Playoff-Vorspiel(e)

Ab sofort wirds ernst. Fast bis zur letzten Spielminute musste man am Sonntag warten, bis die Preplayoff- bzw. Playoffpaarungen feststanden. Erstmalig überhaupt musste das Torverhältnis über die Plätze drei, vier UND fünf den Ausschlag geben. Wenn das ein Vorgeschmack war …

Ehrlich gesagt stehen uns in den Preplayoffs meines Erachtens zwei sehr unterschiedliche Duelle bevor. Bei jeder anderen Konstellation wäre ich davon ausgegangen, dass sich die Tigers und die Eisbären für die nächste Runde, sprich das Viertelfinale qualifizieren. Aber so ist das ja wohl kaum noch möglich …

Konferenz Spiel 1
Konferenz Spiel 2
Spiel 3 Bremerhaven vs. Nürnberg

Tippspiel

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Bremerhaven – Nürnberg

Es ist schon ganz schön beachtlich, was Fischtown im dritten Jahr DEL geleistet hat. Und die Pinguins werden jedes Jahr besser. Im ersten Jahr endeten sie auf Platz zehn, mit einem Punkt (64) mehr als die DEG zogen sie in die Preplayoffs ein. Im zweiten Jahr wurden sie Neunter, diesmal betrug der Vorsprung (75 Punkte) auf Platz elf schon sieben Zähler (wieder die DEG). Mit einem neuen Punkterekord (81) schlossen sie ihre dritte DEL-Hauptrunde ab, wurden Siebter mit diesmal schon 20 Zählern Vorsprung, verpassten den Sprung direkt ins Viertelfinale lediglich mit zwei Punkten Rückstand auf … wieder die DEG.

Und auf wen trafen sie IMMER, wenn sie, und das schafften sie bisher bei jedem Versuch, sich in der Vor-Playoffrunde durchsetzten? München. JEDES MAL. Alleine das wäre schon ein Argument dafür, dass die Pinguins auch diesmal die Preplayoffs nur als Zwischenstation besuchen. Zwei Preplayoff-Serien haben die Pinguins bisher also absolviert, vor zwei Jahren gab es einen Sweep gegen den ERC, vorige Saison sweepten sie den IEC.

Diesmal geht es gegen die Ice Tigers, die erstmals nach fünf Spielzeiten den direkten Einzug ins Viertelfinale verpassten. Die Saison der Franken, die von langwierigen Verletzungen von Leistungsträgern geprägt war, begann mit dem Trainermissverständnis Kevin Gaudet, dem man bereits nach vier Spieltagen den Stuhl vor die Tür setzte.  Er verließ den Klub, als die Ice Tigers auf Platz zehn standen. Viel weiter sind sie unter Dauerinterimstrainer und Sportdirektor Martin Jiranek aber auch nicht gekommen.

Verletzungsprobleme gab es auch bei den Pinguins, vor allem gegen Ende der Hauptrunde, als den Pinguins zunehmend die Verteidiger ausgingen. Eine Mannschaft mit einem so dünnen Kader wie die Bremerhavener kann solche Ausfälle an sich wesentlich schlechter kompensieren als die breiter aufgestellten Franken. Und letztendlich erklärt sich vor diesem Hintergrund auch der mittelschwere Einbruch gut, den Fischtown gegen Ende der Hauptrunde zu verkraften hatte.

Ohne Kapitän Mike Moore, den dauerverletzten Curtis Gedig, Chris Rumble, zweitweilig fiel auch Nicholas Jensen weg, musste Miha Verlic Verteidigeraufgabe übernehmen. Dafür waren die Ergebnisse dann aber gerade in den letzten beiden Spielen erstaunlich, als sie die Ice Tigers schlugen, um am letzten Spieltag zum vierten Mal in dieser Saison, was keine andere Mannschaft schaffte, München zu schlagen. So konnten sie in der Hauptrunde doch völlig überraschenden auf den letzten Drücker noch Platz sieben von Straubing erobern.

 

Problem: Während bei Nürnberg inzwischen ein Großteil der Verletzten wieder einsetzbar ist, fehlen bei Bremerhaven weiter wichtige Leistungsträger. So zog sich Jan Urbas, der erfolgreichste Torschütze der Pinguins, ausgerechnet beim vorletzten Hauptrundenspiel gegen Nürnberg eine Gehirnerschütterung zu (besser gesagt, sie wurde ihm von Martin Stajnoch zugezogen). Ob er überhaupt in dieser Saison noch zum Einsatz kommen kann, darf stark bezweifelt werden.

