Viertelfinals – Vorschau, Teil eins

Endlich ist es so weit. Die Playoffs für Erwachsene beginnen. Say no more. Teil eins der Vorschau mit Köln vs. Ingolstadt und Augsburg vs. Düsseldorf.

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Die Viertelfinalteilnahmen der Top-Ten vor der Saison 2018/19

Kölner Haie vs. ERC Ingolstadt

Es war keine einfache Hauptrunde für die Haie, das kann man gleich mal vorwegschicken. Die spielten lange Zeit ein denkbar unattraktives Eishockey, wurstelten sich so irgendwie durch. man könnte es wohlwollend ergebnisorientiertes Eishockey nennen, denn wirklich unerfolgreich waren sie unter Peter Draisaitl ja nicht, auch wenn es sich so anfühlte. Es dauerte bis zu seiner Entlassung 41 Spieltage, die dann zu diesem späten Zeitpunkt doch etwas überraschend kam. Die Umstände der Entlassung ähnelten am Ende wohl denen bei Kevin Gaudet in Nürnberg.

Hat sich das Spiel der Haie unter Dan Lacroix geändert? Es gibt Zahlen, die dafür sprechen. Die Haie sind offensiver geworden. Torschussschnitt unter Draisaitl: 26 pro Partie. Und Lacroix steigerte sich das auf 36, durchaus also eine signifikante Veränderung, wenn man alleine nach der Statistik geht.

Als sie am Ende der Hauptrunde gefordert waren, lieferten sie. Einfach waren die Aufgaben nicht. Im Vergleich mit der Konkurrent hatten sie das schwierigste Schlussprogramm. Nicht nur mussten sie die letzten vier Spiele auswärts bestreiten. Auch die Gegner hatten es in sich: Augsburg, Düsseldorf, formstarke Berliner und zum krönenden Abschluss Hauptrundensieger Mannheim. Es gab zwei knappe Niederlagen und zwei Siege nach Penaltyschießen, es waren jeweils die ersten Saisonsiege gegen die DEG und die Adler. Gemäß dem Saisonverlauf muss Platz vier nach der Hauptrunde als Erfolg betrachtet werden.

 

Genau wie Köln war auch der ERC im Endspiel erfolgreich. Sie hätten im letzten Spiel gegen die Tigers lediglich zwei Tore mehr schießen müssen, die Playoffpaarung wäre dieselbe, nur das Heimrecht wäre vertauscht. Die Saison des ERC begann vielversprechend, hätte sich nicht im mittleren Teil eine Schwächephase durchlitten, hätten sie sich das Heimrecht sogar noch deutlich früher erstreiten können.

Für die Haie ist es die vierte Viertelfinalteilnahme in Folge, vor drei Spielzeiten mussten sie den Umweg über die Preplayoffs nehmen, in den letzten beiden Jahren schieden sie im Viertelfinale gegen Wolfsburg (3:4) und Nürnberg (2:4) aus.

Der ERC steht zum neunten Mal nach der Hauptrunde mit in der Verlosung. 2013/14 schafften sie es bis zum Titel, ein Jahr später scheiterten sie im Finale an den Adlern. Danach wurde nur noch München Meister.

(Gelb: erstes Spiel auswärts)

 

Vier Postseason-Duelle der beiden Teams gab es bereits. Legendär ist natürlich die Finalserie aus der Spielzeit 13/14, als der ERC in seiner Jubiläumssaison Meister wurde, als Niklas Sundblad Uwe Krupp gerade in Spiel sieben auscoachte. Und in der folgenden Saison auch sein Nachfolger wurde. Es dürfte für die Haie die bitterste Stunde der letzten Jahre gewesen sein, sie war gleichbedeutend mit dem letzten Griff nach dem Titel für die Domstädter.

Außerdem gab es zwischen beiden Teams bereits zwei Viertelfinalserien, einmal unterlagen die Haie mit Heimvorteil (04/05), einmal die Schanzer (06/07). Die Preplayoffserie in der Spielzeit 09/10 entschied der ERC für sich.

In der Hauptrunde gewann der ERC beide Heimspiele gegen die Haie (6:0; 3:2) sowie die erste Partie in Köln (2:1). Spiel zwei in Köln gewannen die Haie 5:2.

Für mich ist diese Serie die offenste, ich kenne zwar die letzten beiden Serien noch gar nicht, aber bei denen haben ich genau wie bei Augsburg vs. Düsseldorf schon eine ziemlich klare Vorstellung, wer weiterkommt. Aber Köln vs. Ingolstadt? Kein‘ Plan. Wenn Draisaitl noch Haie-Coach wäre, sähe das anders aus. Aber dann hätte sowieso der ERC Heimrecht. Ich würde vielleicht noch von einem Restvorteil der Oberbayern sprechen … Muss ich aber auch sagen, die hatte ich vor der Saison etwas weiter oben erwartet.

