Eishockeyländerspielpausen- zuschauerentwicklungsüberblick 2018/19

Während der Spielpause beim Deutschland-Cup werfe ich immer einen Blick auf die Zuschauerentwicklung in der DEL. Das mache ich schon so lange, dass es fast ein Reflex ist. Dieser Überblick darf auch in dieser Saison nicht fehlen.

Diesmal zäume ich das Pferd von hinten aus, ich brauche halt auch mal ein bisschen Abwechslung. Schauen wir auf die Steigerungsraten und Verluste bei den Zuschauern vor der Pause.

Wie wird gerechnet? Nehmen wir das Beispiel DEG. Düsseldorf hatte vor der Länderspielpause in dieser Saison sieben Heimspiele. Letzte Saison waren es vor der Länderspielpause neun. Um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten, verwende ich also nur die Zuschauerzahlen der letzten Saison bis zum siebten Heimspiel.

So, und diese Vorgehensweise musst du jetzt einfach nur auf alle anderen Teams übertragen. Schon weißt du, wie es funktioniert.

Großer Gewinner bisher ist die DEG, Erfolg bringt Zuschauer, attraktive Spielweise bringt Zuschauer, die Rechnung ist ebenso einfach wie im umgekehrten Falle bei den Haien. Ein völliges Rätsel ist mir die Steigerung bei den Grizzlys. Katastrophentourismus? Vielleicht findet sich ja eine Erklärung, wenn wir uns die Zahlen für Wolfsburg später näher betrachten. Der Rückgang bei Schwenningen und Nürnberg lässt sich verhältnismäßig einfach erklären, wobei bei den Ice Tigers durch die Doppelbelastung der Zuschauer durch die Championshockeyleague sicherlich ein paar Prozentpunkte Rückgang geschuldet ist. Die sportliche Misere dürfte aber in beiden Fällen ausschlaggebend sein.

Obschon es bei den Münchnern nicht so perfekt wie in vergangenen Spielzeiten läuft, kann ja noch kommen, bestätigt sich die Tendenz der letzten Jahre. Am Ende könnte eine erneute Steigerung beim Zuschauerandrang stehen. Bei den Adlern besteht noch ein bisschen Kapazität. Der ERC spielt bisher eine sehr gute Saison, dort sind den Wachstumsraten allerdings durch die relative kleine Halle deutliche Grenzen gesetzt.

Kölner Haie

In Köln wird zur Zeit mit den Füßen abgestimmt. Hört die Signale! Eines muss man den Adlern lassen, wenn sie scheitern, scheitern sie spektakulär. Du weißt immer genau, worüber du dich aufregen kannst, und das ist aufregend. Die Haie dagegen spielen unscheinbar. Grau. Langweilig. Ich weiß nicht, wie weit ich danebenliegen, aber im Augenblick kommt es mir so vor, als haben die zwei Siege vor der Pause gegen Wolfsburg und Bremerhaven Draisaitl den Hals gerettet. Ob die Haie sich damit einen Gefallen getan haben, wage ich zu bezweifeln. Dem Team fehlt ein Plan. Entweder hat Draisaitl keinen oder er kann ihn nicht vermitteln. Betreffendes bitte ankreuzen. Aus Sicht eines Tickerschreibers stellt sich die Situation so für mich da: „Heute ist ein Einzelspiel der Haie.“ „Was?“ „Shit!“ Hart? Fakten. Und in mir die bange Frage: Ist Draisaitl noch Trainer, wenn ich das morgen veröffentliche?

Es wird dann aber doch nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Nach neun Heimspielen haben die Haie eine Einbuße von 14.688 Zuschauern. Schauen wir uns die Grafik an, lohnt sich der Blick auf den sechsten Spieltag – die Gegner der Heimspiele in DIESER Saison sind in der Grafik angeführt. Und ob jetzt die Wild Wings oder die DEG in Köln antritt, das machte eben dann doch gut 8.500 Besucher Unterschied aus. Witzig finde ich die Zahlen zum achten Heimspiel. Beide Male ging es gegen Berlin. Ob das diesselben Zuschauer waren??

Schwenninger Wild Wings

Der vordere Balken ist jeweils der Spieltag in dieser Saison, der hintere der entsprechende in der letzten Spielzeit. 12,1 Prozent Rückgang bei Schwenningen sind in absoluten Zahlen 3.363 Zuschauer weniger, immerhin die Hälfte des Rückgangs könnten wir dadurch erklären, dass die Wild Wings in der letzten Saison gleich das Heimderby zu Saisonbeginn hatten. Und gegen die Adler ist die Halle hier immer gut besucht. Donnerstagsspiele hatten die Wild Wings bisher keine, auch keine Heimspiele unter der Woche. Vielleicht bessern sich die Zahlen für Schwenningen ja noch. Aber letzte Saison haben sie am Limit gespielt, sie sind für mich ein Team, das regelmäßig punkten muss, um es am Ende zu schaffen. Dass sie sich aus dieser sportlichen Grube wieder rausbuddeln können, bezweifele ich.

