Saison 2016/17 – Vorschau

Bei der Saisonvorschau für die letzte Spielzeit, ich habe mir das noch einmal angeguckt, alleine schon um herauszufinden, was ich damals eigentlich geschrieben habe und was daraus wurde, begann ich mit Hamburg. Nun: Das wird noch länger möglich sein. Tierischer ist die DEL geworden. Es gibt neue Vögel.

Bevor ich jedoch auf die einzelnen Teams eingehe, sollten ein paar wichtige Veränderungen nicht unerwähnt bleiben, zumindest einige davon sollten jedoch schon allgemein bekannt sein. del.org gibt es nicht mehr, bzw. nur noch versteckt. Wer jetzt die neusten Nachrichten aus der DEL erfahren will, muss das schon unter telekomeishockey.de machen. Vielleicht habe ich mich in acht Jahren daran gewöhnt? Wenn es letztendlich dem Sport nutzt, ist das okay, aber ich habe schon sehr an der alten url gehangen.

Die neue Adresse ist nur ein Nebeneffekt der Tatsache, dass es einen neuen „Fernseh“partner gibt. Alle DEL-Spiele werden von der Telekom gestreamt, sport1 übertragt regelmäßig im TV. Mit einer solchen Entwicklung – alle Spiele zu übertragen – war über kurz oder lang zu rechnen, in Zeiten von Streaming-Portalen ist das originellste, was Fernsehen bzw. solche Portale zu bieten haben, LIVE-Sport, Ereignisse, die genau dann passieren, wenn sie übertragen werden. Basketball und Handball, Fußball sowieso, waren schon weg, irgendwann würde sich jemand Eishockey schnappen. Logische Entwicklung. Und wenn ich mir es recht überlegen, war es nur konsequent, dass es ein Telekommunikationsunternehmen sein würde, mit der nötigen Mischkalkulation. Denn eines ist auch klar: Nur über die Abonnenten des Streamingangebotes wären die Kosten für sieben Eishockeyübertragungen pro Spieltag kaum zu stemmen.

Die DEL hat außerdem einen neuen Statistikpartner. Pointstreak ist Geschichte, den entsprechenden Service bietet nun die Firma eSports Media. Ein paar kleinere Umstellung sind da sicherlich zu erwarten.

Neu auf dem Eis: Nach Toren gibt es eine kurze, 30-sekündige Unterbrechung. Außerdem werden Verlängerungen künftig mit drei gegen drei gespielt. In meinen Augen ist das ein Vorteil für die Top-Teams. Ob das stimmt, bedarf erst noch einer statistischen Auswertung, ich freue mich schon. Außerdem soll es beim Torraumabseits künftig die Unterscheidung zwischen freiwilligem und unfreiwilligem geben, bei unfreiwilligem spielt es keine Rolle mehr. Das wird tolle Diskussionen geben. Kleine Veränderungen gibt es bei den Startzeiten: Die frühen Spiele am Sonntag beginnen eine halbe Stunde früher, die späten Spiele später. Das heißt mit anderen Worten: Der Eishockey-Sonntag wird verdammt lange.

Die DEL ist südlicher geworden durch den Wegfall der Freezers, wenn auch nur ein paar Kilometer.

Die Adresse des Tippspiels: www.kicktipp.de/eisdel1617

1. Fischtown Pinguins Bremerhaven

Durch den Rückzug der Freezers wurde ein Platz einer DEL vakant, die Lizenz konnte sich Bremerhaven sichern. Soweit also eine ganz typische DEL-Aufstiegsgeschichte. In die DEL kommst du nicht aufgrund sportlicher Meriten – als dreifacher Zweiliga-Meister sind die Pinguins nicht ohne – sondern mit Unterschriften.

Wie das bei einem Neuzugang in der DEL eben so ist, Bremerhaven stellt eine komplett neu zusammengestellte Mannschaft, daher macht es auch nicht allzu viel Sinn, sich genauer anzuschauen, wie sich die neuen Nordlichter der DEL eigentlich in ihrer DEL2-Abschiedssaison geschlagen haben. Gerade einmal drei Spieler, Kevin Lavallée, Gino Blank und Dominik Tiffels, alle unter anderem mit Hamburger Vergangenheit, haben DEL-Erfahrungen aufzuweisen. Und ohne despektierlich erscheinen zu wollen, sind das keine Namen, die beim Gegner die Beine schlottern lassen.

