Viertelfinals – Vorschau, Teil zwei

Teil zwei der Viertelfinalvorschau. Diesmal mit den Großkopferten. Ein Traditionsduell, und eines, das sich gerade dazu entwickelt. Vor zwei Monaten wäre es in dieser Vorschau nur um Kanonenfutter gegangen. Aber mittlerweile ist das mit den Eisbären ja so eine Sache.

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Adler Mannheim – Thomas Sabo Ice Tigers

Die Adler: Bester Angriff der DEL, beste Verteidigung der DEL, bester Verteidiger der DEL, Rookie des Jahres, beste Hauptrunde in der DEL aller Zeiten. Was mich im Zusammenhang mit den Adlern während der Hauptrunde echt genervt hat, waren die Kollegen vom übertragenen Sender, die immer wieder meinten: „Dass Mannheim so stark ist, hätten Sie das gedacht? So unter Pavel Gross in der ersten Saison?“  Bitte? Im Vergleich womit? Mit Wolfsburg, wo er über mehrere Jahre ein Team aufgebaut hat?

Man kann ja wohl festhalten, dass es in Mannheim durchaus eine gesunde Grundstruktur gab, was das spielerische Grundmaterial betrifft. Und die Neuzugänge wurden sehr gut integriert. Man könnte Gross höchstens zum Vorwurf machen, dass er die erste Saison in Mannheim nicht in den Sand gesetzt hat.  Ich nehme für mich jedenfalls in Anspruch, dass ich mir das so oder so ähnlich vorgestellt habe, sonst hätte ich nicht auf Mannheim als Meister gesetzt. Ich will nicht ausschließen, dass München Meister werden kann, aber die Zeit der Alleinherrschaft ist vorbei. Und das ist gut so.

Ja, die Adler müssen erst noch ein paar Hürden nehmen, München muss noch ein paar Hürden nehmen. Aber offen gesprochen gehe ich fest davon auf, dass es im Finale zum Showdown zwischen diesen beiden Teams kommen wird, davon gehe ich schon seit Monaten aus. Diese beiden Teams spielten in dieser Saison einfach in einer anderen Liga.

Gegen Ende der ersten Saisonhälfte ging dies ein bisschen verloren, aber die Adler dominierten ihre Gegner phasenweise in einem Ausmaße, wie man das von den Münchnern in ihren besten Zeiten kannte. Sie liegen in allen Offensivstatistiken weit vorne, wenn sie sie nicht anführen. Wenn sie es in dieser Saison nicht mindestens bis ins Finale schaffen, ist das, sportlich gesehen, trotz aller Vorschusslorbeeren, eine Katastrophe.

Gegner sind die Ice Tigers. Die haben alles andere als überzeugende Preplayoffs gespielt, setzten sich gegen waidwunde Pinguins, 4,5 Verteidiger, nach zwei Auswärtssiegen durch. (Nürnberg hat nicht gegen Bremerhaven gewonnen, sie haben gegen Bremerhaven nicht verloren – Das beschreibt die Serie viel besser. Die Pinguins spielten in den PPOs ohne Powerplay. Das wird Mannheim nicht passieren. Und auch die Bank der Adler ist wesentlich länger.) Und das nach einer denkbar düsteren Hauptrunde, immerhin sicherten sie sich die sechste Viertelfinalteilnahme in Folge. Es hätte die siebte sein können, wären sie in der Saison 2012/13 nicht gegen Gross‘ Wolfsburg rausgeflogen.

Dazu habe ich übrigens noch eine ganz lustige Statistik. Unter Gross trafen die Grizzlys 2012/13 (PPO), 2013/14 (VF), 2015/16 (HF) UND 2016/17 (HF), also insgesamt vier Mal, auf Nürnberg. Das waren immer Einbahnstraßen für die Franken. Durchfahrt verboten.

(Auf Hinweis von Günter noch die Ergänzung: Nicht in der Liste ist der Achtelfinalsieg der Adler in der Saison 95/96)

Das könnte man jetzt beispielsweise zu den Serien der Adler gegen Nürnberg addieren, in der Summe macht das elf. Das stellt eine Primzahl dar, was in diesem Zusammenhang eine völlig irrelevante Information ist.

Sieben Playoffserien, bezieht man die PPO 2010/11 mit ein, zwischen Mannheim und Nürnberg gab es bisher. Die Bilanz aus Sicht der Franken ist erschütternd. Einmal in den PPO, viermal im Viertelfinale und zweimal im Finale war die Hürde Mannheim für die Ice Tigers einfach zu hoch.

 

Und nie während dieser Serien gingen die Ice Tigers außenseiterer in eine Serie gegen die Adler. Nie war der Abstand zwischen Mannheim und Nürnberg nach der Hauptrunde größer als in dieser Spielzeit, wenn sie sich in den Playoffs gegenüberstanden.

Zeit für eine kleine Spielerei, hier die Abschlusstabelle, wenn nur die Spiele berücksichtigt werden, die die Viertelfinalteilnehmer untereinander ausgetragen haben.

Das ist schon ziemlich krass. Nürnberg hat gegen die Teams vor ihnen in dieser Tabelle nur SIEBEN Siege geholt (eine Verlängerungsniederlage, ein Shootoutsieg ergeben die fehlenden Punkte). Die Dominanz von Mannheim und München wird deutlich unterstrichen. Übrigens auch wieder ein Argument für Ingolstadt, dass ich gegen Köln leicht favorisiere: Gegen die starken Teams schneidet der ERC etwas besser ab als Köln. Gering ist der Unterschied zwischen Düsseldorf und Augsburg, der durch den Heimvorteil der Panther ausgeglichen wird, ganz abgesehen von der Verletzungsproblematik bei der DEG.

