das dark horse der Playoffs sind. Aber die sechs Siege zum Ende hin, unter anderem gegen Wolfsburg, München, Mannheim – lässt man den Ausrutscher gegen Straubing außen vor – passen auch die Ice Tigers noch gut in diese Reihe, haben mich schon schwer beeindruckt.

Das sieht beim ERC schon ein bisschen anders aus: Gut, das Schlussprogramm war nicht einfach, aber sie haben die Hauptrunde mit drei Niederlagen beendet, spielten dabei mit Wolfsburg und Mannheim gegen zwei Teams, gegen die die Eisbären im selben Zeitraum gewinnen konnten – haben aber in dieser Zeit auch deutlich gegen Straubing gewonnen.

Die Duelle der Hauptrunde: Da kann man wohl von einem eindeutigen Vorteil für die Eisbären sprechen. Ihre beiden Heimspiele gewannen die Berliner 6:3 und 3:2. In Ingolstadt setzten sie sich mit 3:2 und 4:1 durch. Am Ende der Hauptrunde war Berlin die einzige Mannschaft, gegen die die Panther keinen einzigen Zähler ergattern konnten.

Ausfälle: Es passt zur Saison der Eisbären, dass sich im vorletzten Spiel Darin Olver verletzt, ausgerechnet in einer Phase, als seine Angriffsreihe wieder so richtig zu funktionieren anfing. Des weiteren sind Frank Hördler und Jens Baxmann nicht dabei. Auch Matt Foy fehlte zuletzt. Bei Ingolstadt waren zuletzt Jakub Ficenec und Ziga Jeglic nicht dabei.

Fazit: So unsicher ich mir bei der Serie zwischen München und Iserlohn bin: Für mich sind bei diesem Duell die Eisbären klarer Favorit. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Serie über die volle Distanz geht. Der ERC kann mich eigentlich nur überraschen. Berlin 2, Ingolstadt 0.

7 Kommentare zu „Die Preplayoffs 2013/14

  1. Hey Olaf, du hast nur noch ein paar Stunden, deinen Tip bei EBB vs. ERC zu korrigieren 😉

    Im letztjährigen Viertelfinale gegen den KEV hatten wir auch alle Hauptrundenspiele gewonnen, das Selbstbewusstsein war riesig und dann diese Auftritte.

    Wir haben in dieser Saison oft Moral bewiesen, das Team ist zwar kein Team aber ich denke ein versöhnlicher Saisonabschluss wird der Einzug ins Viertelfinale werden.

    Denn: es gab auch eine Zeit vor unserer Niederlagenserie 😉

    Bitte bitte bitte Berlin, unterschätzt uns, so wie ihr, Mannheimm und Wolfsburg es gegen Augsburg getan habt (2010?)

  2. Denke mal das ist ne souveräne Einschätzung, wir gegen München ist sicherlich ein ganz harter Brocken aber 2014 sind wir nunmal eins der SpitzenTeams und das wird – wenn auch kapp – am Ende den Ausschlag geben (hoff ich)
    Und obwohl der ERC mir als Club eigentlich wesentlich sympathischer finde muss man sich wohl eingestehen, dass Berlin einfach stärker ist.. wäre übrigens auch sicherlich ne intressante Neuauflage KEV – EBB …

  3. Juhuuuuuuuuuuuu jetzt ist Olaf auch wieder ein Blogger 😉 ….. man, man, man, wie haben deine Texte doch gefehlt.
    Dein Liveticker war ja immer supi….. aber als der Blog weg gefallen ist, war das schon sehr schade.

    Zu den Pre-Playoff-Paarungen

    Berlin – Ingolstadt…. Denke das die Berlin durch ihren Lauf in den letzten Paar Wochen, das nötige Selbstvertrauen getankt haben und sich nun noch deutlich steigern können. Ihre Saison wird wohl noch ein Paar Wochen dauern. Kann mir sehr gut vorstellen, das sie es durchaus wieder bis ins Finale schaffen werden. Ob es auch heuer zum Titel reicht, das denke ich eher weniger (käme dann ganz auf den Gegner an)

    München – Iserlohn ……. Betrachtet man rein die Bilanz der Spiele im verlauf der Saison für sich nimmt, müssten man sagen München gewinnt….. Wenn man sich aber die letzten Monate ansieht, dann haben die Iserlohn wirklich die Chance diese Serie für sich zu entschieden. Wenn die Defensivleistung auch jetzt weiterhin so stimmt, wie bereits im gesamten Jahr 2014, dann dürfte die Abwehr der Roosters nur schwer zu knacken sein. Zudem haben sie mit Ersberg & Lange 2 klasse Torhüter (wobei ich Ersberg da ein wenig stärker sehe als Lange), die beide ein Spiel alleine entscheiden können, wenn sie einen wirklich guten Tag haben.
    Und da man in Iserlohn, vor der Saison das Ziel PlayOffs ausgegeben hat…. ist raus fliegen in den PrePlayOffs verboten…. die richtigen PlayOffs fangen ja erst in ein Paar Tagen an 😉

  4. Wuhu genau diese Art von Berichten ist es die ich liebe.

    Seh deine Einschätzung ähnlich, wobei ich glaub das beide Duelle in 2 Spielen entschieden sind.

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