Playoffs Viertelfinale: Nürnberg – Wolfsburg

Steht mit der Paarung Mannheim – Köln ein echter Klassiker ins Haus, ist das Duell zwischen Nürnberg und Wolfsburg wohl genau das Gegenteil. Zwangsläufig schon fällt da ein historischer Rückblick auf die Playoff-Duelle eher lakonisch aus.

Ein Playoff-Duell zwischen den beiden Teams gab es bisher nämlich genau ein einziges Mal, und das in jüngster Vergangenheit. In der vergangenen Spielzeit maßen die beiden Mannschaften ihre Kräfte in den Preplayoffs. Die Ice Tigers hatten damals ebenfalls Heimrecht. Sie konnten zwar das Auftaktspiel gewinnen, verabschiedeten sich aber dann nach zwei Niederlagen aus dem Rennen um den Titel.

Nürnberg ist zum 16. Mal in den Playoffs dabei, seit sie in der DEL spielen. Im Viertelfinale stehen sie zum 12. Mal. Ihre Bilanz fällt dabei höchst durchwachsen aus, wenn man bei einem Team von einem Viertelfinal-Trauma sprechen kann, dann wohl bei den Franken, eine Zeitlang war das sogar ein running gag. Nur zweimal konnten sie solche Serien für sich entscheiden – beide Male mit dem Heimvorteil ausgestattet.

Die Grizzlies sind zum sechsten Mal nach der Hauptrunde mit dabei, zum sechsten Mal in Folge. Zweimal war im Viertelfinale Endstation.

Die Spiele in der Hauptrunde

Die Bilanz spricht für die Grizzlies, die beide Heimspiele gewinnen konnten und einen Dreier aus Nürnberg entführten. Nicht aus dieser 3:1-Bilanz geht hervor, dass alle vier Partien sehr eng waren. Alle Partien endeten mit einem Treffer Unterschied, in den Heimspielen gewannen die Grizzlies 3:2 und 5:4 n.V. Das erste Spiel in Nürnberg gewannen sie 2:1, im zweiten unterlagen sie 3:4.

Saisonverlauf

Beide Mannschaften zeichneten sich in dieser Saison durch eine große Konstanz aus, kleinere Schwächephasen ausgenommen, aber die sind bei einer Saison über 52 Spieltage sowieso nie auszuschließen.

In Erinnerung bleibt bei Nürnberg – je nachdem, wie weit es in den Playoffs noch geht – auf jeden Fall der neue DEL-Startrekord. Mit neun Siegen in Folge begannen sie die Saison, ein Punktepolster erarbeitete man sich so, von dem man bis zum Ende zehren konnte. In der gesamten Hauptrunde standen die Ice Tigers nie schlechter als Platz 6 – als einzige DEL-Mannschaft standen sie in dieser Saison immer auf einem Playoffplatz.

Viel schlechter schlugen sich auch die Grizzlies nicht, die in dieser Saison nie schlechter als Platz 7 standen.

Form

Gegen Ende der Hauptrunde schien den Grizzlies, die praktisch die gesamte Saison über mit Greg Moore und Matt Dzieduszycki auf zwei wichtige Akteure verzichten mussten, ein wenig die Puste auszugehen. Durch die Niederlage in Düsseldorf am letzten Spieltag verspielten sie noch Platz 3 und damit das Heimrecht zum Start der Viertelfinalserie. Ingesamt verloren sie vier der letzten fünf Partien, übrigens durchweg gegen Teams – sieht man von der DEG ab, die ebenfalls nach der Hauptrunde weitermachen durften.

Anders sah es bei den Ice Tigers aus, die nach einer Schwächephase, deren Ursache nicht zuletzt in einigen wichtigen Ausfällen wie etwa Jame Pollock zu suchen ist, zweitweise wurden die Verteidiger bei den Franken ganz schön knapp, rechtzeitig beim  Einschwenken auf die Schlussgerade die Kurve noch einmal zu bekommen schienen. Ihre Bilanz aus den letzten fünf Spielen. Nach der Niederlage gegen Ingolstadt ließ man Siege gegen Schwenningen, Mannheim, Köln und Krefeld folgen und sicherte sich so auf den letzten Drücker noch Platz 3 bzw. den Heimvorteil gegen Wolfsburg.