Um was geht es für die Pinguins in ihrer ersten Saison?: Sie wollen und müssen sich etablieren. Und sie werden lernen, dass man dafür einen langen Atem braucht. Im Prinzip ist eigentlich alles, was besser als Platz 14 ist, schon ein Erfolg. Und alles, was besser als Platz 14 ist, wäre auch eine Überraschung.

2. Düsseldorfer EG

Ich höre schon den Einwand: Wie? Erst Bremerhaven und direkt dahinter die DEG? Das passt doch gar nicht zusammen. Das sind doch zwei völlig unterschiedliche Kaliber. Böser Wille oder Zufall? Zufall! Die Reihenfolge der Teams in dieser Vorschau ist ausgewürfelt.

Die letzte Spielzeit hat die DEG auf Platz 5 abgeschlossen, das Playoff-Aus kam in der ersten Runde gegen den späteren Vizemeister Wolfsburg. Starteten die Düsseldorfer in der letzten Saison zehn Spielern in die neue Spielzeit, sieht der Umbau in der neuen Saison wesentlich zurückhaltender aus. Henry Haase, Rückkehrer Marco Nowak, Haudegen Alex Barta und Daniel Weiß, also alles deutsche Spieler, stoßen zum Kader von Christof Kreutzer dazu, gegangen sind Bobby Goepfert, der durchaus so etwas wie eine Identifikationsfigur war, aber keine große Rolle mehr spielte, Joonas Rönnberg, Corey Mapes, Daniel Fischbuch und David van der Gulik. Der einzige Abgänger, der nur schwer zu ersetzen sein wird, ist Ken-André Olimb. Das schmerzt so richtig.

Die DEG setzt also auf Konstanz. Das kann vor allem zu Saisonbeginn richtig viele Punkte bringen. Die Ausländerlizenzen sind bei weitem nicht ausgeschöpft. Ich bin fast sicher, dass sich im Angriff noch etwas tun wird.

3. Eisbären Berlin

Kämpfen die Eisbären eigentlich ums Überleben? Jetzt, wo die Anschutz-Gruppe entdeckt hat, dass man mit einer Halle vielleicht mehr Geld verdienen kann, wenn kein Eishockey darin gespielt wird. Die Tatsache, dass Uwe Krupp jüngst seinen Vertrag verlängert hat, spräche dagegen. Aber ich höre Martin Buchwieser einwerfen, „was sind schon Verträge?“. Doch nun zum Sportlichen. Es wird Zeit, dass die Eisbären wieder einmal etwas reißen. Die Hauptrunde der letzten Saison war eine Andeutung in dieser Richtung, doch das frühe Aus in den Playoffs, ausgerechnet gegen die Haie, war eine Enttäuschung.

Ein wenig Prominenz haben die Eisbären verloren: U.a T.J. Mulock, Petr Pohl, Mark Bell, insgesamt sind neun Spieler gegangen. Bekanntester Neuzugang aus der DEL ist Nick Petersen aus Iserlohn, der ebenso wie Daniel Fischbuch von einem Ligakonkurrenten kommt, Jamie MacQueen hat immerhin schon in der DEL2 gespielt. Mit KHLErfahrung, zuletzt in der Schweiz und Schweden aktiv, kommt der vielleicht interessanteste, Center Kyle Wilson.

Sind die Eisbären besser als in der letzten Saison? Nun ja, abgesehen von den Playoffs waren sie schon in der letzten Saison nicht unbedingt schwach.

4. Straubing Tigers

Nach zwei Jahren Playoffabwesenheit durften die Tigers in der letzten Saison endlich wieder Playoffluft schnuppern. War halt dann doch etwas unglücklich, dass es im Viertelfinale gleich gegen die Übermannschaft der Saison ging. Immerhin ließ man sich nicht sweepen wie im Finale Wolfsburg.

Larry Mitchell musste in Straubing genau das vornehmen, was in den Jahren zuvor so oft seine Aufgabe war: Der Mannschaft vor einer Saison ein fast völlig neue Gesicht zu verpassen. Elf Spieler haben sich aus Niederbayern verabschiedet, darunter befinden sich Namen, die in Straubing in den letzten Jahren eine wichtige Rolle spielten. Alex Dotzer (Wolfsburg), Blaine Down (Iserlohn) um ein paar Namen zu nennen. Nicht ganz unerwartet geht es für Mirko Höfflin nach seiner Leihzeit zurück nach Mannheim, Connor James ist genauso weg wie Ryan Bayda.