Gibt es unter diesen Umständen einen klaren Favoriten? Nein. Und haben die Franken im Hinterköpfchen, gegen wen sie bei einem Erfolg im Viertelfinale spielen würden und stürzen sich lieber gleich in ihre Schwerter? Nicht auszuschließen. Egal, wer sich durchsetzt, es würde nicht eines gewissen Charmes entbehren, wenn Bremerhaven in den Playoffs zum dritten Mal auf München träfe, wenn die Franken zum achten Male ihrer Playoffnemesis Mannheim gegenüberstünden.

Die Spiele der Hauptrunde endeten immer mit Heimsiegen. Fischtown verlor in Nürnberg 2:6 und 3:7, gewann die beiden Heimpartien 2:1 und 4:2. Bremerhaven ist in dieser Saison eines von drei Teams neben Iserlohn und Berlin gewesen, das in Nürnberg keine Punkte holte.

Straubing – Berlin

Spannung, aber auf einem wesentlich höheren Niveau als beim anderen Preplayoffduell, verspreche ich mir vom Duell der Tigers und der Eisbären. Zum einen liegt das daran, dass ich den Tigers in dieser Saison viel zutraue, Platz acht nach der Hauptrunde bedeutet eigentlich, dass sich die Niederbayern am Ende unter Wert geschlagen haben.

Gut, am Ende machte eine Differenz von einem Treffer den Unterschied zwischen dem Siebten und Achten aus, doch im Unterschied zu Bremerhaven hatte Straubing bis zum letzten Spieltag noch die Möglichkeit, den Sprung in die Top-Sechs zu schaffen. Doch nach der Niederlage in Ingolstadt müssen sie nun eine Extrarunde in den Preplayoffs drehen, und mit Sicherheit sind die Eisbären der stärkste Gegner, den sie unter diesen Umständen erwischen konnten.

 

Zum anderen liegt es daran, dass die Berliner trotz widriger Umstände, das Verletzungspech der Eisbären stand dem der Ice Tigers in dieser Saison in Nichts nach, einen ganz formidablen Endspurt hinlegten, während dem sie mit ihr bestes Eishochey in dieser Saison zeigten. Und damit ihre Bereitschaft für die Playoffs.

Die Berliner spielen zum 18. Mal in Folge nach der Hauptrunde weiter Eishockey, man hat angesichts der abgelaufenen Saison fast schon vergessen, dass sie als amtierender Vizemeister in die Playoffs starten. Ihr Schlussspurt war dessen allerdings auch würdig. Sie beendeten die Hauptrunde mit vier Siegen am Stück, die aktuell beste aktive Serie in der DEL, drei dieser Siege gab es gegen Teams, die es direkt in Viertelfinale schafften (Ingolstadt, Köln, Düsseldorf), das lässt sich durchaus als Ansage betrachten.

Gab es schon Playoffduelle zwischen den beiden Teams? Ja, die gab es. Und die Eisbären sind auch der einzige Gegner im Zusammenhang mit Straubing, wo man bei diesem Satz tatsächlich den Plural verwenden kann. In ihrer bisher erfolgreichsten Saison (2011/12) scheiterten die Tigers an den Eisbären im Halbfinale, den Titel holten sich die Eisbären anschließend gegen Mannheim.

Und vor zwei Jahren (2016/17) gab es diese Paarung bereits in den Preplayoffs, als die Berliner die Niederbayern sweepten. Die Ergebnisse der Hauptrunde aus Straubinger Sicht: 5:3 und 7:3 zu Hause, 0:4 und 1:0  n.P. in Berlin. Das 0:4 in Berlin war übrigens die einzige Partie der gesamten Spielzeit, in der die Tigers ohne eigenes Tor blieben.

Gibt es einen klaren Favoriten? Vor vier Wochen hätte ich ganz klar gesagt, natürlich, das schaffen die Tigers locker. Aber der Endspurt der Eisbären hat mich halt doch beeindruckt. Klar ist bei diesem Duell gar nichts. Der größere Druck könnte tatsächlich auf den Tigers liegen. Sollten die Eisbären ausscheiden, war es einfach eine Saison zum Vergessen. Fliegen die Tigers raus, endete eine vielversprechende Saison mit einer Riesenenttäuschung.

Heiner

Bremerhaven – Nürnberg 1:5
Straubing  – Berlin 0:1 n.V.

Nürnberg – Bremerhaven 2:5
Berlin – Straubing 5:0

Bremerhaven – Nürnberg 1:2

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