Augsburger Panther vs. Düsseldorfer EG

Die Panther haben die beste Hauptrunde ihrer Geschichte gespielt. Sie haben zwar schon dreimal mehr Punkte geholt, doch 2009/10 (87) war eine 56er-Runde, 2001/02 (91) erstreckte sich die reguläre Saison sogar über 60 Partien. So bleibt der Rekord von vor zwei Jahren (87) bestehen, als sie die Saison auf Platz sechs beendeten. Aber Platz drei! Platz drei ist definitiv ihre Bestleistung, der Tabellenplatz bescherte ihnen gleichzeitig erstmalig bei acht Viertelfinalstarts das Heimrecht.

Dass es am Ende nur das Torverhältnis war, dass über die Endplatzierung entschied, danach fragt nach dieser Saison keiner mehr. Dieser Heimvorteil könnte für den AEV ein wichtiger Faktor werden. Denn unter den Viertelfinalteilnehmern war auswärts nur Nürnberg erfolgloser. Zu Hause war der AEV eine Macht, nur Mannheim und München holten vor eigenem Publikum mehr Zähler.

Die Panther starteten schwach in die Saison , nach dem Auftaktsieg bei den Haien folgten vier Niederlagen, die im Nachhinein lediglich bedeuteten, dass sie erst richtig Anlauf nehmen konnten. Ab Ende September bis kurz vor Weihnachten legten sie den Grundstein für das gute Abschneiden, als sie zeitweilig sogar im Rennen um Platz zwei waren. Es folgte ein kleiner Einbruch, im Endspurt profitierten sie vor allem davon, dass gerade der Gegner in dieser Viertelfinalserie begann, Personal und Spiele abzugeben.

Damit wären wir bei der DEG. Was für eine Saison! Der Einstieg in die Spielzeit war vielversprechend, als die Rheinländer gleich mal sieben Siege am Stück holten. Sie überzeugten spielerisch wie kämpferisch, führten die Tabelle bis zum neunten Spieltag an.  Bis zu den Weihnachtsfeiertagen sahen sie wie ein sicherer Kandidat für das Heimrecht aus,  lange Zeit hielten sie den amtierenden Meister auf Distanz, nach Mannheim waren sie das heißeste Team der Liga.

Dann folgte eine Verletzungsserie und es rächte ist, dass der Kader der DEG im Vergleich zur Konkurrenz an der Spitze doch relativ dünn ist. Es gab das vorzeitige Saisonaus für Johannes Huss und Leon Niederberger, immer wieder gab es Pausen für Bernhard Ebner. Jerome Flaake kam erst relativ spät wieder zurück ins Team, in der Schlussphase der Saison fehlten Patrick Köppchen und Lukas Laub. Und mit den Ausfällen kamen die Niederlagen. In den letzten Hauptrundenspielen standen der DEG nur noch fünf Verteidiger zur Verfügung. Düsseldorfs Kader ist auf Kante genäht.

Nicht, dass Augsburg tiefer besetzt wäre, auch der AEV mit mit Arvids Rekis einen Komplettausfall zu verkraften, und T.J. Trevelyan fehlte fast ein Drittel der Saison. Doch Augsburg konnte die wenigen Ausfälle besser kompensieren. Allerdings sollte man nicht unterschlagen, dass beide Teams in der Abschlusstabelle auch nur drei Zähler trennten.

 

Düsseldorf war bisher 14-mal im Viertelfinale dabei. Während die DEG nur eine Serie (von sechs) mit Heimvorteil verlor (02/03), Gegner Krefeld wurde damals Meister, tun sich die Rheinländer ohne Heimvorteil erheblich schwerer.  Acht solcher Serien gab es, dabei konnte sich die DEG nur zweimal durchsetzen, gegen die Ice Tigers (07/08) und gegen die Freezers, aber die gibts nicht mehr. Zählt das dann überhaupt noch?

Gibt es in der Serie einen Favoriten? Legt man die Ergebnisse der Hauptrunde zugrunde, ist die Frage eindeutig zu bejahen. Nur gegen die Adler holte der AEV in dieser Saison weniger Punkte, nämlich Null. Gegen die die DEG gab es vier Niederlagen. In Düsseldorf 3:5 und 3:4, in Augsburg 1:2 n.V. und 3:6.

Andererseits kann ich mir angesichts des strammen Terminplans in den Playoffs und den letzten Leistungen der DEG vor dem Hintergrund des ausgedünnten Kaders nicht vorstellen, wie die Rheinländer das wuppen wollen.

Heiner

Köln – Ingolstadt 2:1
Augsburg – Düsseldorf 4:0

Die Vorschau mit dem Kanonenfutter gibts spätestens am Dienstag. Allerspätestens.

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2 Kommentare zu „Viertelfinals – Vorschau, Teil eins

  1. Fazit würde ich beide so unterschreiben. Köln – Ingolstadt sehe ich auch absolut offen, durch den Heimvorteil etwas mehr Richtung Köln.

    Und AEV – DEG durch den Heimvorteil und der aktuellen Form klar beim AEV. Könnte sogar schnell vorbei sein.(Max. 6 Spiele)

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