Iserlohn Roosters

Bei den Roosters sind die Zahlen gleich geblieben. 0,55 % kann man vernachlässigen. Letzte Saison gab es zum selben Zeitpunkt ein Spiel unter der Woche mehr (Di./Mi. oder Do.), den höchsten Andrang, vergleichbar mit letzter Saison, sieht man von der Saisoneröffnung ab, gab es erneut gegen die DEG. Angesichts der Leistungen der Roosters vielleicht zunächst erstaunlich. Aber bei den Heimspielen kommst du ja wirklich auf deine Kosten. Wenn du allerdings mitreißt, hast du nur Kosten.

Straubing Tigers

Ein Rückgang um 1,6 % oder 556 Zuschauer, nichts, was sich nicht reparieren ließe, wenn die Tigers mal wieder anfangen zu gewinnen. Das Potential für die Top-Zehn haben sich für mich in dieser Saison allemal. Drei Derbys gab es zum selben Zeitpunkt letztes Jahr, drei in diesem Jahr. Auch die Anzahl der Spiele unter der Woche ist gleichgeblieben.

EHC München

Einsetzend mit der Saison 2012/13 konnte der EHC den Zuschauerbesuch in jeder Saison steigern. Und alles deutet darauf hin, dass das auch in dieser Saison nicht anders wird. Umso beachtlicher, da München durch die Abgänge zwar spielerische Qualtität eingebüßt hat. Aber die Bayern sind immer noch ein Spitzenteam, wenn auch nicht mehr so spektakulär. Aber die kontinuierlich gute Arbeit von Don Jackson wird honoriert. Zuwachsrate bisher 12 Prozent, absolut sind das 4.150 Zuschauer mehr. Unterschied zur letzten Saison: Der Meister hatte diesmal ein Spiel weniger unter der Woche. Das macht eben auch ein paar hundert Zuschauer aus.

ERC Ingolstadt

Was ist anders bei den Panthern? Letzte Saison gab es zum selben Zeitpunkt drei Spiele unter der Woche, diesmal ist es nur eines. Die Derbyzahl ist dagegen gleichgeblieben. Diese zwei Spieltage weniger unter der Woche sind eigentlich schon fast eine hinreichende Erkärung für die 7,8% Zuwachs, die gleichbedeutend mit 2.438 Zuschauern mehr sind. Die sportliche Leistung ist mir bei diesen Zahlen noch nicht hinreichend gewürdigt, denn der ERC gehört für mich zu den ganz heißen Halbfinalkandidaten. Hoffentlich fällt mir das nicht noch am Ende auf den Kopf.

Nürnberg Ice Tigers

Zu den Verlierern gehören die Ice Tigers. Ein Minus von 10%, oder in absoluten Zahlen 5.138 Zuschauer weniger. Am Anfang habe ich gesagt „Doppelbelastung“ der Zuschauer, das mag eine Rolle spielen, sicherlich. Andererseits: Die Anzahl der Wochenspieltage ist gleichgeblieben. Andererseits hatten die Franken auch schon vier Heimderbys, demgegenüber waren es zum gleichen Zeitpunkt letzte Saison erst zwei. Und die brachten richtig viele Zuschauer (siehe die Ausschläge der roten Balken aus der letzten Saison: Die Gegner bei den bestbesuchten Spielen waren München und Augsburg).

Düsseldorfer EG

Auf den ersten Blick ist zu erkennen, dass es in jedem Heimspiel mehr Zuschauer als in der Saison zuvor gab. Okay, irgendwo muss ja eine Steigerung von 34,5% herkommen. Es gab bisher wie vergangene Saison ein Dienstagsspiel. Im Unterschied zur letzten Saison gab es dagegen schon zwei Derbys (Krefeld und Köln), unter normalen Umständen würde das für eine deutliche Steigerung der Zuschauerzahl reichen. Aber der Zuwachs (um 14.819) geht darüber hinaus. Egal wer spielt, es kommen IMMER mehr Zuschauer. Gegen Schwenningen, hallo? (Letzte Saison waren es 5.768 und 4.736 gegen die Wild Wings, diesmal im ersten Spiel schon 6.685.)