Und wer ist neu? Dimitri Pätzold ist von Schwenningen herübergewechselt. Jamie Bettauer kommt aus Augsburg, Adam Mitchell gehört zu den glücklichen Hamburgern, die ein neues Zuhause gefunden haben. Aus der DEL kennen wir zudem noch Derek Whitmore oder Alex Oblinger und Michael Connolly. Was ist von den Tigers zu erwarten? Sie werden wieder stark in die Saison starten. Larry-Mitchell-Mannschaften starten immer stark in die Saison. Siehe die letzte Spielzeit der Tigers. Aber mehr als ein Preplayoff-Platz wäre schon sehr optimistisch. Es kommt halt darauf an, wie es mit den neuen klickt.

5. Schwenninger Wild Wings

Ist Will Acton noch da? Ja, er ist noch da. Das schien mir zunächst einmal die wichtigste Frage. Aber die war sowieso schon vorher beantwortet, schließlich war man bei den Schwarzwäldern in der letzten Saison clever genug, den Vertrag mit ihm vorzeitig zu verlängern. Hervorragend funktionierte er letzte Saison mit Andrée Hult (auch noch da) und Marcel Kurth (ebenso). Nur einer derer, die diese Prunkreihe der Wild Wings in der letzten Saison prägte, Damien Fleury, hat sich verabschiedet, spielt jetzt in der KHL. Man wecke mich nachts zum halb vier, frage mich nach den wichtigsten Stichpunkten zu den Wild Wings, und es wären diese vier Spieler, die ich spontan genannt hätte.

Abgesehen davon war die letzte Saison der Wild Wings, als sie abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz landeten, nicht sonderlich prunkvoll, aber jetzt ist ja Bremerhaven, das Team mit noch weniger DEL-Erfahrung da. Neun Abgänge hat Schwenningen zu verzeichnen: Ashton Rome (Iserlohn), Yan Stastny (bestimmt verletzt), Hannu Pikkarainen, Rob Brown wären unter anderem zu nennen.

Neu im Kader aus der DEL unter anderem: Marc El-Sayed aus Nürnberg, Uli Maurer aus München, Jerome Samson aus München, Kai Herpich aus München, Lennart Palausch nicht aus München (Wahrscheinlich wieder so ein Nachwuchsakteur, dem die Adler in einem Jahr spätestens nachtrauern). Dustin Strahlmeier kommt aus Straubing neu dazu, aber dafür haben die Tigers ja Pätzold bekommen.

Verabschiedet hat sich bei den Wild Wings, sollte man nicht unerwähnt lassen, Helmut de Raaf, dafür ist Pat Cortina zurück hinter der Bande eines DEL-Teams. Was die Wild Wings in dieser Saison brauchen, wäre eine größere Tiefe im Kader. Ob es die gibt, bleibt abzuwarten. So bleiben sie zunächst ein sicherer Tipp für einen der Plätze zwischen 9 und 14. Sep. 2016

6. ERC Ingolstadt

Irgendwie eigenartig, die Panther und ihre Trainer. Die letzten Jahre beim ERC waren doch alle mehr oder weniger ziemlich erfolgreich, oder? Und dennoch ist Tommy Samuelsson seit der Meisterschaft unter Niklas Sundblad (2013/14) bereits der fünfte Amtsinhaber. Und nur einer davon, Emanuel Viveiros, musste gehen, weil man ihn nicht mehr haben wollte.

Es gibt durchaus ein paar Veränderung im Kader des ERC, aber es ist sicherlich kein Nachteil, dass man die gesamte Verteidigung zusammenhalten konnte, abgesehen von Stephan Kronthaler.

Acht Abgänge gab es, unter anderem Alex Barta, Tomas Kubalik, Brandon McMillin, Brian Lebler, Martin Davidek, Jared Ross. Sozusagen aus der Konkursmasse der Freezers hat man sich Thomas Oppenheimer und Martin Buchwieser geschnappt, definitiv kein Verlustgeschäft. Aus der DEL wäre außerdem noch Petr Pohl zu nennen. Ingesamt hört sich all das nicht unbedingt nach einer Schwächung an. Ich gehe davon aus, dass die Playoffs nicht ohne den ERC stattfinden werden. Aber: Eine Mannschaft ist IMMER die große Enttäuschung. Das ist in jeder DEL-Saison so. Dass ich dies ausgerechnet beim ERC erwähne, ist Zufall, ich wollte es einfach nicht vergessen.