Ich sehe das so: Die Eisbären brauchen ein immer kleiner werdendes Wunder, so wie sich zuletzt präsentierten. Aber Nürnberg braucht definitiv göttliches Eingreifen.

Wie liefen die Spiele der Hauptrunde? Dieses war der erste Sweep. Mannheim gewann zweimal 4:1 in Nürnberg, zu Hause war es schon enger, 4:2 und 4:3. Was die Serie eventuell schwierig für die Adler machen könnte, sie können sich nur blamieren.  Ich glaube nicht, dass es viele gibt, die auch nur einen Pfifferling auf Nürnberg setzen. Die Ice Tigers können  nur gewinnen, weil sie nach dieser Hauptrunde nichts mehr zu verlieren haben. Es wäre schon eine Sensation, wenn die Serie über die volle Distanz geht. Aber dass Nürnberg sich durchsetzt? No way in hell.

Red Bull München – Eisbären Berlin

Der Weg zum Titel, in den letzten Jahren führte er für die Münchner immer nur über Berlin. 2016/17 gab es dieses Duell im Halbfinale, im Jahr darauf eine Runde später, erstmals stehen  sich beide Teams im Viertelfinale gegenüber.

Es ist jetzt nicht unbedingt davon auszugehen, dass die Serie so spannend wird wie im vergangenen Jahr, als den Eisbären am Ende ein Sieg zum Titel fehlte. Sie schafften es, München in der Finalserie alles abzuverlangen. Allerdings war die Ausgangssituation für die Eisbären in der letzten Saison auch deutlich besser, was nicht anders zu erwarten ist, schlossen sie die Hauptrunde doch als Zweiter hinter den Bayern ab.

Ähnlich wie für die Serie Mannheim vs. Nürnberg gilt aber auch hier: München hat alle Playoffduelle gewonnen.

Von allen Playoffteams gehen die Eisbären mit der besten Serie in ihr Viertelfinalduell. Sie gewannen die letzten vier Hauptrundenspiele, sweepten Straubing in den Preplayoffs. Das macht unter dem Strich sechs Siege am Stück. Dagegen ging den Münchnern gegen Ende der Hauptrunde ein wenig die Puste aus, was jedoch auch damit zusammenhängen mag, dass sie aus eigener Kraft nicht mehr Hauptrundensieger werden konnten, so hat man möglicherweise bei den Niederlagen gegen Schwenningen und Bremerhaven einfach etwas Kraft sparen wollen. Wenn vielleicht auch nicht bewusst.

Ein paar Zahlen zur Hauptrunde: Die Münchner erzielten nach Mannheim die meisten Tore in der Hauptrunde und kassierten, ebenfalls nach den Adlern, die wenigsten Gegentreffer. Demgegenüber sieht es bei den Berlinern so aus: Sie hatten von allen Viertelfinalisten die schlechteste Tordifferenz, schossen die wenigsten Tore (2,8 pro Partie) und kassierten nach Nürnberg die meisten Gegentreffer. Nehmen wir aber nur die letzten sieben HR-Partien der Berliner, ändert sich das Bild etwas: Sie steigerten ihren Toreschnitt auf mehr als vier Treffer pro Partie.

Wie sah es bei den Partien in der Hauptrunde aus? Das unterscheidet sich nicht wesentlich vom Duell Mannheim vs. Nürnberg. München gewann alle vier Spiele, 3:1 und 4:3 n.V. zu Hause und 4:2 sowie 6:2 in Berlin.

 

Gerade nach den letzten Spielen fällt es mir schwer, die Eisbären abzuschreiben. Da ist in den letzten Wochen noch was passiert, als Gegner sind sie jedenfalls deutlich ernster zu nehmen als etwa Nürnberg. Die Münchner, die durch die Zusatzbelastung der Champions League, wo sie erst im Finale scheiterten, haben zudem schon eine lange Saison hinter sich. Sie gehen ähnlich wie die Eisbären nicht ohne Verletzungsausfälle, Stichwort Jason Jaffray, in die Playoffs. Dennoch gehen sie in die Serie gegen Berlin wieder als Favorit, ich rechne jedoch schon damit, dass diese Serie länger dauert als die, die am selben Tag in Mannheim beginnt.

Wie gesagt, das Finale Mannheim vs. München halte ich für unumgänglich. Andernfalls schaffen es die Eisbären. Diese Einschätzung kann aber nach den vier Viertelfinals schon wieder völlig anders aussehen.

Heiner

München – Berlin 1:2
Mannheim – Nürnberg 1:2

Man mag über diese Tipps lächeln. Ich weise aber darauf hin, dass Heiner alle Preplayoffspiele richtig tippte. ALLE FÜNF. Sick.

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5 Kommentare zu „Viertelfinals – Vorschau, Teil zwei

  1. o.k. Augen (vor Mnnhm/Pavel) zu und durch 😀
    ♡ Dank an Heiner für die moralische Unterstützung ♡
    Meine Serien-Tipps:
    MAN-NIT 4:0
    KEC-ING 4:3
    AEV-DEG 4:2
    RBM-EBB 3:4

  2. Okay, so langsam versteh ich, wieso Mrs Pucki keine Lust auf das Duell hatte^^ Die Zusatzinfo mit der Bilanz gegen Gross ist natürlich witzig.

  3. Hihi Heiner, der alte Zockprofi ist eben auch im PO-Modus, und um Boden gutzumachen, tippt er gegenQuote. Oder stammt er etwa aus Nürnberg…?

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