Krefeld Pinguine

Die Pinguine liegt 8,3% über der letzten Saison oder auch 3.128 besser. Spiele unter der Woche hatte der KEV noch keine, letzte Saison hatte man zu diesem Zeitpunkt schon ein Donnerstagsspiel absolviert, das man auf den ersten Blick finden kann: Es hatte die schlechteste Zuschauerzahl. Derbys gab es letzten Saison vor der Länderspielpause schon drei (wobei das gegen Iserlohn nie wirklich zieht), diesmal erst eines, weil ein Spiel gegen die Haie noch in der Rechnung fehlt. Sonst würde die Bilanz der Pinguine noch deutlich besser ausfallen. Der sportliche Erfolg drückt sich hier auch in den Zuspruchzahlen aus.

Fischtown Pinguins Bremerhaven

Fischtown ist mit 3% im Plus nach den ersten neun Heimspielen, das sind 1.100 Zuschauer mehr als letzte Spielzeit. Man kann vermuten, dass es noch ein paar mehr wären, wenn die Pinguins nicht zwei Heimspiele unter der Woche ausgetragen hätten, letzte Saison gab es bis dahin davon keine. Den schlechtesten Besuch hatte Bremerhaven gegen München, das war ein Donnerstag.

Eisbären Berlin

Dass es bei den Eisbären eine Steigerung gibt, ist wiederum auf den ersten Blick erkennbar. Alle hellen Balken sind höher als die dunklen. 12,5% Zuwachs  sind 10.419 Besucher mehr, praktisch ein zusätzliches Heimspiel. Den schlechtesten Besuch letzte Saison gab es an einem Donnerstag (siebtes Spiel), in dieser Saison haben die Berliner noch nicht unter der Woche gespielt. Doch das alleine kann noch kein Grund für den gestiegenen Zuschauerzuspruch sein. Sportlich erklärbar ist für mich der gestiegene Zuspruch noch nicht. Kommt vielleicht noch.

Grizzyls Wolfsburg

Wer die großen Rätsel der Weltgeschichte aufklären möchte, hier hätte ich eins. Wie kann es sein, dass sich die Zuschauerzahl bei Wolfsburg um 24% gesteigert hat. Das ist der zweitbeste Wert! Einerseits bestätigt der gewachsene Zuspruch eine Tendenz der letzten Jahre, weil sich Wolfsburg, nicht in dem Ausmaße wie München, doch aber eines stetig wachsenden Zuspruchs erfreuen konnte. But why? Keine Spiele unter der Woche, weder diese noch letzte Saison.  Darin kann der Grund also schon mal nicht liegen. Wolfsburg hatte in absoluten Zahlen 3.862 Zuschauer mehr als letzte Saison, in alter Währung sind das praktisch zwei Heimspiele. Ein Paradoxon.

Adler Mannheim

Die Adler liegen bei einem Zuwachs von 5,5%, hatten bisher 4.817 Zuschauer mehr. Vermutlich wären ein paar Prozentpunke mehr, wenn sie schon gegen die Haie gespielt hätten, die in Mannheim immer besonders ziehen. 13.231 Zuschauer hatten die Kurpfälzer am fünften Spieltag letzte Saison an einem Freitag, diesmal war der fünfte Spieltag an einem Wochentag, sprich Dienstag. Ansonsten lägen die Adler locker bei 10%. Bei kaum keiner anderen Mannschaft bedeuten die Spiele unter der Woche einen so deutlichen Ausschlag nach unten wie bei den Adlern.

Augsburger Panther

In der letzten Saison hatte der AEV vor der Länderspielpause zwei Spiele unter der Woche, diese Saison war es bislang eines. Für ein wenig Ausgleich sorgt, dass die Panther damals schon zwei Derbys bestritten hatten, diesmal haben sie bisher lediglich gegen München gespielt. Derbys sorgen beim Besuch in Augburg immer für Ausschläge nach oben. Die Steigerung von 4,4% steht für 1.636 mehr Zuschauer, angesichts der sportlichen Leistung ist da noch gut Luft nach oben.

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3 Gedanken zu “Eishockeyländerspielpausen- zuschauerentwicklungsüberblick 2018/19

  1. Hallo Olaf!

    Irgendwas stimmt mit Deinen Zahlen bei der Zuschauerstatistik nicht. Beim Spiel gegen die Haie waren laut del.org 12549 im ISS-Dome. Und beim Spiel gegen den KEV waren es 9485. OK, wir haben ja gelernt, dass das mit Statistiken und der DEL so eine Sache ist, aber ich glaube, zumindest das haben sie hinbekommen. 🙂

      1. :-), okay die Sache ist halbwegs geklärt, die Ausssage bleibt dieselbe, nur ich habe keine Ahnung, woher die Zahlen kamen, aus denen die Grafik erstellt wurde. Die stehen bei mir nämlich nirgends. Die von dir angegebenen Zuschauerzahlen hatte ich nämlich tatsächlich korrekt. Rätsel über Rätsel, aber vielen Dank nochmal für den Hinweis

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