7. Augsburger Panther

Playoffs für den AEV? Das wäre doch wieder mal ganz schön. Ist nämlich schon ganz schön lange her. Und in den letzten drei Jahren …

Die Panther müssen wieder einmal umbauen. Elf Spieler haben den Club verlassen. Nach der letzten Saison legte die Vernunft nahe, dass man vielleicht etwas für die Defensive tun könnte. Und das hat man auch getan. Jamie Bettauer, Evan Oberg, Bretton Stamler mussten sich verabschieden. Mit Scott Valentine hat man sich Verstärkung aus Krefeld geholt neben drei weiteren Verteidigern, die in der DEL noch nicht praktiziert haben. Jeff Deslauriers ist gegangen, dafür hat man von Freiburg Jonathan Boutin geholt. Auf den ersten Blick ist man mit Benjamin Meisner und Boutin nicht unbedingt optimal aufgestellt, dass Meisner Potential hat, ist unbestritten. Aber eine ganze Saison? Ist jedenfalls eine interessante Baustelle. Zwei Hamburger Angreifer, Michael Davies und Jaroslav Hafenrichter, hat es zu den Schwaben verschlagen, ohne DEL-Erfahrung sind David Stieler und Evan Trupp, was immer spannend ist. Ein Preplayoffplatz scheint mir nicht zwingend, aber auch nicht nicht unmöglich.

8. Kölner Haie

Das Saisonhighlight der Haie war ohne Zweifel die Serie gegen Berlin. Im Unterschied zur letzten Spielzeit steht Cory Clouston in dieser Saison von Anfang an hinter der Bande. Und was man so von dem Kölner Coach erlebt hat, könnte das ein großer Vorteil werden.

Die Haie haben einen gewaltigen Umbruch zu verarbeiten, dreißig Spieler haben den Verein verlassen. Und anderem Per Åslund, Dragan Umicevic, Alex Weiß, Alexander Andreas Falk, Charlie Stephens, Daniel Syvret und 23 mal Mirko Lüdemann. Schwer vorzustellen, eine Haie Mannschaft ohne Lüdemann, sehr schwer vorzustellen.

In der Defense ist weitgehend alles beim alten geblieben, abgesehen von Lüdemann, der durch Corey Potter ersetzt wurde. Im Angriff sieht es dagegen schon ein wenig anders aus. T.J. Mulock kommt aus Berlin, Kai Hospelt kommt in seine Heimat zurück aus Mannheim, Nico Krämmer aus Hamburg, dazu wäre mit Travis Turnbull noch ein weiterer Spieler zu nennen, der sich in der DEL bereits einen Namen gemacht hat, er spielte zuletzt in Schweden. Und nicht vergessen wollen wir Max Reinhart, den berühmten Theater- und Filmregisseur aus Österreich, der schon dafür sorgen wird, dass die Saison in Köln anständig inszeniert wird. Für die Haie ist er im Angriff aktiv. Die Haie in den Playoffs? Klare Sache. Und ich gehe auch davon aus, dass sie in der Hauptrunde dafür eine bessere Basis legen als in der letzten Saison.

9. Adler Mannheim

Der Club für alle, denen zu schnell langweilig wird. Zu Saisonbeginn ist Sean Simpson der Trainer, ein DEL-Rückkehrer, der zuletzt in der Schweiz tätig war. Das Beste an der letzten Saison ist eigentlich, dass sie vorbei ist. Und das es danach einen Umbruch geben würde, war eigentlich auch klar. Zwölf Akteure haben den Club verlassen, Jon Rheault, Glen Metropolit, Kai Hospelt, Martin Buchwieser, Brandon Yip sind darunter, Jochen Hecht hat seine Karriere beendet. Die Veränderungen in der Verteidigung sind nicht sonderlich schockierend mit Abgängen wie Christopher Fischer, Steven Wagner und Matt Lashoff. Dazugekommen ist hier lediglich Aaron Johnston.

Namhafter wird es im Angriff, für den man Garrett Festerling und David Wolf aus Hamburg, Daniel Sparre aus München geholt hat. Aus Straubing kommt Mirko Höfflin zurück. Wichtiger noch ist die Rückkehr von Matthias Plachta. Dazu kommt aus der Schweiz Chad Kolarik. Auf dem Partie hört sich das alles nicht schlecht an. Aber irgendwo bleiben die Adler dann doch immer die Adler. Im Normalfall musst du mit dem Heimrecht im Viertelfinale kalkulieren, aber man wird mit den Jahren vorsichtig.