Heimvorteil?

Interessante Frage, die Franken waren das zweitbeste Heimteam, Wolfsburg das zweibeste Auswärtsteam. Das gibt sich also nicht viel.

Goalies

Da stehen sich die Duos Tyler Weiman/Andreas Jenike bei Nürnberg und Sebastian Vogl sowie Daniar Dshunussow bei Wolfsbug gegenüber. Weiman hatte zuletzt ein paar schwächere Spiele, in zwei der letzten drei Saisonspielen hütete Jenike bei den Franken das Tor. Bei den Niedersachsen bestritt Vogl die meisten Saisonpartien und hatte die beste Fangquote aller DEL-Goalies.

Vorteil Wolfsburg

Verteidigung

Die Verteidigung ist bei den Grizzlies das Prunkstück, nur drei Mannschaften kassierten in der Hauptrunde weniger Gegentreffer. Mit Aaron Brocklehurst, Benedikt Kohl oder Jeff Likens verfügen die Grizzlies über schussstarke Defender, die in der Offensive ihren Beitrag leisten können. Aber in dieser Hinsicht sind auch die Franken mit Fredrik Eriksson (Verteidiger des Jahres!), Jame Pollock  und Ryan Caldwell nicht schlecht aufgestellt. Durch ihre offensivere Spielweise sind die Ice Tigers etwas anfälliger in der Defense.

Leichte Vorteile Wolfsburg

Angriff

Die Franken waren in der Hauptrunde mit Abstand das torgefährlichste Team der DEL. Hervorzuheben ist an dieser Stelle vor allem die Sturmreihe mit Yasin Ehliz, Patrick Reimer (Spieler UND Stürmer des Jahres), so wie Steven Reinprecht, den ich persönlich in der Wahl zum Stürmer des Jahres sogar noch vor Reimer verortet hätte, aber das nur so nebenbei. Wenn Wolfsburg diese Reihe in Griff bekommt, wäre ein großer Schritt getan. Bei den Grizzlies schmerzt der bereits angesprochene Ausfall zweier Top-Angreifer wie Dzieduszycki und Moore schwer.

Klarer Vorteil Nürnberg

Specialteams

Die Ice Tigers waren das beste Überzahlteam der Hauptrunde, das Powerplay der Grizzlies landete auf Platz 4. In Unterzahl lagen beide Teams fast gleichauf im Mittelfeld.

Kein Vorteil

Ausfälle

Während die Ausfälle bei den Grizzlies schon angesprochen wurden, kann man bei Nürnberg aus dem Vollen schöpfen, alle Spieler sind fit – da hat man dann das Luxusproblem, entscheiden zu müssen, wer die Partie von der Tribüne beobachten muss.

Fazit: Ich erwarte eine verbissene Serie zwischen zwei Teams, bei denen noch die ein oder andere Rechnung offen ist. Die Specialteams dürften zu einem wichtigen Faktor werden. Disziplin wird eine entscheidende Rolle spielen. Die Grizzlies haben nur eine Chance, wenn sie den Angriffswirbel Nürnbergs stoppen können. Am Ende setzt sich Nürnberg durch: 4:2

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2 Gedanken zu “Playoffs Viertelfinale: Nürnberg – Wolfsburg

  1. @Olaf @frosti
    schön, dass Ihr das so optimistisch seht 🙂
    Ehrlich gesagt wäre mir jedes andere Team im Viertelfinale lieber gewesen als die Grizzlies, denn die liegen uns einfach nicht. Wenn man sich die Bilanz von Pavel Gross gegen uns anguckt, sagt das einiges aus.
    Leider haben sich meine Befürchtungen bisher auch bewahrheitet. Verlieren kann man, klar. Die Spiele gegen WOB waren oft eng. Was mir allerdings Sorgen macht, ist die Art und Weise wie wir bisher verloren haben – wenn uns da kein mittel einfällt, wird das ein Sweep für die Müllmänner.

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