10. Grizzlys Wolfsburg

Viel falsch zu machen, scheint man in Wolfsburg nicht. Irgendwie sind die Grizzlys immer ein sicherer Playoff-Tipp, auch wenn es bisher nie zum ganz großen Sprung reichte. Die Konstanz hängt natürlich auch mit der jeweils nur behutsam veränderten Teamzusammenstellung zusammen. Sieben Abgänge gab es diesmal, Tim Hambly, Marco Rosa sind sicherlich auch Leistungsträger, aber sowas konnte Wolfsburg immer gut wegstecken. Neben Daniel Widing, Tim Wallace hat sich auch Kurtis McLean verabschiedet. Für die Defense sind Jeremy Dehner und Alex Dotzer dazugekommen. Im Angriff sind unter anderem Alex Weiß und Philipp Riefers für die Grizzlys tätig. Mit den ganz großen Namen warten die Grizzlys bei Neuzugängen selten auf, das ist auch diesmal nicht anders. Aber irgendwie, irgendwie kriegen sie es doch immer wieder hin. Unter den ersten Acht erwarte ich die Niedersachsen schon. Nur nicht beim Zuschauerschnitt.

11. Iserlohn Roosters

Eine der großen positiven Überraschungen der letzten Saison waren die Roosters. Nach der Hauptrunde belegte man Platz 3, es wird schwer, dieses Kunststück zu wiederholen. Denn allzu viele sind von der Vorsaison nicht mehr da. Mike York, Brodie Dupont, Bobby Raymond, Nick Peterson, Brooks Macek, um nur einige der elf Abgänge zu nennen. Der Mannschaft steht ein kompletter Umbruch bevor, mit allen Konsequenzen, die ein solcher Umbruch in der Regel hat.

Für die Defense neu dabei sind Hannu Pikkarainen (von Schwenningen) und Christopher Fischer, der in Iserlohn sicherlich mehr Eiszeit als in Mannheim erhalten wird. Von den Neuzugängen im Angriff (sechs) kennt man aus der DEL bereits Ashton Rome und vor allem Blaine Down. Und man hat auch tatsächlich noch ein paar Kanadier gefunden (ohne jetzt alle Neuzugänge aufzählen zu wollen), die bisher nicht in Iserlohn spielten. Gut, die Abgänge sind natürlich auch irgendwie zu kompensieren. Die Vorsaison werden die Roosters nicht wiederholen können. Ich glaube, eine erneute direkte Playoffteilnahme wäre schon ein Riesenerfolg.

12. EHC Red Bull München

In eine Favoritenrolle sehen sich die Münchner gedrängt, sie haben bereits in der letzten Spielzeit gezeigt, dass sie damit sehr gut zurechtkommen. Ein bisschen überraschend kommt der Abgang von Jeremy Dehner, für die Münchner ein echter Qualitätsverlust in der Defense, aber dass Toni Söderholm nicht ewig Eishockey spielen würde, damit war zu rechnen. Acht Spieler haben den Club verlassen, darunter Frédéric St-Denis und Daniel Sparre, der nach Mannheim gewechselt ist. Doch der Meister ist der Meister und hat auch das entsprechende Budget, für die Defense sind Derek Joslin und Deron Quint dazugekommen. Für den Angriff hat man bei der (ehemaligen) Ligakonkurrenz genascht, mit Brooks Macek, Jon Matsumoto und Jerome Flaake drei Neuzugänge. Unter dem Strich sehen die Bayern nicht schlechter aufgestellt als in der letzten Saison aus. Ich gehe hier auch von Heimrecht in den Playoffs aus. Möglicherweise bis zum Schluss.

13. Krefeld Pinguine

Stellen wir beim KEV mal Abgänge: Tomas Duba, Scott Valentine, Oliver Mebus, David Fischer, Andi Driendl, Dominik Meisinger, Henrik Eriksson und Yared Hagos den Neuzugängen gegenüber: Tim Hambly, Kyle Klubertanz, Mike Little (der schon letztes Jahr vor dem Sprung in die DEL stand), Marcel Müller (den sich die Pinguine ohne das Aus in Hamburg wohl kaum hätten leisten können), Mark Mancari (den der AEV mit Kusshand weggehen ließ) Marco Rosa und Dragan Umicevic (um die namhaftesten zu nennen), stehen sie mit ihrem Kader in meinen Augen besser da als letzte Saison. Von der Papierform her. Müssen sie jetzt nur auf dem Eis noch beweisen, allzu schwer dürfte es jedoch nicht werden, Rang 13 vom letzten Jahr zu übertreffen. Das größte Problem her sehe ich hier, wie bei allen Teams, die so viele Spieler austauschen, darin, alte und neue Spieler zu einer Einheit zu integrieren. Wollte ich mir eine konkrete Aussage entlocken lassen, würde ich sagen, nicht besser als 6.

14. Nürnberg Ice Tigers

Habe ich eben schon von einem großen Umbruch bei Krefeld gesprochen, sieht es nicht viel anders in Nürnberg aus. Als wichtigste Baustelle scheint man bei den Franken die Defense ausgemacht zu haben. In der stehen nämlich nicht mehr viele, die bereits in der letzten Saison für Nürnberg gespielt haben. Weg sind Derek Joslin, David Printz, Kyle Klubertanz, Kurtis Foster … hm, leichter ist es eigentlich zu sagen, wer noch geblieben ist, Nachverpflichtung Sasa Martinovic und Marcus Weber. Tatsächlich bedeutet das nichts anderes, als dass die Ice Tigers die Defense komplett neu aufstellen. Gekommen sind Brett Festerling, der mit einer langwierigen Handverletzung in Hamburg schon fast als Sportinvalide galt, Daniel Syvret, Oliver Mebus und Colten Teubert, alle mit DEL-Erfahrung. Und mit Jesse Blacker ein erfahrener, wenn auch noch junger AHL-Spieler. Für die Offense kam Philippe Dupuis aus Hamburg, ansonsten hat man sich ein wenig in Österreich umgetan. Ganz ehrlich gesagt kann ich die Franken noch nicht so richtig einschätzen, was auch damit zusammenhängt, dass mir der Komplettneuaufbau der Defense ein wenig riskant vorkommt. Aber mach was.

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9 Gedanken zu “Saison 2016/17 – Vorschau

  1. Hey Olaf, wieder toll geschrieben
    Du hast aber Andrew McPherson bei Bremerhaven vergessen. Auch der hat schon DEL-Erfahrung gesammelt in Straubing, in der Saison 07/08 🙂

  2. Endlich wieder Eishockey \o/

    Wie dämlich kann man eine neue Seite denn eigentlich nennen? Das merkt sich doch keine Sau. Aber egal, für Statistiken gibts es ja unsere fast norwegische Arbeitsbiene^^

    Und dann noch einen virtuellen Schulterklappser für Perca. Verdammt mistig gelaufen das ganze 😦 Aber hey, andere Mütter haben auch schöne Eishockyclubs (oder so), auch wenn die erste große Liebe natürlich schwer zu vergessen ist.

    Meine Abschlusstabelle (natürlich völlig ohne Brille…not^^)

    1. EHC München
    2. ADLER MANNHEIM
    3. Kölner Haie
    4. Eisbären Berlin
    5. Grizzly Adams Wolfsburg
    6. EHC Ingolstadt
    7. DEG
    8. Iserlohn Roosters (Verdammt schwere Verluste)
    9. Nürnberg Ice Tigers
    10. Augsburg Panther
    11. Straubing Tigers
    12. Krefeld Pinguine
    13. Schwenningen Wild Wings
    14. Fishtown Bremerhaven

    Die Mannheimer Saison wird sicher nicht einfach und von Schwankungen geprägt, so ein Umbruch passiert nicht von heute auf morgen (hmm, irgendwoher kenn ich diese Prognose doch schon^^). Ich freue mich aber auf Höfflin und Plachta.

    So, und jetzt wünsche ich allen eine schöne Eishockeysaison mit vielen Toren, wenig Verletzungen und am Ende einen Adler mit dem Pokal in der Hand!

    PS: Sag mal Olaf, haben sie den Buchwieser geklont, oder wie kann der gleichzeitig aus Hamburg und aus Mannheim zum EHC wechseln?^^

    1. Das eine ist Martin JÜRGEN Buchwieser, das andere Martin UWE Buchwieser. Das ist schon ein Unterschied. Der zweite ist zwei Jahre jünger. Den gingen die Vornamen aus. Bayern halt, keine Phantasie.

  3. :D: Huhu ans Inventar :D:
    Gucke schon seit Tagen immer wieder hier rein, weil ich es nicht erwarten konnte…
    Als Exilantin freut mich am meisten, dass ich jetzt auch fern der Heimat alle Spiele gucken kann.
    So fürchterlich traurig das mit den Freezers war, ist es doch auch spannend mal wieder ein neues Team in der Liga zu haben. (Schönen Gruß übrigens ans die Jungs aus Bremerhaven, die beim Wintergame in Nürnberg neben mir saßen – komme Euch sicher diese Saison mal besuchen)
    @Perca: hast Du den Fischköppen mit Absicht ne 15 davor geschrieben – also noch schlechter als letzter??
    Zur Tabelle: erste vier stimme ich zu, dahinter sehe ich WOB und Nürnberg aber vor der DEG. Krefeld und Straubing sehe ich etwas weiter oben und Iserlohn wird sich diese Saison sicher deutlich schwerer tun. Augsburg ist ne Wundertüte und ING vermutlich auch.
    @Olaf: die Verteidigung in Nürnberg war sicher letzte Saison die Baustelle – wir haben ja nicht umsonst so viele Gegentore eingefangen. Ein so großer Umbruch in der Defense war aber sicher nicht der Wunsch. Joslin und Printz hätte man sicher auch gern behalten. Spannender finde ich da eher die Torhüterfrage…

    Schön, dass es endlich losgeht, wünsche allen eine tolle Saison!

  4. Gut geschrieben Finde nur wenn man die LEtzten 5 Saisons Anschaut müsste dieser Satz „m Normalfall musst du mit dem Heimrecht im Viertelfinale kalkulieren, aber man wird mit den Jahren vorsichtig.“ Z.B eher bei Köln als bei den Adlern stehen 😉

  5. Schön,
    wieder von Dir zu lesen, Olaf:)

    „Aber: Eine Mannschaft ist IMMER die große Enttäuschung. Das ist in jeder DEL-Saison so. Dass ich dies ausgerechnet beim ERC erwähne, ist Zufall, ich wollte es einfach nicht vergessen.“
    Ich hoffe, das war wirklich nur´n Zufall, die große Enttäuschung hatten wir in IN schon letzte Saison, sowas brauch ich nicht nochmals 😉

  6. Schön zu lesen, mal wieder mit viel Witz, habe ich den Sommer über schon vermisst. Apropos vermisst, es ist immer noch schwer zu begreifen, dass dies die letzte Zusammenfassung sein wird, in der man von Hamburg lesen wird…
    Standort Berlin sollte sicher sein, man hört es schon munkeln, dass AEG festgestellt hat, dass es doch etwas schwerer sein soll, ohne Dauermieter eine Arena zu führen, die sicheren dauerhaften Einnahmen fehlen und es ist doch schwerer, die zwar zweifelsfrei lukrativeren, aber eh schon nahezu ausgebuchten Stars dazu zu bewegen, in der Arena zu spielen.
    Malla wäre wohl auch ohne das Aus nach Krefeld gegangen, er ist wohl der große Verlierer, er soll einen Auflösungsvertrag der Freezers vorliegen gehabt haben, den er nur noch unterschreiben musste um eine schöne Abfindung zu kassieren… blöd nur, dass er erst seinen Urlaub beenden wollte bevor er unterschreiben wollte und dann das Aus dazwischen kam. Dies hat man jedenfalls so munkeln gehört 😉
    Ansonsten bin ich bei deiner Einschätzung ganz ähnlicher Meinung, nur fehlt mir deine in aller Bescheidenheit vorgetragene Abschlusstabelle.
    Mein Tipp:
    1. München
    2. Mannheim
    3. Köln
    4. Berlin
    5. DEG
    6. Wolfsburg
    7. Nürnberg
    8. Ingolstadt
    9. Iserlohn
    10. Augsburg
    11. Krefeld
    12. Straubing
    13. Schwenningen
    15. Fishtown

    1. Tausche Ingolstadt mit der DEG und Iserlohn mit Straubing, ich würde das so unterschreiben 😁

      Tach an Olaf und alle Mitleser, Endlichkeiten wieder los und seltsamerweise freue ich mich auf das 3:3 in der OT irgendwie am meisten.

      Auf eine schöne Saison!

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